Veröffentlicht: 01.05.2026. Rubrik: Fantastisches
Die Feinde der Drachen, Teil 5
Kapitel 9: Der Aufbruch
Wenige Tage später beherrschte Syra ihre Magie so gut, dass sie damit kämpfen konnte. Also brach sie mit Kitarion und seiner Partnerin nach Magicia auf. Sie wollten die Magier vernichten, bevor diese den Riss zwischen den Welten noch einmal öffnen konnten. Im Stadtwald sahen sie eine weitere Drachin, und Syra sah diese ungläubig an. "Das ist Kyraya", bestätigte Kitarion ihre Vermutung. "Der Drachengott hat sie scheinbar auferstehen lassen und ihr alle Elemente verliehen. Als Kyraya die anderen Drachen bemerkte, blieb sie neben ihnen in der Luft stehen. Syra erkannte sofort, dass sie scheinbar miteinander kommunizierten. Erst jetzt sah sie den Magier auf dem Rücken der Drachendame und traute ihren Augen kaum. "Was macht ein Magier auf Kyrayas Rücken?", fragte sie etwas verwirrt. "Ich habe mich von Tarlyn abgewandt", erklärte Tyran. Syra nickte zwar, blieb dennoch vorsichtig. Gemeinsam näherten sich die drei Drachen nun immer weiter der Stadt. "Ich werde den Schutzzauber absorbieren", sprach Kyrayas Gedankenstimme. "Ihr deckt mich bitte solange, falls Magier herauskommen." Als sie den Schutzzauber spürten, öffnete Kyraya ihr Drachenmaul und entblößte scharfe Zähne. Wenige Sekunden später verschwand die Barriere, und die Schuppen der Drachendame leuchteten für einen Moment auf. Kurz darauf stürmten auch schon die ersten Magier aus der Stadt. Ohne zu zögern griffen sie die Gruppe an. Kitarion und Asira erzeugten Blitze, welche die Magier trafen. Außerdem versuchten sie mit starken Windstößen, ihren Schild zerbrechen zu lassen. Kyraya sah sich gleich zwei Angreifern gegenüber und absorbierte ihre Macht, bevor sie schwarzen Atem ausstieß und sie damit vernichtete. Auch Kitarion und Syra hatten zwei Angreifer vor sich. Syra hatte einen Schutzzauber um ihren Drachen gewoben, um Schaden von ihm abzuhalten. Nun schleuderte sie verschiedene Zauber gegen die Angreifer, doch diese hielten Stand. Kyraya konnte ihnen nicht zur Hilfe eilen, denn kaum hatte sie ihre Gegner besiegt, kamen schon die Nächsten auf sie zu und griffen an. Wieder absorbierte sie in Sekundenschnelle die Macht und tötete sie.
Kapitel 10: Eine schreckliche Wendung
Der Kampf tobte schon seit etwa fünf Minuten, da ließ sich Tarlyn vor den Toren seiner Stadt blicken. In seinen Zügen lag Mordlust gepaart mit Schadenfreude. Schnell näherte er sich Kyraya. "Meine Magie kannst du vielleicht absorbieren", meinte er, "aber den Angriff mit dem Drachentöter nicht!" Dies war alles an Warnung, was der Drachin zu Teil wurde, denn schon schoss mit atemberaubender Geschwindigkeit ein Schwert auf sie zu. Tarlyn benutzte seine Kraft, um mithilfe von Luftmagie das Schwert nach oben zu bringen. Kyraya wusste, dass sie nicht schnell genug reagieren konnte und sah ihrem Tod ins Auge. Doch dann passierte etwas Seltsames. Das Schwert glitt an Kyrayas Schuppen ab und flog weiter, in Richtung Kitarion. "Kitarion! Vorsicht!", rief Syra, doch auch er konnte nicht schnell genug reagieren und wurde von der Klinge in den Bauch getroffen. Sofort geriet er ins Trudeln, erhielt jedoch die Kontrolle wieder und landete. Grünes Drachenblut quoll aus einer hässlichen Wunde im Bauch ihres Drachen. "Halte durch", flüsterte das Mädchen, nachdem sie sich kurz an ihn geschmiegt hatte, dann ging sie sofort wieder zum Angriff über. Der Drachentöter flog noch immer durch die Luft und hätte beinahe Asira getroffen, doch Syra traf die Klinge mit ihrer Magie, sodass sie zu Boden segelte. Schnell war Kyraya bei dem Schwert und öffnete ihr Maul. "Dieses Schwert besitzt auch Macht", erklärte sie. "Ich werde sie absorbieren." Kurz darauf verschwand das magische Leuchten des Drachentöters, und Tarlyn stieß einen schrecklichen Fluch aus. Syra wich langsam zurück, denn seine Angriffe hatten ihre Kraft beinahe aufgebraucht. Schnell kam Kyraya an ihre Seite geflogen und absorbierte auch seine Macht. "Stirb nun, du dunkler Zauberer!", rief Syra, bevor sie ihn mit einem Blitz niederstreckte. Keuchend drehte sie sich zu ihrem Drachen um, welcher zwar noch lebte, jedoch schlechter aussah. Seine Augen bohrten sich in ihre. "Du musst alles dafür tun, dass diese Welt friedlich bleibt. Versprich mir das, bevor ich zum Drachengott gehen werde." Tränen liefen Syra über das Gesicht. "Du wirst nicht zum Drachengott gehen", antwortete sie bestimmt. "Das lasse ich niemals zu!" Kyraya und Asira flogen heran und landeten neben Kitarion. Sofort legte Kyraya einen Flügel auf den Körper des Drachen, und weißes Licht begann, diesen einzuhüllen. Als das Licht verschwand, war seine Wunde geheilt, und der Drache erhob sich. "Ich danke dir", sagte er an Kyraya gewandt. Schritte näherten sich, und Tyrans Herz machte einen Satz, als er Laurin erkannte, welcher aus der Stadt kam. "Es tut mir Leid, dass ich nicht an deiner Seite kämpfen konnte. Ich brachte es nicht übers Herz, meine anderen Freunde zu töten. Aber sei gewiss, bevor du gestorben wärst, hätte ich eingegriffen." Der Magier schloss seinen Freund in die Arme und war nur erleichtert darüber, dass er ihn nicht hatte töten müssen.
Plötzlich hörten sie laute Stimmen, und alle Bürger der Stadt kamen heraus. Syra sah Teils ängstliche, Teils freudige Gesichter. Schnell beruhigten sie die ängstlichen Bürger und berichteten ihnen von den bösartigen Plänen Tarlyns. Als sie dies verarbeitet hatten, jubelten sie und wandten sich an Tyran. "Wir wollen dich nun als unseren König sehen", sagte ein Mann, und alle riefen ein lautes "Ja!" Tyran sah die Menschen ungläubig an. "Seid ihr euch da sicher? Ich war schließlich auch einmal ein Magier und habe bei Tarlyns Machenschaften mitgemacht." Die Menschen nickten. "Aber du hast Mut bewiesen, indem du dich von Tarlyn losgesagt hast", antwortete der Mann. "Dazu gehört viel Charakterstärke. Außerdem möchten wir noch eine drachische Königin", fügte er hinzu und deutete auf Kyraya. Die Drachenfrau nickte und erklärte sich bereit, gütig über diese Stadt an Tyrans Seite zu herrschen. Syra wurde zu Tyrans Ratgeberin ernannt, und auch die anderen beiden Drachen waren herzlich willkommen. Als Beweis für den Frieden zwischen Menschen und Drachen wurde die Statue eines Drachen am Marktplatz aufgestellt. "Möge der Frieden zwischen Drachen und Menschen ewig währen!", war dort zu lesen.
Ende
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