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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Matty63 (Matty63).
Veröffentlicht: 07.04.2026. Rubrik: Nachdenkliches


Umweltschutz ist ein Kinderspiel

Im Alter von ca. 12 Jahren spielte ich immer sehr gerne an Bächen: Staudämme bauen, kleine Wasserläufe umleiten, Miniwasserfälle einbauen, all dies machte mir riesigen Spaß
Der beste Platz dafür waren die Sandkiesbänke im Karlinbach im Südtiroler Langtauferer Tal. Der Karlinbach kommt von den Gletschern der Ötztaler Alpen. Durch das Schmelzwasser ist er in den warmen Sommermonaten sehr reißend. An einer Stelle teilt er sich jedoch in mehrere Arme unterschiedlicher Breite, und das war mein Revier.
Hier kam auch noch ein kleinerer Bach dazu. Er floss aus dem Wald. Dann begleitete er den Karlinbach noch seitlich auf mehreren 100 Metern, um dann schließlich vollends in ihn einzumünden.
Diesen kleineren Bach staute ich und leitete einen Teil seines Wassers über die große Sandkiesbank. Hier grub sich das Wasser selbst ein Bachbett und floss schließlich in eine kleine natürliche Vertiefung. Diese baute ich mit dem Sandkies noch aus, sodass ein Staubecken entstand. Es bekam einen Abfluss, und weiter unten legte ich noch so ein Becken an. Von ihm ließ ich das Wasser dann in den Karlinbach fließen.
Als ich mit dieser "Arbeit" fertig war, war ich mit meinem Werk zufrieden. Die Stelle, an der ich Wasser aus dem anderen Bach abzweigte, war mir gut gelungen. Vor allem ließ ich dem Bach trotzdem noch so viel Restwasser, dass er nicht trockenfiel. Heute würde ich sagen, dass ich etwa 40% abgezweigt hatte.
Heute wird ja oft überlegt und ausgerechnet, wieviel Wasser aus Umweltschutzgründen im Bach oder im Fluss zu belassen ist. Bei mir hatte dies ganz von selbst geklappt. Das Wasser, das im Bach verblieben war, schien auszureichen, um den Fortbestand dieses Biotops zu sichern. Manchmal ist Umweltschutz also ein Kinderspiel.
Das Sand- und Kiesgemisch aus dem die Dämme der beiden Staubecken waren, erwies sich als sehr dicht, fest und haltbar. Es sperrte den Wasserlauf zuverlässig ab und floss erst am Überlauf weiter.
Fertig war ich damit jedoch noch nicht. Schließlich galt es, das gesamte ca. 50 Meter lange Bauwerk zu unterhalten. Es gab da immer noch etwas zu optimieren.
Ich war der Wassermeister, und weil die Tage schön und heiß waren, verrichtete ich diesen Job in kurzer Sporthose und barfuß. Der Untergrund war weder purer Sand noch purer Kies; irgendetwas dazwischen. Manchmal gab es auch etwas spitzere Steine; aber meine Füße waren damals vom vielen Barfußlaufen so abgehärtet, das mir das nicht nur nichts ausmachte; ich konnte es vielmehr auch in vollen Zügen genießen. Zwischendurch streckte ich die Füße immer wieder auch mal in den eiskalten Gletscherbach.
Inzwischen bin ich 62 Jahre alt. Ich laufe im Sommer immer noch sehr gerne barfuß, und in einigen Monaten werde ich zum ersten Mal Opa. Da sehe ich mich schon im Geiste mit meinem kleinen Enkel Staudämme bauen und nebenher Füße baden.
Umweltschutz ist ein Kinderspiel, das ich auf diesem Wege gerne auch an die folgende Generation weitergebe.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 07.04.2026:

Hallo @Matty63, ich war vor Jahren im Langtauferertal im Wanderurlaub.
Schöne Gegend!
Deine Bachgeschichten erinnern mich an unsere Zeit im DDR-Kinderferienlager im Sebnitztal, als wir ebenfalls Staudämme gebaut hatten.
Sehr gern gelesen.
Viele Grüße, Jo




geschrieben von Butterblume am 07.04.2026:

Deine Geschichte hat mich beeindruckt.

Schön wenn man die Natur zu schätzen weiß.

Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag 😇

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