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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 19.07.2026. Rubrik: Fantastisches


Das Duell der Drachenreiter, Teil 2

Kapitel 3: Das kleine Drachenmädchen

Den restlichen Unterricht bekam Rebecca nur noch bruchstückhaft mit, da ihre Gedanken sich um die Dinge drehten, welche sie gerade eben erfahren hatte. Zum Glück wurden diese Mentalmagier vor einigen Jahrhunderten von anderen Magiern in einen Hinterhalt gelockt und unter einen Bann gestellt, welcher ihre Zauberkräfte blockierte. Als der Unterricht endlich vorbei war, ging Rebecca in den Speisesaal, aß jedoch nur einige Bissen. Danach wusch sie sich und legte sich ins Bett. Zuerst jedoch konnte sie nicht schlafen, denn eine Nervosität hatte von ihr Besitz genommen. Was würde in den nächsten Tagen passieren? Ihr Herz begann zu rasen, als sie sich Gordans Worte wieder in Erinnerung rief. Sie würde gegen zwei feindliche Anwärter kämpfen müssen, und das, ohne einen Funken an Kampferfahrung zu besitzen.

Plötzlich öffnete sich die Tür, und Adina betrat das Zimmer. Sie warf nur einen flüchtigen Blick auf ihre Kameradin, um sich dann mit etwas Anderem zu beschäftigen. Dies war Rebecca in diesem Augenblick nur Recht, denn sie wollte mit ihren Gedanken alleine sein. Bald konnte sie erkennen, dass Adina sich bereits ins Bett gelegt hatte, und sie schloss selbst ebenfalls die Augen. Sofort kamen jedoch die Bilder von dem Zusammentreffen mit den anderen Skyroniern wieder hoch. Es war beängstigend gewesen, wie selbstverständlich und sicher Adina ihr Schwert gezogen hatte, bereit, die anderen Anwärter vor einem vermeintlichen Eindringling zu schützen. "Zum Glück konnte ich noch rechtzeitig aufklären, dass ich kein Eindringling war", dachte Rebecca. Das regelmäßige Atmen von Adina zeigte ihr, dass sie bereits eingeschlafen war, und nun versuchte es Rebecca ein zweites Mal. Sie blendete die Bilder aus und stellte sich vor, als Drache durch die Welt zu fliegen.

Tatsächlich schien Rebecca eingeschlafen zu sein, denn plötzlich weckte sie etwas. Sofort war das Mädchen hellwach und überlegte, was sie geweckt haben könnte. Da spürte sie Yakarus Präsenz, drängend und fordernd. Gerade wollte sie ihren Drachen fragen, was los war, als sie spürte, wie er die Kontrolle über ihren Körper übernahm. Ohne es zu wollen, erhob sich Rebecca von ihrem Bett. "Bist du verrückt?", fuhr sie Yakaru im Geiste an. "Was wenn Adina etwas ..." "Keine Sorge. Sie schläft tief und fest. Ich habe einen starken Schlafzauber um sie gelegt, sodass sie durch kein Geräusch aufwacht." Rebeccas Füße bewegten sich wie von Geisterhand auf das Fenster zu, und ihre Hände öffneten es. "Was hast du ..." Weiter kam sie nicht, denn sie kletterte auf den Fenstersims. Instinktiv wollte sie ihre Hände zum Festhalten benutzen, doch es war nicht möglich. "Entspanne dich", meinte Yakaru sanft. "Dann geht es besser." Im nächsten Moment sprang sie aus dem Fenster, und Todesangst legte sich wie eine Schlinge um sie, welche ihr den Atem zu nehmen drohte. Dann jedoch bemerkte Rebecca, dass ihr Fall ganz sanft war, als würde sie fliegen. Sie schwebte auf einen dichten Wald zu und landete plötzlich zwischen zwei Büschen. Ihre Hände berührten den erdigen Boden und gruben nach etwas. Kurze Zeit später kam ein seltsamer Stein zum Vorschein. Als Rebecca ihn berührte, bemerkte sie etwas. Es fühlte sich an, als würde der Stein antworten. Nicht mit Sprache oder Gefühlen, sondern auf magische Art und Weise. Es fühlte sich an, als erkannte der Stein sie, und dann spürte sie, dass etwas aus ihr hinausfloss. Rebecca konnte es nicht beschreiben, doch mit einem Mal verspürte sie eine starke Erschöpfung. Ein Knacken ließ sie zusammenzucken. Der Stein brach in der Mitte durch, und darin bewegte sich etwas. Zuerst war ein kleiner Kopf mit goldenen Augen zu sehen, welche die Anwärterin neugierig musterten. Dann wurde immer mehr vom Körper sichtbar, und Rebecca erkannte weiche Schuppen. Im Gegensatz zu den roten Schuppen der Feuerdrachen waren diese farblos. Langsam kam ein kleiner Drache aus einem Ei geschlüpft, das begriff Rebecca plötzlich. Es machte ein seltsames Geräusch und sprang auf ihre Schulter. Rebecca spürte einen leichten Schlag gegen ihren Kopf. Sie sah sich um, konnte jedoch nichts erkennen. Nur der Kopfschmerz deutete noch auf den Schlag hin. "Das ist ihre Magie. Sie muss erst lernen, sie zu benutzen", meinte Yakaru. Nun erkannte Rebecca, dass es ein Drachenmädchen war. "Ich nenne dich Kiakara", flüsterte die Anwärterin, und das Drachenmädchen nickte zustimmend mit ihrem Köpfchen. Rebecca selbst wusste nicht, wieso sie diesen Namen ausgewählt hatte, aber irgendetwas in ihrem Inneren wollte diesen Namen. "Komm. Ich bringe euch wieder zurück ins Zimmer", schlug Yakaru vor. "Die körperliche Kontrolle über einen Menschen zu übernehmen macht müde." "Du könntest doch einfach herkommen, dann könnte ich endlich auf deinem Rücken fliegen", erwiderte Rebecca, doch der Drache antwortete nicht darauf. Während des kurzen Weges betrachtete Kiakara alles ganz aufmerksam und interessiert.

"Passe gut auf dein Kind auf", meinte Yakaru, als er sie im Zimmer abgesetzt hatte." "Halt! Nimmst du sie nicht mit zu dir?", fragte Rebecca. Der Drache schüttelte den Kopf. "Du bist ihre Mutter, Rebecca. Fürs Erste muss sie bei dir bleiben." "Aber ich habe doch gar keine Erfahrung im Umgang mit ihr! Ich kann auch nicht auf sie aufpassen, wenn ich Unterricht habe oder kämpfen muss. Womit soll ich sie denn füttern?" "Keine Sorge. Drachen fressen alles, auch als Babys. Gib ihr einfach etwas von deinem Frühstück ab. Kiakara wird schnell lernen, auf sich selbst Acht zu geben. Für den Anfang solltest du sie jedoch schützen." "Wie kann ich das tun?", fragte Rebecca. "Übernimm ebenfalls die Kontrolle ihres Körpers, wie ich es getan habe, und verschmelze mit ihrem Körper und Geist so, dass ihr Körper in deinem Geist verschwindet." "Was?", rief Rebecca entgeistert. "Ich bin doch kein Drache, wie soll ich ..." "Versuch es einfach", antwortete Yakaru, und Rebecca bemerkte, dass seine Präsenz kaum noch vorhanden war. Scheinbar hatte er seine gesamten Kraftreserven verbraucht. Er verabschiedete sich noch kurz von ihr, dann spürte sie, dass er nun eingeschlafen war.

"Was machen wir jetzt nur mit dir", murmelte Rebecca in Gedanken zu ihrer Drachentochter. Kiakara jedoch sah sie nur fröhlich an. Während Rebecca sie so in ihren Armen hielt, überlegte sie, was sie tun sollte. Selbst wenn Rebecca es schaffen konnte, die Kontrolle über Kiakara zu bekommen, widerstrebte es ihr, sie in ihren Geist zu sperren. Ein Stupser mit Kiakaras Nase riss Rebecca aus ihren Gedanken, und ihre Drachentochter sah sie mit einem Blick an, welcher sagte: "Tu es! Beschütze mich!" Nun hatte Rebecca keinen Zweifel mehr. Ohne noch weiter nachzudenken, griff sie mit ihrem Geist nach dem Körper und Geist der Drachin. Schnell hatte sie die Kontrolle übernommen und sah, wie der Körper immer weiter in ihrem Geist verschwand. Als sie die Augen wieder öffnete, war Kiakara verschwunden, doch in ihren Gedanken konnte sie das Drachenmädchen ganz deutlich spüren. Glücklich und zufrieden schlief sie nun ein, begleitet von Kiakaras ruhiger Präsenz.

Kapitel 4: Das erste Kampftraining

Als Rebecca erwachte, spürte sie bereits ein Pochen in ihrem Geist. Schnell kamen die Erinnerungen an die letzte Nacht wieder, und die Anwärterin konzentrierte sich auf das Pochen. Kiakara wollte nach draußen, das erkannte sie schnell, und es tat ihr weh, ihre Tochter so einsperren zu müssen. Für einen Moment hielt Rebecca inne. Warum hatte sie noch gar nicht hinterfragt, wie es sein konnte, dass sie als Mensch eine Drachentochter hatte? Sie verstand es selbst nicht, und Verwirrung machte sich in ihr breit. "Tut mir Leid, meine Kleine, aber ich kann dich hier nicht hinauslassen." Rebecca bemerkte die Enttäuschung des Drachenkindes. "Vielleicht später", fügte sie hinzu und machte sich fertig für das Frühstück. Als sie sich ein wenig Gemüse holte, drängte sich Kiakaras Präsenz wieder in Richtung Oberfläche. Rebecca begriff, dass die Drachin ebenfalls Hunger hatte, und in einem unbeobachteten Moment ließ sie sie aus ihrem Geist und gab ihr ein Stück Gurke. Begeistert biss das Drachenkind hinein und verschlang die Gurke in wenigen Bissen. Es folgten noch vier Stücke Gemüse, bevor Kiakara müde wurde und von selbst in Rebeccas Geist verschwand. Nun machte sich auch die Anwärterin ans Essen. "Unsere erste Stunde heute ist Kampftraining", erklärte Adina, und Rebecca spürte, wie ihr ein wenig mulmig wurde.

Bald war es auch schon so weit. An der Spitze des Turms, wo sich auch das Flugfeld befand, gab es eine Tür, welche in eine Kampfarena führte. Dort lagen einige Kisten mit Übungswaffen, und ein Riese von einem Mann stand mitten in der Halle. "Guten Tag, Anwärter!", rief er und musterte jeden von ihnen, als würde er Schwächen suchen. Er trug am ganzen Körper eine Rüstung aus Metall, welche von Drachenmustern bestickt war und darunter eine Robe. Trotz des Metalls bewegte er sich so, als hätte er alle Bewegungsfreiheit der Welt. "Mein Name ist Thagor, ich bin der bisher beste Krieger unter den Drachenreitern! Von mir werdet ihr den Umgang mit einigen Waffen erlernen, wobei ich davon ausgehe, dass die Meisten von euch diesen bereits beherrschen." Alle Anwärter nickten, nur Rebecca nicht. Als sie bemerkte, dass sie wirklich die Einzige war, welche nicht kämpfen konnte, bekam sie Angst. "Ruhig bleiben", dachte sie und konzentrierte sich auf die Präsenz des Drachenkindes. Kiakara schlief jetzt, dies erkannte sie an dem regelmäßigen Atem, welchen sie hören konnte. "Sucht euch Waffen aus", befahl Thagor, und die Anwärter liefen begeistert zu den Kisten.

Rebecca blieb zurück, denn sie wusste nicht, welche Waffe die Richtige für sie war. "Du auch!", rief der Lehrer und scheuchte sie davon. Um keine weitere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ging sie auf die Kisten zu und entschied sich für zwei Dolche. Nun musste jeder Anwärter gegen Thagor kämpfen. Alle wurden gelobt und bekamen noch ein paar Tipps an die Hand. Nur Rebecca musste viel Kritik und Spott der anderen Anwärter verkraften. "Ein Dolch ist doch kein Essbesteck! Halte ihn richtig! So!" Obwohl Thagor ihr einige Male die richtige Handhabung zeigte, fiel es der Anwärterin äußerst schwer. Doch damit war leider nicht genug. Als sie die Handhaltung endlich begriffen hatte, ging der Kampf los, und auch hier hatte der Krieger eine Menge zu beanstanden. "Deine Bewegungen sind zu ungelenk! Die Kraft muss aus der Hüfte kommen, nicht aus dem Handgelenk! Steh gefälligst gerade und versuch wenigstens so auszusehen, als wärest du kämpferisch! Du siehst eher aus wie eine Witzfigur! Wie soll dich hier jemand ernstnehmen und überhaupt, wie willst du denn das Duell der Drachenreiter überleben? Wenn du nur gekommen bist, um Abenteuer zu erleben, dann rate ich dir, reise ab! Wir sind kein Kindergarten, dies ist eine Kampfarena!" Rebecca senkte den Blick und hörte geduldig zu, bis Thagor mit seinen Schimpftiraden fertig war. "Beim nächsten Kampf möchte ich von dir mehr Leistung sehen!", rief er noch, bevor der Unterricht endete.

Fortsetzung folgt

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