Veröffentlicht: 20.08.2026. Rubrik: Unsortiert
Die Ballade vom Gummistiefel
Neulich, vor ein paar Tagen,
da wollte ich es wagen,
im Haus zu renovieren
und mal was Neues ausprobieren.
Ich ging in den Keller runter,
suchte rege und ganz munter
Werkzeug, Hammer, Schrauben
und fand, ich konnte es kaum glauben,
ein altes gelbes Gummistiefelpaar,
das ganz vergessen in der Ecke war.
Wem mochten diese Stiefel wohl gehören?
Konnte ich sie in ihrer Einsamkeit denn stören?
Ich nahm einen, wollte nur kurz sehen,
welche Größe würde unten stehen?
Da guckte eine Spinne frech heraus
und mich packte erst der Graus.
Als der erste Schrecken überwunden,
war die Spinne auch verschwunden.
Konnte es denn wirklich sein?
In diesen Stiefel zog eine Spinne ein?
Ich grübelte eine ganze Weile,
betrachtete die Stiefel – alle beide.
Die Spinne hat sich wohl erschrocken,
wollte sie doch nur im Stiefel hocken.
Da kam ich großer Mensch heran
und fasste ihren Stiefel an.
Gewiss fuhr ihr der Schreck ins Spinnengebein –
dabei wollte sie nur friedlich sein.
Spinnen kann ich sonst nicht leiden.
Doch diese hier wollt’ ich nicht vertreiben.
Hat sie doch selbst viel nachgedacht
und den Stiefel zu ihrem Eigenheim gemacht.
Die Gummistiefel stellte ich zurück,
spürte dabei einen Hauch von Glück,
und verbrachte erst mal Zeit
mit meiner Handwerkstätigkeit.
Doch als ich fertig war
und noch einmal in den Keller sah,
hab ich ihr etwas mitgebracht:
Eine Fliege – als Zeichen guter Nachbarschaft.
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