Veröffentlicht: 25.01.2026. Rubrik: Menschliches
Der REM-Aktivist -3
Sie: Ich werde einiges an mir ändern.
Meine Kälte zum Abschied hatte sie bemerkt, hatte selbst nicht mehr angerufen den nächsten Tag, mehrere Mail von ihr ignoriert die sie in der Nacht schrieb.
Wer hörte noch nicht diese Worte von einem anderen, vielleicht auch von einem Menschen, der gerne mit einem den weiteren Lebensweg in enger Freundschaft beschreiten will. Nun Vorsätze sind schnell gefasst, aber was ändert sich wirklich. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist und darüber genauer nachdenkt, ist es doch eigentlich eine seltene Begebenheit, dass es auch ernsthaft klappt. Anfangs übersieht man Marotten oder Lebensweisen, die einem fremd sind. Sei es der Konsum von Lebensmitteln oder Getränke, auf welche man selbst verzichtet, rauchen, vielleicht sogar ohne große Pausen. So sympathisch einem ein Mensch auch sein kann, wenn es etwas tiefer geht, funktioniert es nicht auf längere Zeit. Einige Tage zusammen um den anderen etwas besser kennen zu lernen reicht zumeist, um sich wieder zu trennen. An Änderungen zu glauben habe ich aufgegeben, über Jahre eingeschliffen wird sich so leicht nichts bewegen. Den nun zu einem passenden Menschen finden scheint mit wohl schwer zu sein. Dieses: Gut Ding will Weile haben und andere Sprüche, ich kann sie nicht mehr hören. Ich habe da noch etwas ruhen derzeit, was ich nun aktivieren werde. Die Stadt ist immer eine Reise wert, auch wenn kein Koffer mehr dort steht.
Da ruft mich eben ein alter Bekannter an, dem ich kurz meine neue Pleite schilderte, er kennt sie nur flüchtig und war etwas entsetzt.
Per Mail habe ich nun einen Text von ihm bekommen. Private Lebensberater, die verheiratet sind, wollen ja immer gerne helfen.
Lieber Freund: Im Huhn sieht man, vergleicht und erkennt, das Weibliche, sei es durch das Ei oder andere Eigenschaften. Hier ist nun die Zerbrechlichkeit klar ersichtlich und grob anfassen schon der Beginn der Zerstörung einer Beziehung, die noch nicht mal richtig begann. Der Platz des Aufbewahrens müsste eine Vitrine sein, staubfrei ohne Erschütterung, bestplatziert, angestrahlt und bewundert dank ihrer Schönheit und Einmaligkeit.
Nun die andere Seite der Betrachtung: viel wurde verrichtet, um dieses Ergebnis zu erzielen, von Kosten schreibe ich nicht, die Fehlversuche, die Zeit und Energie, die Muße und Geduld. Dieses Mal gab es ein kein Erfolgserlebnis, doch wie oft trennte man sich, weil ein Sprung, nicht rechtzeitig erkannt, alles kurzfristig zunichtemachte. Danach taucht die Frage auf: lohnt es sich überhaupt gerade jetzt dieser Aufwand mit unbestimmten Ende.
Ut ameris, amabilis esto - Um geliebt zu werden, sei liebenswürdig auch weiterhin zu jedem weiblichen Wesen.
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