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geschrieben 2026 von AndyLoginius (Andy Loginius).
Veröffentlicht: 30.08.2026. Rubrik: Nachdenkliches


Die Staatsschulden- oder wie wir die Karre aus dem Graben ziehen.

Die Regierung beauftragte eine Expertenkommission mit einem klaren Auftrag:
„Die Schulden reduzieren, die Schuldenbremse einhalten und endlich wieder grüne Zahlen schreiben!"
Die Kommission setzte sich aus allen möglichen Gesellschaftsschichten zusammen: Professoren, Manager, Ökonomen, Finanzexperten, Psychologen, Soziologen und natürlich Philosophen.
Schnell waren sich alle einig: Dass die Staatsschulden ständig steigen, war längst nicht so gravierend wie die Tatsache, dass Staatsgehälter, Diäten, Sondervermögen und Abfindungen stagnieren oder nur leicht wachsen.
Nach monatelangen Diskussionen, zahlreichen Sitzungen, mehreren Arbeitsessen und vermutlich einigen Dienstreisen gaben die Experten schließlich folgende Empfehlungen an die Regierung:

1. Erhöhung der Steuern

Die Mehrwertsteuer wurde schon lange nicht mehr angefasst. Also wäre eine Erhöhung um ein Prozent durchaus angebracht.
Auch die Tabak- und Alkoholsteuer soll sukzessive steigen – selbstverständlich in zwei Stufen. Sonst besteht am Ende noch die Gefahr, dass die Menschen plötzlich mit dem „Genuss“ aufhören.
Und das wäre für den Staat schließlich ein finanzielles Problem.

2. Reduzierung der Urlaubstage
Die Urlaubstage werden einheitlich auf 20 Tage pro Jahr reduziert.
Pro Kind gibt es zusätzlich zwei Tage Urlaub bis zum fünften Lebensjahr.
Wir wollen schließlich familienfreundlich sein – und gleichzeitig verhindern, dass die Bürger zu viel Zeit zum Nachdenken haben.
Denn wer zu viel Freizeit hat, könnte lesen, Fragen stellen, Vergleiche anstellen oder sogar auf dumme Gedanken kommen.

3. Streichung einiger gesetzlicher Feiertage
Die Feiertage sind je nach Bundesland ohnehin unterschiedlich. Zum Beispiel gibt es Allerheiligen oder Mariä Himmelfahrt nicht überall.
Und unsere europäischen Nachbarn kennen teilweise weder Karfreitag noch Ostermontag.
Wir sind schließlich in Europa.
Warum also nicht einfach die freien Tage angleichen – selbstverständlich nach unten?
Gleichheit muss schließlich irgendwo anfangen.

4. Optimierung der Arbeitszeit
Eine Unterrichtsstunde dauert normalerweise 45 Minuten.
Wir verlängern sie auf 60 Minuten.
Und die Arbeitsstunde wird auf 75 Minuten erhöht.
Damit schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe:
Wir bekommen bessere eigene Fachkräfte, das Volk arbeitet mehr, läuft mehr, schafft mehr …
… und denkt weniger nach,meckert und kritsiert weniger und stellt keine Ansprüche.
Die Kommission klopfte sich gegenseitig auf die Schultern und war außerordentlich stolz auf ihre Leistung.
Da stand plötzlich ein alter, weiser Philosophieprofessor auf.
Er sah in die Runde und sagte:

„Dadurch wird das Leben nicht besser, sondern kürzer, lächerlicher und qualvoller. Man kann die Zeit verlängern – aber nicht den Unsinn.“
" LEUTE, WACHT ENDLICH AUF!"
Stille.
Die Experten schauten betroffen auf ihre Unterlagen.
Dann begann der Vorsitzende langsam zu klatschen.
Die anderen fielen erleichtert ein.
Der Philosoph setzte sich wieder hin.
Seine Empfehlung wurde einstimmig abgelehnt.

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