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4xhab ich gern gelesen
geschrieben 2012 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 18.01.2026. Rubrik: Lyrisches


Prolog einer virtuellen Komödie

Prolog einer virtuellen Komödie
Er bastelte sich eine Geige aus Plexiglas, weil er die Musik sehen wollte. Er zog sein Paddelboot auf den Gipfel eines Berges und wartete, dass das Meer zu ihm käme. Nächtelang las er sich fest in Sagenbüchern und weinte am Ende über seine verstorbenen Helden. Er züchtete Veilchen und dachte dabei nur an Franziska die ihn vor sieben Jahren verließ, nicht mehr im Odenwald mit ihm leben wollte. Ihre gemeinsame Tochter verachtet ihn, lebt irgendwo in Canada.
Er schrieb ein Gedicht über ein Haarwuchsmittel, darauf noch ein zweites was nie enden wollte.
Danach vor Wut zerschlug er am nächsten Tag die Rathausuhr, um den Blätterfall der Bäume auf alle Zeiten zu stoppen. In seinen Blumentöpfen wuchs Schnittlauch und in ihnen grub er sonntags nach alten Orden. Fand er keine so wühlte er in seinen Resthaaren und betete zu den Göttern.
Als eine Frau ihm sagte er wäre ein Nichts, eigentlich nie geboren, wollte er unsterblich werden. So lebt er nun irgendwo eremitenhaft geistig umnachtet, wirft mit Worten im Internet lesbar nach den Sternen. Ein alter Narr den eine Fliege umkreist.


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Scheinwelt
Mehr Schein als Sein
Verborgen in der Masse
Sprühende Worte ohne Feuer
Langeweile im Tagesablauf
Schlagen ohne Hammer
Durstig nach Worten
Innerlich platzend über Nichtigkeiten
Träume lebend zwanghaft
Mehr Schein als Sein.

Sprüche - Zitate - Weisheiten
Weiß sonst nichts
Hab`s gewusst
Wiederholungen
Narr unter Narren
Lustig, immer gut drauf
Mehr Schein als Sein.

Süchtig nach Worten
Suchend nach Zustimmung
Vereinigung mit der Masse
Teerend und federnd gegen den Außenseiter
Virtuell stark
Real schwach, sein Schicksal hinnehmend
Mehr Schein als Sein.
Scheinwelt

© Copyrights (All Rights Reserved)05.06. 2012

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