Veröffentlicht: 08.05.2026. Rubrik: Lyrisches
Represa Billings
Wasser gehalten.
Von Ferne Donnergrollen.
Die Luft drückt schwer.
Kein Windhauch regt.
Die Sonne verdunkelt - wie Nebel die Wolken.
Und doch brennen ihre Strahlen.
Verfremdet.
Reich des Neptuns.
Ihm muss sie sich unterwerfen.
Grüne Ufer.
Gestorbene Bäume am Grunde des Sees.
Wind bringt Erleichterung.
Der Donner kommt näher.
Ein weißes Schemen berührt den See.
Pelikan kehrt heim von weit.
Wie ein schwarzer Spiegel - zäh verschlingend den Blick.
Grüne Insel ohne Weg. Für den der das Geheimnis kennt.
Ein Vogel zetert Wellen in die Seele.
Der Wind wird stärker - er kühlt. Grollen ohne Ende.
Die Schwere des Seins. Zentriert wo der Ursprung. Das Sein ist ohne Denken - und doch ist ohne Denken kein Verstehen.
Ein Werkzeug nur. Ist das Ich. Das sagt: "Ich bin"
Was immer war. Erstes Verstehen - es öffnet den Weg. Verdeutlicht selten. Wertvolle Augenblicke.
"Ich weiß." Doch was weiß ich?
"Ich bin?!"
Mehr gibt es nicht zu wissen?
Das größte Wasserreservoir Sao Paulos, die "Represa Billings", erstreckt sich über 127 Quadratkilometer und fasst 11 Milliarden Liter Wasser (Quelle: Wikipedia)
Frisch verheiratet, das erste Mal für drei Wochen in Brasilien, um die Familie kennenzulernen, flüchtete ich bald vor dem Trubel der Metropole Sao Paulo in den "Schrebergarten" meines Schwippschwagers.
Dort entstand am Nachmittag des 10. November 2001 der vorliegende Text.
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