Veröffentlicht: 10.05.2026. Rubrik: Fantastisches
Im Namen des Lichts, Teil 3
Kapitel 5: Eine schockierende Entdeckung
Anders als sonst wurde Elea nicht von der Glocke, sondern von einem energischen Klopfen an der Tür geweckt. Hatte sie etwa verschlafen? Der gestrige Kampf hatte sie recht müde gemacht, weshalb sie schon vor der Abenddämmerung in ihr Bett gefallen war. Dennoch fühlte sie sich noch immer unglaublich müde. "Herein", murmelte sie, und die Tür wurde aufgerissen. Miranda kam keuchend ins Zimmer gelaufen. Sie war Agnetas heimliche Geliebte, und dies sollte auch geheim bleiben, denn niemand wusste, wie der Orden auf eine gleichgeschlechtliche Beziehung reagieren würde. Erst jetzt bemerkte Elea die Tränen in ihren Augen. "Was ist passiert?", fragte sie und war plötzlich hellwach. "Agneta ... sie ist entführt worden!", brach es aus Miranda heraus. Elea öffnete ihr Fenster, um frische Luft zu tanken, da realisierte sie: Der nächste Tag war noch nicht angebrochen, denn der Mond war gerade dabei, aufzugehen. "Wie ist das passiert?", fragte sie alarmiert. Miranda stammelte etwas vor sich hin, bevor sie sich endlich beruhigen konnte. "Ich wollte noch einmal zu ihr", begann sie ihren Bericht. "Ich hatte Sehnsucht ..." Miranda wurde rot wie eine Tomate. "Als ich mich auf den Weg zu ihrem Zimmer machte, wurde ich von einem Typen mit schwarzer Kutte umgerannt. Von ihm war nicht einmal das Gesicht zu sehen. Jedenfalls trug er Agneta. Ich beeilte mich, sie zu verfolgen, aber sie waren zu schnell!" Plötzlich hörte Elea eine Gedankenstimme. "Wenn du das Mädchen suchen willst, geh zum Friedhof des Ordens und suche dort den Eingang zur Höhle. Dort unten geschehen mehr dunkle Taten, als du dir vorstellen kannst, und Agneta soll um Mitternacht dem dunklen Gott geopfert werden!" Elea lief es kalt den Rücken hinunter. "Hörst du mir überhaupt zu?", fragte Miranda wütend. "Wie spät ist es?", stellte Elea die Gegenfrage, ohne auf Mirandas Einwurf zu reagieren. "22:55 Uhr, aber warum ..." Elea stand auf und zog sich an. "Das kann ich dir nicht erklären, aber ich weiß, wo unsere Freundin ist." Mirandas Augen leuchteten. "Kann ich mit dir kommen und helfen?" Elea schüttelte entschieden den Kopf. "Ich muss das alleine machen", sagte sie. "Du verheimlichst mir doch etwas!", rief Miranda. Obwohl sie nicht Eleas allerbeste Freundin war, war sie dennoch eine gute Freundin und hatte die Fähigkeit, sofort zu spüren, wenn irgendetwas falsch lief. "Ich würde dich in Gefahr bringen, wenn ich es dir sage", meinte Elea und rannte aus dem Zimmer, bevor Miranda etwas tun konnte. Schnell und zwei Stufen auf einmal nehmend stieg Elea die Treppe zum Ausgang hinab. Sie rannte durch das Ordensgelände, bis sie den Friedhof fand. Nach fünf Minuten hatte sie auch die Höhle gefunden und spähte hinein. Sechs Männer in schwarzen Kutten standen dort, und ihr Gesicht war ebenfalls verdeckt. In der Mitte war ein Marterpfahl, an welchen Agneta gekettet worden war. Wut beherrschte Eleas Gedanken. Sie wollte diese Männer unbedingt zur Strecke bringen.
Kapitel 6: Ein Verräter in den eigenen Reihen
Die Männer hatten sich rund um den Pfahl aufgestellt und murmelten leise Worte. Elea konnte sie jedoch gut verstehen. "Du unser Gott der Dunkelheit, erscheine um Punkt Mitternacht und nimm dieses Opfer, welches wir dir großzügig darbringen." Er holte einen kleinen Dolch aus seinen Taschen und ritzte Agneta die Handfläche auf. Das Blut fing er in einem kleinen Becher auf. Dann nahm er einen Pinsel und begann damit, ein unheiliges Zeichen aus Blut auf den Boden zu malen. Elea konnte dieses Zeichen kaum benennen, die Form war sehr seltsam. Eine dunkle Macht ging von diesem Zeichen aus. "Bald ist es soweit", murmelte einer der Männer. "Lasst mich gehen!", rief Eleas Freundin. Elea wollte nicht mehr länger warten. "Du musst unbedingt verhindern, dass du heute schon auf den dunklen Gott triffst. Vorher müssen diese sechs Männer und ihre Seelen vernichtet werden, denn der Gott stärkt sich durch die Geister von dunklen Anhängern. Lass dein Licht in das unheilige Zeichen fließen und schreibe aus diesem Licht ein heiliges Zeichen. Das wird verhindern, dass sie den dunklen Gott anrufen können." Elea nickte und stürmte vor. Bevor die Dunklen etwas tun konnten, zerstörte sie das dunkle Symbol und zeichnete ein Kreuz aus Licht auf den Boden. Sofort wurde sie von Schwertern und Dolchen attackiert, und die Männer formierten sich in einem Kreis, welcher sich immer enger um Elea zog. Sie beschwor Dolche aus Licht und warf diese gegen die Männer, um sie auseinanderzutreiben. Als dies geglückt war, erschuf sie einen Ring aus Licht um sich herum. "Wenn es nicht mit Waffen möglich ist, dann wirst du durch unsere dunklen Zauber sterben!", rief einer der Gegner und hob die Hand. Er murmelte ein dunkles Wort der Macht, doch nichts geschah. Scheinbar wirkte das Lichtkreuz auch als Blockade gegen dunkle Magie. Elea hob beide Hände und sandte mehrere Lichtblitze aus. Drei davon trafen ihr Ziel, und ebenso viele Männer fielen tot zu Boden. Plötzlich sah sie drei dunkle Schatten, welche die Höhlenwand emporkrochen, und sie begriff: Dies waren die Seelen der Dunklen! Mit ein wenig Licht vernichtete sie die Seelen. Einer der Männer jedoch war schlau. Er wich dem Licht aus und hielt Agneta ein Messer an die Kehle. "Wenn du noch einen von uns angreifst, stirbt sie!", rief er und starrte Elea gehässig an. Elea spürte, wie ein Konflikt in ihr tobte. Sie wollte ihre Freundin retten, ja. Aber sie wollte auch diese Männer vernichten, die ihr das angetan hatten. Agnetas Augen fixierten ihre Freundin, und in diesem Blick lag so viel Entschlossenheit, dass Elea tiefsten Respekt für sie empfand. "Töte sie", murmelte sie, und Elea konnte die Wut in ihrer Stimme deutlich hören. Elea zögerte nicht und tötete den vierten Mann mit ihrer Magie. "Ich habe dich gewarnt!", rief der Geiselnehmer, und Elea drehte sich weg, um nicht mitansehen zu müssen, was nun geschah. Agnetas Seele flog als weißes Licht in Richtung Himmel davon. Der fünfte Mann fiel wenige Sekunden später, und Elea wandte sich mit wutverzerrtem Gesicht zu dem Mann, welcher ihre Freundin getötet hatte. "Du wirst einen ganz qualvollen Tod erleiden, das schwöre ich dir!", rief sie. Sie schloss den Mann in einem Ring aus Licht ein. Er keuchte und versuchte, seinem Tod zu entkommen, doch es nützte nichts. Mit Genugtuung sah Elea zu, wie der Mann zu Asche zerfiel. Schnell vernichtete sie auch die anderen dunklen Seelen mit Licht und rannte zu ihrer Freundin. Sie wollte sich noch einmal von ihr verabschieden und kniete sich nieder. "Es tut mir Leid, dass ich dich nicht retten konnte", flüsterte sie und nahm ihre Hand. "Du kannst ihre Seele wieder zurückholen und ihren Körper heilen", meldete sich der Engel zu Wort, und Elea lächelte. Schnell konzentrierte sie ihre Sinne auf die Mächte des Himmels und rief nach Agnetas Seele. Während diese sich wieder näherte, heilte sie die Schnittwunde ihres Körpers und auch die Verletzung an der Handfläche. Sobald das weiße Licht in den Körper ihrer Freundin eingedrungen war, schlug diese die Augen auf und starrte Elea aus großen Augen an. "Du hast mich wiederbelebt!", rief sie, und Elea nahm sie fest in die Arme. Nur noch das Blut auf ihrem Körper zeugte davon, dass ihre Freundin gestorben war. "Ich will mir die Männer genauer ansehen", murmelte Elea und erhob sich. Sie zog die Kapuzen der Kutten hoch, um deren Gesichter zu sehen und sog scharf den Atem ein. "Das ist ... Priester Marek!", rief sie. Agneta konnte es kaum glauben. "Jetzt wissen wir, weshalb er des Nachts ständig am Friedhof herumspaziert ist!", rief sie schließlich. Zusammen liefen die beiden Freundinnen aus der Höhle, um den anderen Priestern zu melden, was geschehen war.
Fortsetzung folgt





