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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 26.06.2026. Rubrik: Fantastisches


Der Drache in ihrem Geist, Teil 1

Kapitel 1: Ein Traum

Es begann mit einem seltsamen Gefühl, welches Rebecca zuerst nicht beschreiben konnte. Vorhin war sie noch müde eingeschlafen, doch jetzt schien sie scheinbar zu träumen. Dieser Traum unterschied sich jedoch vollkommen von anderen Träumen. Diesmal wusste sie ganz genau, dass sie träumte, dennoch konnte sie den Traum nicht verlassen. Plötzlich sah sie sich selbst als Drache, welcher seine Flügel ausbreitete und abhob. Sie war Beobachter und Inhalt des Traums zugleich, und dieses Gefühl machte ihr ein wenig Angst. Ohne etwas tun zu können, sah sie nur zu, wie die Drachin immer weiter flog, scheinbar ein bestimmtes Ziel vor Augen. Da sah sie es, ein ebenfalls geflügeltes Wesen, welches sich der Drachenfrau näherte. Im Gegensatz zu den Drachen war die Haut dieser Kreatur gefiedert statt geschuppt. Es hatte scharfe Krallen und einen ebenso scharfen Schnabel, welchen es nun bedrohlich öffnete. Rebecca hatte das unbestimmte Gefühl, dass irgendwo an diesem Wesen noch eine weitere, geistige Präsenz lauerte. Als der Vogel die Drachin entdeckt hatte, kam er mit schnellen Flügelschlägen auf sie zugeflogen. Er schlug mit den Krallen nach ihr, doch sie hatte einen Schutzzauber aus fremder Magie geschaffen. Dann spürte sie einen unsichtbaren, mentalen Schlag. Die unbekannte, geistige Präsenz nutzte ihren Willen, um ihr die Drachenflügel zu brechen. Der Schutzzauber fing jedoch die Energie sofort ab. Die Drachendame öffnete ihr Maul, und Rebecca konnte sie für einen Moment genauer betrachten. Irgendetwas war anders als bei all den Drachen, von welchen sie in Geschichten gehört hatte. Diese Drachen waren stark, und aus ihrem Mund kam Feuer. Diese Drachin jedoch wirkte nicht besonders furchteinflößend, und von Feuer war nichts zu sehen. Plötzlich sah Rebecca, dass sie jedoch ebenfalls unsichtbare Schläge austeilte, welche diesen sonderbaren Vogel durch die Luft wirbelten und versuchten, ihm ebenfalls die Flügel zu brechen. Dann änderte sich die Perspektive wieder, und Rebecca war im Körper der Drachin. Sie konzentrierte sich auf etwas tief in ihrem Geist und formte ihre Gedanken zu unsichtbaren Dolchen, welche sie dem Dämonengreif entgegenschleuderte. Für einen Moment fragte sich Rebecca, woher die Drachin genau wusste, welches Wesen sie da vor sich hatte, doch sie konnte sich nicht auf die Beobachtung konzentrieren, da die Drachin wieder in den Vordergrund geriet. Immer mehr Dolche schleuderte sie aus allen Seiten auf den Greif. Dieser bäumte sich auf, doch seine Flügel brachen, sodass Rebecca vermutete, dass er gleich abstürzen würde. Dies geschah jedoch nicht, denn plötzlich war der Vogel verschwunden. Ein unnatürliches Knurren ging von der Drachenfrau aus, denn sie wusste aus irgendeinem Grund, dass dies kein gutes Zeichen war. Auf einmal wusste sie mit einer Gewissheit, dass der Geist, welcher sich des Dämonengreifen bemächtigt hatte, mit seiner Willenskraft die Form des Vogels geändert hatte. Nebel begann sich immer weiter auszubreiten, und die Drachendame griff nach dem Geist. Nicht mit einer Klaue, sondern mit ihrer eigenen Willenskraft. Das Geisterwesen schrie auf und versuchte, seine eigene Willenskraft gegen sie einzusetzen, doch da es schon gefangen war, gelang dies nicht. Kurz darauf leuchtete die Drachin schwarz auf, bevor der Dämonengreif wieder auftauchte. Der Geist, welcher ihn besessen hatte, war fort, und nun stürzte der Vogel ab. Im Absturz versuchte er noch, die Drachin mit dem Schnabel zu erwischen, doch diese war zu schnell weg. Das Letzte, was Rebecca beobachtete war, wie der Vogel auf den harten Boden krachte und die Drachin mit schnellen Flügelschlägen davonflog.

Kapitel 2: Die Welt der Drachen

Schweiß lief Rebecca über die Stirn, als sie die Augen aufschlug. Noch nie hatte sie solch einen Klartraum gehabt, obwohl sie schon gelesen hatte, dass es solche Träume gab. Sie hatte zwar schon immer wieder Träume von Drachen oder anderen Wesen gehabt, doch dies war nicht verwunderlich, da Rebecca einen Gefährten hatte. Niemand wusste von ihm, nur sie selbst. Seit sie drei Jahre alt war, konnte sie mit einem Drachen kommunizieren, welcher in einer anderen Welt lebte. Der Drache war stets in ihren Gedanken, so wie auch in diesem Moment, und Rebecca spürte eine beruhigende Präsenz. "Es ist alles in Ordnung", meinte Yakaru. "Dieser Traum war ..." Sie suchte nach einem passenden Wort. "Ungewöhnlich klar", beendete Rebecca den Satz. Der Drache in ihrem Geist nickte. Zumindest vermutete sie, dass er dies tat. Seit 13 Jahren sprach sie nun jeden Tag mit einem Drachen, was zu einer sehr tiefen Verbundenheit geführt hatte. Trotzdem hatte sie noch nie gesehen, wie der Drache tatsächlich aussah. "Alles zu seiner Zeit", sagte Yakaru dann jedes Mal. Je größer sie wurde, desto mehr hatte er ihr jedoch von seiner Welt erzählt. Diese nannte sich Skyrona, benannt nach der ersten Drachenkönigin. Dort gab es einige Menschen, welche würdig waren, von Drachen als Reiter erwählt zu werden. Sie waren stark, beherrschten einige Waffen und zeigten stets die Bereitschaft, Opfer zum Wohle von Skyrona und seinem Volk zu bringen. Der größte Teil der Welt jedoch wurde von Drachen bewohnt. Da sich die Drachen nicht die Mühe machten, mehrere Namen für Städte auszudenken, nannten sie diesen Ort nur "die Drachenfeste". Niemand, nicht einmal ein Drachenreiter, durfte die Drachenfeste unerlaubt betreten, wenn er keinen Drachen bei sich hatte. Außerdem hatte ihr Yakaru berichtet, dass sie die Einzige war, welche mit ihm mental kommunizieren konnte. Die anderen Drachenreiter wurden zwar von Drachen ausgewählt, kommunizierten jedoch nicht miteinander. Eine Tätowierung aus Drachenfeuer half dem Reiter zwar, seinen Drachen zu rufen und ihm Befehle zu erteilen, doch mehr Kommunikation konnte nicht stattfinden. An diese Erzählungen ihres Drachen erinnerte sich Rebecca nun, um den Traum zu vergessen. "Soll ich dir wieder in den Schlaf helfen?", fragte Yakaru. Rebecca überlegte kurz. Schon öfters hatte der Drache ihr mit seiner Magie geholfen, wieder in den Schlaf zu finden, und obwohl Rebecca solch eine Macht von einem Drachen nicht erwartet hätte, nahm sie diese meist gerne an. Diesmal schüttelte sie jedoch den Kopf. "Ich werde ein wenig spazieren gehen", sagte sie. "Mitten in der Nacht?" Sie nickte Yakaru zu. "Nunja, wir Drachen sind zwar auch oft des Nachts wach, da wir nicht den selben Schlafrhythmus haben wie ihr Menschen, aber wir können uns schützen. Du solltest gut auf dich aufpassen, denn Nachts lauern Gefahren." Rebecca seufzte, denn ihr Drache behandelte sie wieder einmal, als wäre sie ein kleines, naives Mädchen. "Ich möchte dich nur nicht verlieren, meine Auserwählte", meinte Yakaru etwas sanfter. Rebecca musste unwillkürlich lächeln. Sie mochte es, wie der Drache sie beschützen wollte, dennoch zog sie sich an und trat ins Freie.

Fortsetzung folgt

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