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geschrieben 2026 von Herbstsonne.
Veröffentlicht: 05.09.2026. Rubrik: Aktionen


Herbst-wie alles Begann *September Aktion

September Aktion - Anders und doch wunderbar

Sie war eindeutig ein Septemberkind. Ihre Socken trugen die Farbe des Herbstes. Wenn sie weinte, regnete es tagelang kleine Pfützen und Regenwürmchen begannen darin zu schwimmen. Außerdem war sie wie alle Septemberkinder in der Stadt im September geboren. Und alle Kinder in der Stadt wurden im September geboren, denn es war die Stadt des Herbstes, genauer des Septembers.
Früher einmal gab es auch mal die Oktober- und Novemberkinder, doch die zogen bald in die Kreis- und Landstädte um, als Folgendes geschah.
Es hatte noch Winter in der Stadt gegeben und damit Weihnachten. Erwin Klappstock, der Landvermesser, war in dieser Zeit verantwortlich für die Landvermessung in der Jingole Street Hoho. Da Erwin nicht mehr so gut sah, schätzte er gerne im Winter, um wieder schneller ins Warme zu kommen und nicht ewige Zeit rätselnd vor dem Klappstock zu verbringen.
Leider, so muss man sagen, verhielt es sich auch an diesem Tag genauso und Erwin Klappstock verkürzte die Jingole Street Hoho plötzlich um ein ganzes Haus und puff, paff, das ganze Santa Anwesen war weg. Vom Erdboden verschluckt. Alles Suchen half nichts. Keiner hatte es bei sich zu Hause in den Schränken, unter dem Bett gesehen, selbst in den Hosentaschen wurde reingeguckt und gegenseitig das Haar durchkämmt. Doch es blieb verschwunden.
Mit dem Fortbleiben vom Santa verabschiedete sich auch der Winter. Er wollte zum Nordpol, Santa suchen gehen. An und für sich eine gute Idee, denn warum Santa zu den Septemberkindern in die Region gekommen war, wusste bis heute niemand.
So lebten sie also nur noch im September, aßen geröstete Kastanien und schliefen auf Eichenblättern. Doch Winnie träumte immer öfters von einem weißbärtigen Mann, der ihr zusprach. Er gab ihr verrückte Anweisungen und forderte sie auf, diesen unverzüglich nachzukommen. Er ermahnte sie am Ende immer stets: Denk dran, es ist schon September!
Und so sollte sie eis- und dunkelblaue gestreifte Ringelsöckchen für sich stricken. Doch wie? Es gab ja in der ganzen Stadt keinen einzigen Millimeter Garn in Blau. Doch als sie dies monierte, lag am nächsten Tag blaues Garn, hübsch eingepackt in ihrer Sockenkiste, nebst Strickanleitung.
Ein ander Mal sollte sie das Morsen mit der Taschenlampe lernen und sie übte heimlich mit ihrer Puppe Rarrer, die aber nicht zurückmorste.
Überhaupt morste keiner in der Stadt September oder folgte Anleitungen im Traum. Es träumte auch keiner. Manchmal machte das Winnie Angst und sie erzählte es keinem. Im nächsten Traum erklärte der Bartmann, sie sollte nun anfangen, jeden Tag zwei Dutzend Plätzchen zu essen. Morgens mit Nougat, abends mit Kokosraspeln. Winnie verstand nicht und hatte nach drei Tagen fürchterliches Bauchweh. Doch sie machte weiter. Ihre Intuition war geweckt.
So kam es, dass sie sich für eine Weile immer mehr von den anderen Septemberkindern entfernte, bis sie eines Nachts allein, Puppe Rarrer wollte lieber im Bett bleiben, mit vollem Bauch auf ihrem Hausdach stand und Morsezeichen in die Nacht hinaus Richtung Norden sandte.
Und da, es geschah das Unvorstellbare: Rentiere und ein Schlitten … Santa … er war wieder hier! Und Winnie, anders und doch wunderbar, hatte den Winter und Weihnachten zurück in die Stadt gebracht.
Und schon bald zogen auch Oktober und November wieder ein. Winnie zog nie wieder Herbstsocken an, doch sie spielte ab diesem Tag wieder täglich mit den Septemberkindern, wenn sie nicht gerade mit Santa Plätzchen aß, der einst in Winnies Region gezogen und nun wieder gekehrt war, weil Erwin Klappstocks Cousin, sechsten Grades, ebenfalls halb blind, sein Haus zweimal falsch futsch gemessen hatte.Ende.

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