Veröffentlicht: 30.07.2026. Rubrik: Fantastisches
Das Duell der Drachenreiter, Teil 6
Kapitel 11: Ein Freundschaftsangebot
Die verbleibenden Kämpfe hatte Rebecca nur teilweise mitverfolgt, denn sie war damit beschäftigt, ihrer Drachentochter zu vermitteln, dass Dinge wie Kampf, Tod und Blut nichts für kleine Kinder waren. Die kleine Drachin hatte sich heftig gewehrt, aber Rebecca hatte sie dennoch in ihren Geist sperren können und diesen zu einem Wald geformt, damit Kiakara fliegen konnte. Schließlich blieben drei Anwärter übrig. Marla, Tulia und Aron. Marla war das selbstbewussteste Mädchen, welches Rebecca je gesehen hatte. Nicht eingebildet, aber dennoch selbstbewusst und kampfbereit. Sie würde sicher eine gute Drachenreiterin abgeben. Vielleicht sogar besser, als Rebecca selbst. Dieser eigene Gedanke traf härter, als sie gedacht hätte. „Nicht daran denken“, ermahnte sie sich.
Tulia war dagegen eine Angeberin. Eingebildet und hochmütig ließ sie sich feiern. Beide Mädchen zeigten keinerlei Skrupel, und Rebecca war sich nicht sicher, was besser war. „Es ist immer besser, ein Gewissen zu haben, als gewissenlos zu sein“, meldete sich Yakarus Stimme in ihrem Geist, und sie lächelte. Der letzte Anwärter, Aron, hatte seinen Kopf gesenkt, und Rebecca las in ihm ein schlechtes Gewissen. Bewunderung für den schüchternen Jungen stieg in ihr auf. So schüchtern er auch war, so geschickt war er auch im Umgang mit Waffen. Ihre Blicke trafen sich, und ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht.
„Ich … wollte dich etwas fragen“, sagte Aron nach kurzem Schweigen. Rebecca sah ihn erwartungsvoll an. „Ich mochte dich von Anfang an“, flüsterte er. „Aber ich traute mich nicht, dich anzusprechen. Ich wollte keine Freundschaften aufbauen, die dann zerbrechen.“ Er sah zu Boden, und Rebecca verstand ihn gut. „Und jetzt willst du?“, fragte sie. Aron nickte zustimmend. „Jetzt haben wir eine reale Chance, Drachenreiter zu werden, wenn wir unsere Gegner besiegen.“ Für einen Moment sprach niemand, und Rebecca spürte Zuneigung in sich aufsteigen. Ein einziges Wort veränderte alles. Wir. Nicht ich. Er wollte mit Rebecca zusammen gegen die beiden Gegner kämpfen. Sie lächelte und nickte, was den Jungen ebenfalls lächeln ließ. „Ich freue mich“, sagte Aron. „Du solltest nicht alles glauben, was ein Anwärter sagt“, meinte Yakaru. Natürlich hatte er Recht. Rebecca atmete tief durch und überlegte, was sie nun tun konnte. „Spüre seinen Geist. Strecke deine Magie danach aus, aber ganz vorsichtig. Er darf deine Präsenz nicht wahrnehmen. Mach es so, als würdest du nur durch einen Türspalt schauen wollen.“ Rebecca seufzte. Es missfiel ihr zutiefst, in einen fremden Geist einzudringen, dennoch war Vorsicht besser als Nachsicht. Also streckte sie ihre Magie aus und spähte durch einen Spalt in seinen Geist. Freude schlug ihr entgegen, gepaart mit Ehrlichkeit. Zufrieden nickte Rebecca und machte sich auf den Weg in ihr Zimmer.
Kapitel 12: Der letzte Kampf
Zwei Tage später war es soweit. Vor dem Kampf trafen sich Rebecca und Aron noch, um Strategien zu besprechen. Diesmal blieb Kiakara freiwillig im Zimmer, so als hätte sie genug verstanden. Als sie die Arena betraten, standen Marla und Tulia bereits da. Sie trugen Schwerter und sahen sehr zuversichtlich aus. Aron hatte eine Axt bei sich, und Rebecca nahm die Dolche in die Hand. „Der letzte Kampf beginnt! Wir werden heute erfahren, wer stark genug ist, um Drachenreiter zu werden!“
Sofort griffen die Mädchen an. Rebecca und Aron wichen gekonnt aus, dann wurde Tulia von seiner Axt getroffen und fiel um. Rebecca wusste nicht, ob sie tot oder nur bewusstlos war, doch zuerst mussten sie sich um Marla kümmern, welche noch immer aufrecht stand. Ihre Augen funkelten vor Wut, und ihre Angriffe wurden brutaler. „Es wird Zeit für Magie“, dachte Rebecca und lenkte ihre Waffen mit ihrem Willen. Ein Dolch traf Marla an der Schulter, der Zweite streifte ihren Arm. Dennoch kämpfte sie verbittert weiter. Rebecca rannte auf sie zu und versetzte ihr einen tiefen Stich im Rücken. Marla riss ihre Augen auf. Angst und Erstaunen lagen in ihrem Blick, bevor sie wie ein Stück Holz auf dem Boden landete. Ihre Augen starrten nun blicklos ins Leere.
Plötzlich spürte Rebecca etwas. Es war eine Bewegung hinter Aron. Bevor sie etwas sagen konnte, stach Tulia mit ihrem Schwert zu. Rebecca und Aron hatten den Fehler gemacht, nicht auf Bewegungen ihrerseits zu achten. Sie war nur bewusstlos gewesen, und dies wurde ihnen nun zum Verhängnis.
Bevor Tulia noch einmal zustechen konnte, war Rebecca bereits da und vernichtete sie. Dann rannte sie zu ihrem neuen Freund, welcher zusammengekauert auf dem Boden lag. Sie ging in die Hocke und nahm seine Hand. Als er sie sah, lächelte er kurz. „Ich war zu unaufmerksam gewesen“, stellte er fest, und jedes Wort fiel ihm schwer. „Unsere Heiler kommen gleich“, erklärte eine Drachenreiterin. Doch Rebecca spürte, dass sie darauf nicht warten konnten. Immer mehr Blut quoll aus der Wunde, und sie hatte das Gefühl, dass er sterben würde, wenn sie jetzt nicht handelte. Ohne darüber nachzudenken, nahm Rebecca ein wenig Magie zur Hand. Sie heilte nicht vollständig, sondern nur so viel, dass er es überleben würde. Dann ließ sie seinen Körper in einen magischen Schlaf sinken.
Schritte erklangen, und Rebecca sah mehrere Heiler mit einer Trage näher kommen. Sie trat einen Schritt zurück, während die Heiler seine Wunde reinigten, verbanden und ihm einen schmerzstillenden Trank einflößten. „Er ist stabil“, sagte ein Heiler, bevor sie ihn davontrugen. Nun standen die Gewinner dieses Kampfes fest. Rebecca und Aron würden Drachenreiter werden, doch Rebecca spürte in diesem Moment keine Freude. Um sich ein wenig von den düsteren Gedanken abzulenken, verschwand sie in ihrem Zimmer, um mit ihrer Drachentochter zu spielen.
Ende, aber wird ca. in einer Woche fortgesetzt mit der Geschichte „Drachenbindung.“ Jetzt bin ich dann ab morgen erstmal im Urlaub.
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