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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 14.05.2026. Rubrik: Fantastisches


Das Hexenamulett, Teil 2

Kapitel 3: Ärger mit der Mutter

"Wie alt bist du eigentlich?", fragte Clara den Geist. "Ich bin schon 666 Jahre alt. Seit zehn Jahren bin ich hier, um dich und das Haus zu bewachen", antwortete Agorius. "Wieso bewachen?", fragte Clara. Der Geist sprach für einen Moment kein Wort. Scheinbar überlegte er, wie er ihr kindgerecht die Wahrheit sagen konnte. "Weißt du, es gibt Wesen, welche Hexen und Schamanen gar nicht mögen. Außerdem mögen sich, wie ich schon sagte, auch Hexen und Schamanen nicht. Da du eben ein Mischling bist, wird es für dich besonders schwierig werden, akzeptiert zu werden." Sie seufzte. So hatte sie sich die Zauberei nicht vorgestellt. Plötzlich ging die Tür auf, und Claras Herz setzte vor Schreck einen Schlag aus. Ihre Mutter stand mitten in der Tür und warf einen Blick auf ihre Tochter. "Was machst du mitten in der Nacht ..." Weiter kam sie nicht, denn als ihr Blick über Claras Hals glitt, blieb sie stocksteif stehen. "Wo ist das Amulett!", rief ihre Mutter. "Ich habe es abgenommen", antwortete Clara schlicht. So als würde sie ihrer Mutter erzählen, dass heute Vollmond war. "Ich habe dir gesagt, dass du das Amulett niemals abnehmen darfst!" Clara packte die Wut. "Ach so? Und du glaubst, das über mich entscheiden zu können?" Ihre Aussprache war schon immer gewählter, als die der anderen Gleichaltrigen, und dies setzte sie nun gegen ihre Mutter ein. "Clara, Kind. Beruhige dich. Du verstehst nicht ..." "Ich verstehe sehr wohl!", unterbrach sie ihre Mutter. Michaelas Augen weiteten sich. "Du weißt, dass du eine Hexe bist?" Agorius schien wohl Claras nächste Antwort zu wissen und schüttelte seinen geisterhaften Kopf. "Das mit der Vision solltest du besser erstmal für dich behalten, sonst dreht sie durch", sagte er. "Erzähl ihr nur von den Hexenkräften." Clara fiel es schwer, doch sie beruhigte sich langsam. "Ich dachte mir, wieso sollte ich das Amulett nicht einmal abnehmen können. Als ich das tat, veränderte sich die Seite des Hexenbuches, und ich erfuhr, was das Hexenamulett macht." Clara sah ihre Mutter traurig an. "Dass du meinen Wunsch mit allen Mitteln zu verhindern versuchst, hätte ich mir nie gedacht!" "Es ist nur zu deinem Besten! Du weißt nicht, was deine Kräfte für Konsequenzen nach sich ziehen können, Clara! Du bist verdammt nochmal ein Kind. Bevor du die Tragweite deines Handelns begreifst, solltest du meinen Entscheidungen vertrauen!" "Wenn ich meine Kräfte nie ausprobieren darf, werde ich die Tragweite auch nie begreifen!", erwiderte Clara. Ihre Mutter setzte nun einen ganz bestimmten Blick auf, welchen sie nur bekam, wenn Clara oder ihre Schwester Lisa etwas angestellt hatten. "Ich diskutiere darüber nicht länger!", rief sie und holte das Amulett. Nachdem sie es Clara um den Hals gehängt hatte, spürte sie, wie ein Teil ihrer Kräfte und somit auch die Eule verschwand. Clara wollte das Amulett wieder abnehmen, doch ihre Mutter ließ sie mit Magie erstarren und murmelte dann einen Zauberspruch. Als Clara wieder frei war, war das Amulett wie festgewachsen. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. "Ich hasse dich!", rief sie, und für einen Moment las sie im Blick ihrer Mutter unglaublichen Kummer, bevor dieser wieder durch unnachgiebige Härte abgelöst wurde. "Du redest nicht in diesem Ton mit deiner Mutter! Ich will nur das Beste für dich!" Clara antwortete nicht, sondern rannte in ihr Zimmer und knallte die Tür zu.

Kapitel 4: Claras Plan und eine weitere Vision

Als sie sich auf ihr Bett warf, stellte Clara glücklich fest, dass ihr wenigstens ihr Geist geblieben war. "Wenn schamanische Kräfte einmal freigesetzt wurden, kann kein Hexenamulett der Welt sie blockieren, auch wenn du nur einen Teil deines Potentials derzeit besitzt", beruhigte er sie. "Kann ich den Zauber meiner Mutter rückgängig machen?", fragte Clara den Geist hoffnungsvoll. "Erst, wenn du das volle Potential deiner schamanischen Kräfte hast", erklärte Agorius, was Clara traurig werden ließ. "Aber ich kann es ja einmal versuchen", bot der Geist an. "Aber nicht mehr heute", fügte er hinzu. Clara nickte. Das Risiko, von ihrer Mutter dabei entdeckt zu werden, war zu groß. Dennoch planten sie dies für die nächste Nacht.

Die ganze Nacht hatte Clara nicht mehr geschlafen, sondern sich in ihrem Bett gewälzt. Dementsprechend müde war sie dann auch, als der Wecker klingelte. Zusammen mit ihrem neuen Freund schlich sie sich aus dem Zimmer und ging ins Bad, ohne ihre Mutter nur eines Blickes zu würdigen. Sie nickte nur kurz, als diese sie begrüßte, doch sie war noch zu wütend, um mehr mit ihr sprechen zu wollen. Nach der Körperpflege setzte sich Clara an den Frühstückstisch neben ihre kleine, siebenjährige Schwester Lisa. Lisa war ganz anders wie ihre Schwester. Viel wilder und lebhafter. Sie hatte nie an Zauberer oder Hexen geglaubt und sich mehr für das Spielen draußen interessiert, als für das Lesen von Geschichten. "Was ist mit dir los?", fragte Lisa. "Du siehst aus, als wärst du die ganze Nacht wach geblieben." Clara nickte nur, antwortete jedoch nicht. Plötzlich schoss ein Gedanke durch ihren Kopf. Eine Teekanne stand ganz am Rand des Tisches, und sie sah vor ihrem geistigen Auge, wie diese auf den Boden fallen würde. Schnell griff sie danach und zog sie in die Mitte des Tisches. "Was hast du denn? Die Kanne stand doch gut so!" Claras Schwester blickte sehr verwirrt drein, und Clara selbst wusste auch nicht, was sie von diesem Gedanken halten sollte. "Das war auch eine Vision", erklärte der Geist. "Du hast das Eintreffen verhindert."

Fortsetzung folgt

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