Veröffentlicht: 14.09.2026. Rubrik: Menschliches
Nora, Königin des Lichtes
"Darf ich mich kurz vorstellen?"
Ich nickte und sie sprach weiter.
„Ich bin Nora, Königin des Lichts, sie können Nora zu mir sagen“.
„Danke gerne, wir sind uns bisher noch nicht begegnet. Ich bin Felix, Freiherr von Hohengrau, sie lächeln nun bisher gehörte ich nicht zu den Sommerhaus-Promis die sie, pardon du wohl alle kennst“.
Ihr Gesicht verdüsterte sich, ahnte ihren wunden Punkt getroffen zu haben. „Es war ein Scherz, wenn ich mich so umsehe, sind wir alle doch hier noch nicht in diesem Klientel beheimatet. Was machen sie so beruflich, wenn ich fragen darf“.
Einige der umstehenden Gäste mit Gläsern in der Hand sahen zu uns hin. Die Tochter der Gastgeberin, die ihren 55. Geburtstag mit Freunden feierte, sah zu mir hin, legte eine Hand vor ihren Mund, schüttelte den Kopf und verließ den großen Raum. Nora reichte mir ihre Visitenkarte. Ich las, sah sie an und lächelte.
„Sehr interessant. Schade, dass wir uns erst jetzt kennenlernen“.
„Felix, ich darf doch Felix zu dir sagen, wir können es gerne vertiefen. Ich bin frei, lebe allein zurzeit allerdings nicht in einem Chalet oder Herrenhaus“. Einige Umstehende schienen an unserem Gespräch interessiert zu sein. Es war stiller geworden da auch die Musik schwieg.
„Nora, meine Familie hatte ihre Güter im Osten, sind also verloren durch die Kriege“.
„Wo lebst du jetzt?“
„Lass uns auf den Balkon gehen ich spüre einige Blicke, denen ich ausweichen möchte“.
Sie nickte folgte mir. Am Büfett blieb ich stehen griff zu einem Teller und füllte ihn mit einigen Leckereien. Sie tat es mir nach, kam dann zu mir und setzte sich neben mich. Wir aßen schweigend, bis die Tochter erschien mit einem Tablett mit gefüllten Gläsern, die sie abstellte neben uns und die Balkontüre schloss.
„Nora musstest du wieder deine Lichtnummer loslassen, ich finde es albern und er weiß, wer du bist“.
„Du kleines Miststück, wer ist er wirklich, wenn nicht Felix von Hohengrau?“
Ich sah Nora an. „Langsam liebe Lichtkönigin oder Esoterikerin, Naturverbundene Kräuterhexe oder was sonst noch. Ich kannte die Eifel-Schamanin, tanzte mit ihr ums Feuer um Mitternacht, mich kann niemand täuschen der in diesem Bereich seinen teilweise Unsinn verbreitet“.
„Du hast meine Bücher schon gelesen?“
„Davon gehört, Isa hat sie mir gezeigt, habe drin gelesen. So hohe Auflagen hast du aber nicht“.
Nora lachte.“ Das Datum der Herausgaben hast du nicht gelesen, ist schon mehr als 15 Jahre her, also Antiquariat. Die Bücher verschenke ich heute, denn den Verlag gibt es nicht mehr“.
Wir tranken, stellten die Gläser zurück. Nora sprach weiter.
„Ich nehme an dein Porsche ist dieser schwarze dort drüben?“.
Stimmt sagte Isa die mit vollem Namen Isabelle heißt aber nicht so genannt werden will. „Nora willst du ihn abschleppen dann frag ihn doch ob er dich mitnimmt zu sich er hat eine schicke Wohnung aber kein Herrenhaus. Sein Penthaus ist woanders, hier ist nur seine Stadtwohnung“.
Ich kenne Isa schon länger und ab und an kann sie ein Miststück sein. Nora kann sie nicht ausstehen. Sie hielt sich zurück wollte ihre Mutter nicht enttäuschen.
„Nora, können wir zu dir fahren meine Putzhilfe ist krank, ich war die Woche über nicht in der Wohnung kam erst gestern Abend zurück“. Sie antwortete nicht gleich, weil ein weiblicher Gast kam und Nora ansprach, etwas von einem Kräuterkurs nachfragte. Ich folgte Isa und verließ den Balkon.
„Lass die Finger von Nora, sie ist zwei Mal geschieden, nimmt jeden Mann aus und geht dann. Ich habe sie gereizt mit dem Porsche, da springt sie gleich drauf an“. Ihre Mutter kam. „Du hast überlebt, wie ich sehe, sei vorsichtig. Unser Doktor ist mit Frau schon weg, Nora hatte vorher mit ihm gesprochen und ihn eingeladen. Seine Frau war sauer, hat ihr wohl, was gesagt, bevor Nora zu dir kam“. Sie ging zu anderen Gästen, Isa stieß mich an. „Ich hätte jetzt Lust auf Kino, sollen wir?“
„Nein, du wirst gebraucht zum Aufräumen und ich muss los“.
„War klar deine Putzhilfe kommt, denk dir mal eine neue Ausrede aus“.
Ich gab Isa einen Kuss auf die Wange, winkte ihrer Mutter zu, die in der Küche sich unterhielt und verließ das Haus über die steile, alte Holztreppe. Beide wollten schon länger in eine andere Wohnung. Es wollen viele und so zieht es sich hin.
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