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geschrieben von Freddy (Freddy).
Veröffentlicht: 11.05.2026. Rubrik: Lustiges


Protokoll der Schande, Teil 2 : Das Methan-Massaker im mausgrauen Vakuum...

Leute, ich bin ein kleiner Hund, aber nach diesem Tag fühle ich mich wie ein intergalaktischer Kriegs-Veteran. Es begann alles damit, dass wir die beiden Nachbarinnen einluden. Frau Schmidt (die so dünn ist, dass sie zweidimensional wirkt) und Frau Meyer (die personifizierte Planck-Dichte).

SatirepatzerSatirepatzerAls Frau Meyer den Twingo bestieg, veränderte sich das Raum-Zeit-Kontinuum. Das mausgraue Chassis bog sich unter einem Ächzen, das klang, als würde man eine Titan-Platte im Schraubstock zerquetschen. Die Reifen des Twingo wurden so flach, dass sie nur noch molekulare Dicke hatten.

„Oh, gemütlich hier!“, flötete Frau Meyer und presste ihre Knie so hart gegen das Armaturenbrett, dass das Navigationssystem sofort anfing, Gebete in lateinischer Sprache zu murmeln.

Herrchen startete den Elektromotor. Absolute Stille. Und genau das war der Fehler. In einem Verbrenner wäre das, was nun folgte, einfach als Fehlzündung durchgegangen. Aber hier? In diesem lautlosen, vakuumversiegelten grauen Grab?

D E R - E I N S C H L A G.

Frau Meyer hatte am Vorabend scheinbar nicht nur Zwiebelmettwurst gegessen, sondern eine ganze Fabrik für biologische Kampfstoffe inhaliert. Plötzlich passierte es. Ein Geräusch entwich ihr, das klang, als würde man ein nasses Bettlaken direkt neben einem Düsentriebwerk zerreißen.

FFRRRRRRRRRRRRRR-BAAAAAAA-ZING!

Die Druckwelle war so gewaltig, dass meine Ohren nicht nur nach hinten klappten, sondern in meinen Schädel hineingezogen wurden. Das mausgraue Vakuum des Twingo wurde zum Teilchenbeschleuniger. Die Luftmoleküle im Auto wurden durch das reine Methan so stark komprimiert, dass im Fußraum eine kleine, grünlich leuchtende Miniatur-Sonne entstand.

„Huch“, sagte Frau Meyer, während ihre eigene Druckwelle sie drei Zentimeter vom Sitz abhob und ihren Kopf gegen den Dachhimmel donnerte.

Der Geruch? Es war kein Geruch mehr. Es war eine olfaktorische Halluzination. Es roch nach dem Tod eines Sterns, kombiniert mit dem Aroma einer ungewaschenen Käsetheke im Hochsommer, garniert mit einer Note von verbranntem Gummi. Meine Netzhäute begannen zu schmelzen. Ich sah plötzlich die Vergangenheit meiner Vorfahren – ich sah den ersten Wolf, der das Feuer entdeckte, und ich hörte ihn winseln: „Lauf, kleiner Mischling! Lauf um dein Leben!“

Herrchen versuchte, die Fensterheber zu betätigen, aber die Elektronik war durch die hochkonzentrierte Gas-Ionisierung bereits verstorben. Der Twingo erkannte die Lage und aktivierte das Notfall-Protokoll: Die Hupe gab ein dauerschleifen-artiges Weinen von sich und die Warnblinkanlage morste panisch: 

„VERSCHROTTET MICH EINFACH DIREKT. ALLES IST BESSER ALS DAS HIER.“

„Ist das ein neues Feature?“, fragte Frau Schmidt, während sie grün anlief und ihre Augäpfel begannen, im Takt der Meyer-Gase zu vibrieren.

Wir schossen mit 50 km/h durch die Siedlung, aber im Inneren herrschten Bedingungen wie auf dem Jupiter. Die Luft war so toxisch, dass mein Halsband anfing zu korrodieren. Ich versuchte, meinen Kopf in den Lüftungsschlitz zu stecken, aber dort kam nur noch pure, konzentrierte „Essence de Mettwurst“ raus, weil der Filter kapituliert und sich selbst entzündet hatte.

Als wir nach 3 Kilometern (die sich anfühlten wie eine Ewigkeit in der Hölle) ankamen, geschah das Unfassbare: Durch den Innendruck schoss die Fahrertür beim Entriegeln wie ein Katapult auf. Herrchen wurde von der entweichenden Gasfontäne direkt in einen Rosenbusch geschleudert.

Ich flog hinterher, vollführte eine dreifache Schraube und landete zitternd auf dem Asphalt. Hinter mir stand der Twingo, aus dessen Innerem ein grüner Nebel quoll, der so schwer war, dass er den Rasen der Gastgeber innerhalb von Sekunden braun färbte.

Frau Meyer stieg aus, fächelte sich mit der Hand Luft zu und sagte: „So eine Elektrofahrt ist ja herrlich für die Nebenhöhlen, gell?“

Ich schaute an mir herab. Mein Fell war von strahlendem Weiß zu einem schmutzigen Sumpf-Gelb mutiert. Ich war kein Hund mehr. Ich war ein biologisches Mahnmal.

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