Veröffentlicht: 28.04.2026. Rubrik: Fantastisches
Die Feinde der Drachen, Teil 2
Kapitel 3: Die Begegnung mit dem Drachen
Syra wusste nicht mehr, wie lange sie schon gegangen war. Als sie inne hielt, fand sie sich im Wald wieder, welcher die Stadt umgab. Keuchend blieb sie stehen und atmete die Waldluft ein. Immer wieder blickte sie über die Schulter, mit der Angst, Magier könnten ihr gefolgt sein, doch zu ihrem Glück sah sie niemanden. Plötzlich lenkten Flügelschläge ihre Aufmerksamkeit auf etwas Anderes. Als sie den riesigen, grünen Drachen erblickte, welcher direkt vor ihr landete und sie aus seinen goldenen Augen musterte, beschlich sie für einen Moment eine Angst. Angst, dass der Drache sie ebenfalls als Feind betrachten und töten könnte. "Du musst keine Angst vor mir haben", vernahm Syra eine tiefe Stimme in ihrem Kopf. "Ich bin nicht dein Feind, und ich weiß, dass du es auch nicht bist. Ich habe deinen Geist und die Tatsache, dass du dein Herz schon lange für Drachen geöffnet hast, schon gespürt, aber durch den Schutzzauber, welcher um deine Stadt liegt, konnte ich nicht mit dir kommunizieren. Mein Name ist Kitarion, ich bin ein Luftdrache und möchte dich fragen, ob du meine Reiterin sein möchtest." Für einen Moment verschlug es Syra die Sprache, und sie starrte den Drachen nur an. "Du ... willst mich zur Reiterin machen?", wiederholte sie als Frage seine Worte. Der Drache nickte entschlossen mit seinem Kopf. Plötzlich hörte Syra Schritte, welche von der Stadt kamen. "Steig auf, wir haben keine Zeit zu verlieren", drängte Kitarions Stimme, und da sah sie es. Zwei Magier waren auf dem Weg zu ihr. Schnell erhob sie sich und stieg so sicher auf den Rücken des Luftdrachen, als hätte sie dies schon viele Male getan. Sobald sie einen sicheren Sitz gefunden hatte, schlug Kitarion mit den Flügeln und hob ab. Die beiden Magier versuchten noch, ihn mit verschiedenen Angriffen zu treffen, doch dies blieb vergebens. "Warum sind die Magier euch Drachen so feindlich gesinnt?", fragte Syra, als sie schon weiter von der Stadt weg waren. "Weil sie Wesen verabscheuen, welche ebenso mächtig sind, wie sie selbst. Sie wollen die Herrschaft über diese Welt erlangen, deshalb waren auch sie es, die den Riss zur Unterwelt geöffnet haben, nicht wir Drachen." Syra nickte, denn so etwas hatte sie schon vermutet. "Was können wir tun, um sie aufzuhalten?", fragte sie den Drachen. Er antwortete lange nicht. "Wir Drachen alleine können nicht mehr viel gegen die Magier ausrichten. Sie beziehen monatlich Kraft von den Bürgern, und solange alle an die Magier glauben, wird sich das nicht ändern und sie werden immer stärker. Ich weiß nur von einer Drachenfrau, welche vielleicht etwas ausrichten kann, doch diese hat sich geopfert, als sie den Riss zwischen den Welten schloss und ist nun beim Gott der Drachen." Syra nickte, denn sie hatte schon von der Drachenwandlerin Namens Kyraya gehört, welche am Ende der Geschichte zu einer Drachin wurde. Von den Magiern wurde diese Drachin aber stets als gefährlich und unheilbringend bezeichnet. Syra gähnte einige Male, denn sie spürte, wie sie immer müder wurde. "Schlaf ein wenig, ich werde uns inzwischen in Sicherheit fliegen", meinte Kitarion.
Kapitel 4: Tarlyns Zorn
Tarlyn stand ungeduldig vor dem Tempel und wartete darauf, dass seine beiden Untergebenen mit Syra zurückkamen. "Sie kann etwas erleben!", dachte er sich, und seine Wut steigerte sich noch. Er hörte Schritte und sah, dass die beiden Magier zurückkamen, jedoch ohne das Mädchen. "Wo ist das Mädchen?", wollte er gereizt wissen. Die beiden Magier sahen ihren Meister zerknirscht an. "Wir haben gerade noch gesehen, wie sie auf den Rücken eines Drachen stieg." Diese Worte entfachten Tarlyns Zorn noch weiter. "Was seid ihr für Versager!", rief er und ballte seine Fäuste. Ein mörderischer Ausdruck trat in seine Züge, und er hob beschwörend die Hände. Die beiden Magier schützten sich mit einem Schutzschild, was jedoch vergeblich war. Tarlyn war nicht umsonst der Herrscher über Magicia. Damals hatte er es geschafft, zehn Magier so zu schwächen, dass ihre Schutzschilde zusammenbrachen und hatte sich somit als würdig erwiesen. Nun ließ er Blitze vom Himmel fallen und die beiden Magier treffen. Ein paar Sekunden später lagen die beiden Körper vor ihm und waren bis zur Unkenntlichkeit deformiert. Ein Entschluss wuchs in Tarlyn. Er würde bald zusammen mit den Magiern versuchen, den Riss zur Unterwelt wieder zu öffnen und dann auf dem Rücken eines Lavadämons dem Drachen hinterherfliegen.
Fortsetzung folgt
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