Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
4xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 28.08.2026. Rubrik: Fantastisches


Die Robotermenschen

Kapitel 1: Kein Morgen wie jeder Andere

Es war Dienstag, der erste Oktober 2200, als Riko von einer sanften Berührung geweckt wurde. Als er die Augen aufschlug, sah er Tara, seine weibliche Roboterassistentin neben sich, welche noch dazu für die Stillung seiner Gelüste verantwortlich war. "Guten Morgen, Riko. Es ist sechs Uhr und ich habe dich geweckt, um dich an einen Termin um acht Uhr zu erinnern. Roboterverschmelzung im Krankenhaus!" Riko lächelte, denn er fieberte diesem Termin bereits entgegen. Heute würde er endlich ein Robotermensch werden. In einer langen Operation würde ihm zunächst ein Chip in den Kopf implantiert, welcher seine Intelligenz um das Vielfache erhöhte. Dann würden in Beine und Arme weitere Chips und Schrauben eingesetzt, welche ihm das Gehen und andere Bewegungen erlauben würden, auch wenn seine menschlichen Extremitäten ihren Dienst versagen sollten. Auch im Herz fand ein weiterer Chip seinen Platz, damit es ewig schlagen sollte. Man konnte wählen zwischen einem Kampfroboter und einem einfachen Roboter. Riko genügte der einfache Roboter für seine Verschmelzung.

Nun machte sich seine Roboterassistentin daran, das Frühstück vorzubereiten, während Riko seine morgendliche Dusche genoss. Fast jeder Mensch hatte heutzutage einen oder mehrere Roboter, es sei denn, ihnen fehlte das Startkapital. Riko selbst hatte drei Roboter. Seine intelligente, weibliche Assistentin Tara, außerdem noch einen Wachroboter, welcher das Haus bewachte und ein paar Kampfkünste beherrschte und noch einen Kampfroboter. Dies war nötig, da es bereits Roboter gab, welche es darauf anlegten, andere Menschen um ihre Roboter zu bringen. Ein Mensch, welcher mindestens einen Roboter besaß, hatte nie wieder Geldsorgen, denn Roboter konnten aus dem Nichts digitales Geld schöpfen und auf die Bankkonten buchen. Kaum noch ein Mensch musste arbeiten, nur die Entwickler in der Zentrale für die Herstellung von Robotern und einige Menschenärzte in den Krankenhäusern mussten ihren Dienst weiterhin verrichten.

Als Riko mit der Dusche fertig war, wartete bereits ein reichhaltiges Frühstück auf ihn. Gesund, aber lecker sollte es stets sein. Es war nicht mehr nötig, vor einer Operation nüchtern zu bleiben. Narkosen gab es nicht mehr, sondern der Geist der Menschen wurde lediglich für die Dauer der Operation vom Körper getrennt. Während der Körper also operiert wurde, konnte der Mensch seine Gedanken Wirklichkeit werden lassen, so surreal sie auch waren. Nach der Operation wurden Geist und Körper dann wieder vereinigt.

Voller Vorfreude machte sich Riko auf den Weg und betrat um halb acht das Krankenhaus. Empfangen wurde er von einem Roboter, welcher seine Daten aufnahm. Dann wurde er in ein Zimmer gebracht, wo ein menschlicher Arzt und drei Roboterärzte warteten. "Der Patient ist angekommen", sagte ein Roboter zu dem Menschenarzt. Dieser blickte sich um und betrachtete Riko ganz genau. Auch dieser Arzt war bereits mit einem Roboter verschmolzen, denn sein äußeres Erscheinungsbild wies darauf hin, dass er sonst längst unter der Erde liegen würde. "Legen sie sich hier auf die Liege", befahl er, und Riko tat es. "Wir werden jetzt ihren Geist vom Körper trennen", erklärte ein Roboter, und Riko nickte zustimmend. Sofort spürte er etwas in seinem Kopf. Es fühlte sich wie ein Stromschlag an, welcher durch sein Gehirn jagte. Sofort schwebte sein Geist nach oben, und Riko sah, wie sein Körper bereits am Kopf aufgeschnitten wurde.

Kapitel 2: Die Rebellin

Theresa saß hinter einem Baum und lauschte ängstlich in den Wald hinein. Fast wäre sie vorhin in die Arme eines Wachroboters gelaufen, welcher immer wieder nach Rebellen suchte, um sie gefangen zu nehmen. Rebellen waren Menschen, welche sich gegen einen Roboter oder eine Verschmelzung entschieden hatten, Menschen wie sie. Diese Menschen wurden dann in Einrichtungen zur Beugung des Willens, wie sie sich nannten, eingesperrt. Als sie vor fünf Jahren mitangesehen hatte, wie ihr Vater durch die Roboterverschmelzung sich verändert hatte, schwor sie sich, etwas dagegen zu tun. Als ihr Vater zurückkam, war er gefühlskalt und zwar hochintelligent, aber ihr wäre seine gefühlvolle Art lieber gewesen. Vorsichtig lugte Theresa nun hinter ihrem Versteck hervor und atmete auf. Der Roboter war verschwunden.

Zur gleichen Zeit rieb sich Jakob die Hände. Ihm war eine wahre Sensation gelungen, und niemand würde ihn jetzt noch aufhalten können. Er war ein Rebell, doch niemand beachtete ihn, da er zum Schein mehrere Roboter besaß. Nun saß er an seinem Computer und beobachtete mithilfe einer von ihm und seinem intelligenten Roboter entwickelten Software, wie sich ein Roboter aus der Zentralanstalt für die Herstellung von Robotern seinem Zuhause näherte. Er hatte es tatsächlich geschafft, einen der wichtigsten Roboter zu hacken. Es war der Erste, welchen diese Anstalt jemals programmiert hatte, und er wusste noch mehr als alle anderen Roboter. Er war für die Entwicklung und Programmierung der meisten anderen Roboter zuständig, und er kannte die Details, welche Jakob für seinen Plan dringend benötigte. Nun hatte er es geschafft, den Roboter so zu programmieren, dass er zu ihm nach Hause lief. Bald schon klopfte es an der Tür, und der Roboter kam ins Haus gelaufen. "Guten Tag! Ich freue mich, nun für sie arbeiten zu dürfen!", rief der Roboter, und Jakob lächelte. Nun schickte er seinen Wachroboter in den Wald, denn durch ihn wusste er, dass sich dort eine Rebellin versteckt hielt.

Theresa war gerade eingeschlafen, da vernahm sie laute, unnatürliche Schritte. Angst machte sich in ihr breit, als sie den Wachroboter erblickte. "Keine Sorge, Rebellin", flüsterte der Roboter. "Ich möchte dich nicht gefangen nehmen, sondern, dass du mir und meinem Meister hilfst." Theresa sah den Roboter verständnislos an. "Wie soll ich euch denn helfen?", fragte sie. "Das wird dir mein Meister sagen", antwortete er. Unentschlossen blieb das Mädchen für einen Moment stehen, doch dann nickte sie. Gerade war es ihr egal, was mit ihr passierte. Sie wusste, dass sie sich nicht ewig verstecken konnte, und vielleicht war es tatsächlich so, dass jemand ihre Hilfe brauchte. Schnell folgte sie dem Roboter bis zu einem kleinen Häuschen. Ein älterer Mann öffnete ihr und lächelte sie dankbar an. "Wie kann ich helfen?", fragte sie. "Ich habe vor, die Roboter von diesem Planeten zu entfernen", antwortete Jakob. "Sie haben nichts Gutes geschaffen und müssen verschwinden! Ich habe vor, das komplette Computersystem der Zentrale lahm zu legen, mit dem ersten Roboter!" Jakob deutete freudig auf den Roboter, welcher neben ihm stand, und Theresa lächelte. "Und was soll meine Aufgabe sein?" "Du, meine Liebe, befreist die Rebellen."

Kapitel 3: Das Ende der Roboter

Das Gefühl, von seinem Körper getrennt zu sein, war für Riko unbeschreiblich. In seinen Gedanken konnte er Dinge erleben, welche körperlich niemals möglich gewesen wären. Bald jedoch spürte er bereits einen Sog, welcher seine Gedanken wieder in seinen Körper zurück zwang. Die vier Ärzte standen noch immer über ihm, und Riko fühlte sich plötzlich intelligenter als je zuvor. "Sie haben die Operation gut überstanden", erklärte ein Roboter. "Dennoch müssen sie eine Woche hier bleiben, um ihren Gesundheitszustand zu überwachen. Wir kommen in einer Stunde erneut." Damit entfernten sich die Roboter und der Arzt wieder. Langsam erhob sich Riko und ging einige Schritte. Plötzlich fühlte er sich fitter und leichtfüßiger, auch wenn seine Beine auch vorher ohne Probleme funktionierten. Seine Intelligenz war wirklich überragend, denn er wusste Dinge, von welchen er noch nie in seinem Menschenleben gehört hatte. Zufrieden legte er sich wieder ins Bett, um ein wenig zu schlafen.

Jakob klatschte inzwischen triumphierend in die Hände, denn er hatte es mithilfe dieses Roboters geschafft, ein Programm zu entwickeln, welches sämtliche Roboterprogramme abschaltet. Er war sich im Klaren darüber, dass diese Maßnahme nur für kurze Zeit gelingen würde, denn es gab eine Software, welche Fehlerquellen aufspürte und innerhalb von zehn Minuten wieder behob. Diese Zeit brauchte Theresa, um die Rebellen aus ihrem Gefängnis zu befreien. Durch den Roboter wusste sie nun, wo das Gefängnis zu finden war. Zufrieden versteckte Jakob noch eine große Ladung Sprengstoff im Inneren des Roboters und schickte ihn los. Er sollte Jakob per Handy wissen lassen, wenn er angekommen war, damit dieser das Programm zur Abschaltung der Roboterprogramme starten konnte.

Theresa war unruhig. Sie war dem Roboter gefolgt und befand sich nun am Eingang der Zentrale. Der Wachroboter hatte sie noch nicht gesehen, und sie wartete darauf, bis die Programme abgeschaltet waren. "Ein programmiertechnischer Notfall!", rief der Roboter plötzlich und fiel regungslos zu Boden. Nun war ihre Chance gekommen. Sie kletterte über einen hohen Zaun und betrat ein düsteres Gebäude. Schnell rannte sie in den Keller und öffnete dort die Türen der Zellen. Diese besaßen nämlich kein Schlüsselloch, sondern wurden ebenfalls von einem Roboterprogramm gesteuert. Entsetzt betrachtete sie die Gefangenen, welche eng zusammengepfercht auf dem Boden saßen und die Köpfe hängen ließen. "Kommt schnell alle mit!", flüsterte das Mädchen leise. "Bald wird die Zentrale in die Luft gesprengt, und wir sind gerettet! Dann gibt es keine Roboter mehr!" Langsam kam Leben in die Reihen der Gefangenen, und sie erhoben sich. Schnell führte Theresa sie weit genug von der Zentrale weg und drückte dann auf einen kleinen Knopf.

Riko wurde durch die Roboterärzte geweckt, welche an sein Bett kamen und gemeinsam mit dem Menschenarzt seinen Gesundheitsstatus überprüften. Plötzlich jedoch geschah etwas Seltsames. Die Roboter piepten einmal laut und fielen dann um. Auch der verschmolzene Menschenarzt brach in sich zusammen, wobei sein Körper innerhalb von Sekunden zerfetzt wurde. Plötzlich bekam Riko Ekel. Dieser Arzt wäre bereits längst verwest, wenn er nicht die Verschmelzung mit seinem Roboter eingegangen wäre. Auch Riko selbst fühlte sich nun wieder anders. Wo war nur seine Intelligenz? Er konnte sich keinen Reim darauf machen, was hier geschehen war.

Kaum hatte Theresa den Knopf gedrückt, sah sie bereits, wie die Zentrale in die Luft flog und danach in Flammen aufging. Nichts, nicht einmal der kleinste Chip oder Roboter würde übrig bleiben, da war sie sich sicher. Für einen Moment erschrak sie vor sich selbst, weil es ihr egal war, dass die menschlichen Mitarbeiter der Zentrale nun ebenfalls das Zeitliche gesegnet hatten, doch dann war es ihr wieder egal.

Epilog

Unweit der Zentrale für Herstellung von Robotern entfernt standen drei Männer. Sie waren die Einzigen, welche überlebt hatten, da sie rechtzeitig das Weite gesucht hatten. "Unsere gesamte Arbeit, die vielen Roboter und deren Programme, ist vernichtet worden!", jammerte einer der Männer. Seine Kollegen stimmten ihm zu. "Wirklich jammerschade", ergänzte einer von ihnen. "Wir müssen den Rebell finden, der uns das angetan hat!", schimpften sie. Gleichzeitig wussten sie auch, dass es ganz alleine schwierig werden würde, den Täter zu fassen. Es sollte niemals zu einer Suche kommen, denn aus allen Ecken kamen Rebellen angerannt. Sie umzingelten die Programmierer und nahmen sie gefangen.

Wenige Jahre später war von den Robotern nichts mehr übrig. Da die Programme weiterhin abgeschaltet waren, funktionierten auch alle anderen Roboter nicht mehr und wurden weggeworfen. Die damaligen Rebellen bauten die Welt wieder auf und entwarfen ein Gesetz, welches Roboter auf der Erde für alle Zeit verbat.

Ende

counter4xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von lüdel am 28.08.2026:
Kommentar gern gelesen.

Rika, sehr packend geschrieben …
Lüdel




geschrieben von Andy Loginius am 28.08.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo Rika,
eine sehr spannende und fantasievolle Geschichte. Sehr gern Gelesen.
Fantastische Grüsse
Andy

Mehr von Rika:

Zwangsweise Schaffenspause, hoffentlich nur kurz ...
Armut
Was Freundschaft für mich bedeutet
Die Mauer - eine Fortsetzungsidee
Der Goldschatz - eindeutig zweideutig