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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 30.07.2026. Rubrik: Fantastisches


Das Duell der Drachenreiter, Teil 5

Kapitel 9: Vorbereitung auf den ersten Kampf

Als Rebecca erwachte, war die Sonne bereits aufgegangen. In Gedanken ging sie die letzten drei Tage durch. Tatsächlich hatte sie am 1. Tag ein Kampftraining erhalten, welches mehrere Stunden gedauert hatte. Kiakara, ihre Drachentochter, hatte sich währenddessen unsichtbar auf einer Bank niedergelassen. Rebecca hatte unauffällig immer wieder ihren Geist nach dem Drachenkind ausgestreckt. Nach etwa zwei Stunden hatte sie gespürt, wie ihre Tochter sich in ihren Geist zurückzog. Gut. Kiakara konnte ihre Grenzen einschätzen. Das war ein großer Fortschritt.

Mit jeder Stunde Kampftraining wurde Rebecca sicherer im Umgang mit dem Dolch. Dennoch blieb sie unauffällig genug, um keinen Verdacht zu erregen. Nun sah sie aus dem Fenster. Zur neunten Glocke musste sie sich in der Kampfarena einfinden, um einen Kampf auf Leben und Tod zu kämpfen. Gerade läutete die achte Glocke. Noch eine Stunde Zeit blieb ihr, und sie atmete tief durch. „Ich will mit!“, rief Kiakara begeistert, als hielt sie diesen Kampf für etwas Lustiges. „Nein!“, rief Rebecca bestimmt. Nun spürte das Drachenmädchen ihre Angst und senkte leicht das Köpfchen. „Ist Mama in Gefahr?“ Diese Frage tat weh. Nicht, weil sie treffend war. Sondern, weil so ein kleines Drachenkind die Lage korrekt erfasst hatte, ohne alles zu verstehen. Rebecca nickte kaum merklich. „Ich muss Mama helfen!“ Oh nein. Ganz falsche Reaktion. Kiakara stand auf und tat so, als wäre sie eine Drachenkriegerin. „Du bist zu klein.“ „Nein! Ich bin groß!“ Rebecca schüttelte den Kopf. „Dann will ich wenigstens zuschauen.“ „Nein, du bleibst hier.“ Kiakara wirkte enttäuscht, aber Rebecca konnte in dieser Situation keine Zuseherin gebrauchen. Wenn sie versagte, würde Kiakara es sehen und vielleicht ein Trauma davontragen. Aber auch so würde sie viel mehr sehen, als für so ein kleines Wesen zuträglich war. Also richtete Rebecca einen sehr strengen Blick auf die Drachin. „Du bleibst hier im Zimmer, bis ich wieder komme.“ „Und wenn du nicht wieder kommst?“ Da war er wieder, dieser schmerzhafte Stich. Denn alles, was die Drachin sagte, war wahr. Was, wenn sie tatsächlich nicht mehr kam? „Dann kontaktierst du Yakaru, deinen Vater. Du bist eine Wächterin.“ Kiakara nickte stolz, und Rebecca atmete auf. So konnte sie ihrer Tochter eine Aufgabe geben.

Kapitel 10: Der erste Kampf

Nachdem sich Rebecca an ihre Tochter gekuschelt und verabschiedet hatte, ging sie in die Kampfarena und bemühte sich darum, kriegerisch zu wirken. Bei dem Gedanken, wer ihre Gegner waren, klopfte ihr Herz. Adina und Albin waren sehr geschickte Kämpfer. Das hatte Rebecca schon mehrere Male während des Kampftrainings gesehen. „Bleib ruhig“, dachte sie. „Du hast andere Kräfte zur Verfügung.“ Es kam ihr ein wenig unfair vor, diese zu verwenden, aber es war nötig. Dennoch musste sie sich zusammenreißen. Kein Verdacht. Kein Erkennen von Magie.

In der Arena warteten schon alle Anwärter auf der Tribüne. Adina und Albin standen in der Mitte des Raumes, als könnte sie nichts und niemand kleinmachen. Rebecca griff nach zwei Dolchen und stellte sich zu ihnen. „Wir sehen jetzt den Kampf zwischen Rebecca, Adina und Albin!“, rief Thagor in den Raum. „Möge der Bessere gewinnen!“ Er hob eine Hand als Zeichen, und sofort griffen die beiden Anwärter an. Rebecca zog ihre beiden Dolche. „Nicht zu auffällig“, dachte sie. „Erstmal nur verletzen.“

Sie passte einen günstigen Moment ab und lenkte die Dolche mit Magie. „Aua!“, schrie Albin, als ihn ein Dolch am Arm traf. Als Adina nahe genug war, damit es glaubwürdig genug wirkte, lenkte Rebecca die zweite Waffe in Adinas Fuß. Sie kippte um und hielt sich schmerzverzerrt die Wunde, aus welcher Blut tropfte. „Verdammter Bastard!“, schrie sie. Ihre Wut war trotz Verletzungen noch immer groß. „Ich werde dich jetzt vernichten!“ Obwohl sie kaum stehen konnte, robbte sie in rasender Geschwindigkeit auf Rebecca zu. „Ich muss es jetzt beenden“, dachte sie, als Adina nur noch eine Handbreit von ihr entfernt war. Allerdings bekam sie Skrupel. „Nicht jetzt.“ Sie versteckte dieses Gefühl tief in ihrem Geist und stach zu, diesmal ganz ohne Magie. Zielsicher traf sie die Brust ihres Opfers, und die Anwärterin sackte in sich zusammen.

Sofort wurde Rebeccas Geist aufmerksam, denn sie musste Albin ebenfalls besiegen. Ein Luftzug war das Einzige an Warnung, was ihr zu Teil wurde, als Albin auf sie zustürzte. Mit einer fließenden Bewegung drehte sich Rebecca um und erwischte den Jungen am Hals, woraufhin er röchelnd zu Boden ging. „Die Gewinnerin dieses Kampfes ist Rebecca!“, rief Thagor, und Rebecca konnte ein wenig Unglaube in seiner Stimme hören. Zwei erleichterte Präsenzen gleichzeitig erschienen in Rebeccas Geist. Eine davon war Yakaru, aber die Andere … Eine Befürchtung kam ihr, und sie streckte ihren Geist aus. Kiakara saß ganz unschuldig zwischen den anderen Anwärtern, unsichtbar. „Ich habe gesagt, du sollst nicht …“ „Nicht schimpfen! Ich musste sehen, dass es dir gut geht.“ Rebecca seufzte und erkannte, dass ihr Drachenkind klüger war, als sie geglaubt hatte.

Fortsetzung folgt

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