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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 10.05.2026. Rubrik: Fantastisches


Im Namen des Lichts, Teil 4

Kapitel 7: Ein Gespräch mit den Priestern

"Wie kann ich sehen, ob noch mehr Priester sich den Dunklen angeschlossen haben?", fragte Elea den Engel in ihren Gedanken. "Blicke ihnen in die Augen, und du wirst ihre Seelen sehen können. Wenn sie weiß sind, sind sie rein. Wenn sie jedoch grau oder schwarz sind, solltest du sie meiden." Elea nickte und marschierte durch das Ordensgelände, bis sie das Haus der Priester fand. Dort standen zwei Wächter, sogenannte Eingeweihte. Gewöhnliche Ordensbrüder oder Schwestern durften das Priesterhaus nicht betreten. "Wohin des Weges, Ordensschwester Elea?", fragte einer der Wächter. Elea blickte ihnen tief in die Augen, ihre Seelen waren zum Glück weiß. "Ich muss mit den Priestern sprechen", antwortete sie. "Ausgeschlossen", erklärte der Wächter. "Die Priester haben mit dem Verschwinden von Marek schon genug zu tun. Keiner weiß, wo er ist. Es wurden schon Suchtrupps gebildet, welche den gesamten Friedhof durchkämmen. Hilf lieber mit, anstatt die Priester zu belästigen!" "Es hat aber mit Marek zu tun", entgegnete Elea. "Priester Marek, wenn ich bitten darf!", rief der Wächter. "Natürlich. Es hat mit Priester Marek zu tun." Alle Priester waren beleidigt, wenn man sie nicht mit Priester ansprach. Der Wächter öffnete die Tür und bedeutete Elea, kurz auf seine Anweisung zu warten. Nach wenigen Sekunden kam er heraus und nickte ihr zustimmend zu. Prickelnde Erregung überkam Elea, denn sie hatte das Priesterhaus noch nie von innen gesehen. Eskortiert von den beiden Eingeweihten lief sie durch einen kurzen Gang und bog um eine Ecke. Nun sah sie einen Raum mit einem riesigen Altar, vor welchem sechs Stühle standen. Einer davon war erhöht, darauf saß die Hohepriesterin Livia. Ihr ernster Blick verweilte einen Moment auf Elea. "Trete vor, Ordensschwester Elea", befahl sie, und Elea tat es. Sie ging auf ein Knie, um ihr den nötigen Respekt zu erweisen. "Sprich. Was kannst du über Priester Mareks Aufenthaltsort berichten?" Elea atmete tief durch, um sich zu sammeln. "Dafür muss ich weiter ausholen", erklärte sie und begann damit, den Priestern von der Engelsbotschaft zu erzählen. "Ich bin die Göttin des Lichts", fasste sie ihre Erzählung noch einmal zusammen. "Das ist unmöglich!", empörte sich die Hohepriesterin. "Die Göttin des Lichts hat sich selbst und ihre Seele geopfert, um den Schutzzauber zu errichten!" Elea nickte. "Das ist wahr. Jedoch hat der Himmel scheinbar beschlossen, dass es wieder eine Göttin braucht." "Beweise es", verlangte ein Priester. Elea überlegte nicht lange und beschwor ein Schwert aus Licht. Perplex starrte die Hohepriesterin auf das Schwert. "Du sprichst also wahr", stellte sie fest. "Die Engel sagen, ein dunkler Gott wird bald einen Angriff auf den Orden planen, und all die Dinge, welche in den letzten beiden Tagen geschahen, bestätigen diesen Verdacht leider." "Welche Dinge?", fragte die Hohepriesterin. Elea erzählte von dem Kampf mit dem Skelett und von Agnetas Entführung. Sie berichtete detailreich, wie sie die sechs Männer getötet und ihre Freundin wiederbelebt hatte. Die Priester wurden blass. "Aber was hat dies nun alles mit Priester Marek zu tun?", wollte Hohepriesterin Livia wissen. Elea verspürte tiefes Mitgefühl für die Priester, denn das, was sie ihnen nun mitteilen musste, würde sie noch mehr erschüttern. "Ich habe die Kapuzen der Kutten hochgeschoben, um das Gesicht der Männer sehen zu können und ..." Sie hielt einen Moment inne. "Priester Marek war unter ihnen." Für einen Moment spürte Elea fünf Augenpaare auf sich gerichtet und musste dem Drang widerstehen, ihren Blick zu senken. "Das ist eine ungeheuerliche Unterstellung!", rief Livia. Ihre Augen funkelten wütend, und Elea war beeindruckt, da sie die Hohepriesterin immer als in sich ruhend empfunden hatte. Allerdings konnte sie dazu auch nicht viel sagen, da ihre Begegnungen immer nur von kurzer Dauer waren. "Ich schwöre beim Orden des Lichts, dass alles der Wahrheit entspricht, was ich sage", bekräftigte Elea ihre Worte.

Kapitel 8: Ein folgenschwerer Fehler

Plötzlich wurde die Tür aufgerissen, und drei Ordensbrüder stürmten herein. "Hohepriesterin Livia? Wir haben sechs Männer in einer Höhle auf dem Friedhof gefunden. Sie sind tot und scheinbar von Lichtmagie getötet worden. Alle tragen schwarze Kutten, und es ist viel eingetrocknetes Blut zu sehen. Die Gegenstände, welche hier gefunden wurden, lassen den Schluss zu, dass hier ein dunkles Ritual geplant worden war. Leider muss ich euch mitteilen, dass auch Marek unter den Toten ist. Vermutlich hat er die Seiten gewechselt." Livia sog scharf den Atem ein. "Es ist also alles wahr, was du sagst, Ordensschwester Elea." Sie nickte. Für einen Moment sagte niemand ein Wort, doch plötzlich hörte Elea ein leises Lachen. Einer der Priester erhob sich. "Ja, Elea sagt die Wahrheit", meinte er und lächelte weiter. Gerade fragte sich Elea noch, warum dies ein Grund zum Lachen sei, da wurde ihr ein Fehler bewusst: Sie hatte vor lauter Aufregung nicht daran gedacht, die Seelen aller Priester zu überprüfen, und nun entdeckte sie die tiefschwarze Seele des lachenden Priesters. Bevor sie reagieren konnte, spürte sie auch schon dunkle Macht, welche auf sie geschleudert wurde. Schnell errichtete Elea einen Schutzschild, doch die Dunkelheit ließ diesen erzittern. Elea wollte ein Lichtkreuz zeichnen, um die Magie des dunklen Priesters zu blockieren, doch da spürte sie schon Ketten aus tiefster Dunkelheit, welche sich um ihren Körper legten und jegliche Magie blockierten. Ihr Schutzschild löste sich augenblicklich auf. "Wie unvorsichtig du doch bist", meinte der dunkle Priester Namens Torion. Elea konnte die Schadenfreude in seiner Stimme hören und versuchte, einen Engel zu rufen, doch die Verbindung zu den Engeln war kaum spürbar. "Mach dir keine Hoffnungen, deine Magie ist blockiert und wird es auch bleiben", flüsterte er und lachte. Die beiden bewaffneten Wächter liefen plötzlich von hinten auf den Dunklen zu, doch dieser vollführte nur eine knappe Handbewegung. Sofort sanken die Wächter und auch die anderen Priester tot zusammen. Dann kam Torion auf Elea zu und grinste. Todesangst durchflutete sie, da sie nun befürchtete, ebenfalls gleich getötet zu werden. "Leider kann ich dich selbst nicht töten", sagte der ehemalige Priester mit Bedauern in der Stimme. "Aber der dunkle Gott persönlich wird es tun, sobald ich ihn herbeigerufen habe. Dabei möchte ich nicht gestört werden, verstehst du? Nimm es nicht persönlich, es ist für eine gute Sache!" "Eine gute Sache?" Elea wurde wütend. Sie versuchte immer wieder, ihre Magie zu rufen, doch es funktionierte nicht. "Dunkelheit ist keine gute Sache, du elender Ketzer!", rief sie. "Oh, wie schön. Ich würde ja gerne weiter deinen Schimpftiraden lauschen, aber ich muss weiter. Wir sehen uns!" Mit diesen Worten verließ er den Raum und ließ Elea gefangen zurück.

Fortsetzung folgt

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