Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
hab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 06.09.2026. Rubrik: Persönliches


Der lebendige Taschenrechner

Schon als Kind wurde ich als Taschenrechner ohne Batterie bezeichnet, und dies ist auch heute noch eine meiner größten Stärken. Dieses Wochenende absolvierte ich im Rahmen meiner nebenberuflichen Tätigkeit ein Seminar, welches mit einer Prüfung abschloss. Dort war auch viel Rechnen in Form von Prozentrechnungen gefragt. Bei den schwierigsten Beispielen hatten wir zwei verschiedene Zahlen, davon musste eine Zahl auch noch mit einem Wert multipliziert werden und eine gewisse Anzahl von Prozent errechnet werden. Ich möchte gar nicht zu weit ausholen, jedenfalls waren dies meistens Rechnungen mit ungefähr vier bis fünf Schritten. Während die Anderen diese Rechenbeispiele mit Taschenrechner, Papier und Stift durchführten, rechnete ich sie ausnahmslos im Kopf, um mir danach auch noch alle vier bis fünf Ergebnisse zu merken. Als ich zuerst fertig war, fragten mich alle ganz verdutzt, ob ich mir nun alles im Kopf gemerkt hatte, und ja, das hatte ich. Nur in seltenen Fällen, wenn die Zahlen viel zu groß oder zu viele Kommastellen enthielten, ließ ich es von meinem Handy berechnen.

Ich war selbst ziemlich verblüfft von meinem autistischen Gehirn, denn dass ich gut rechnen konnte, wusste ich schon lange, aber dass ich mir so viele Zahlenergebnisse auf einmal abspeichern konnte, war mir eher neu. Ich würde das beschreiben wie eine Datenbank, die alles speichert. Natürlich kann ich auch manchmal etwas vergessen, dann rechne ich schnell noch einmal nach. Allerdings kann ich dies auch nicht unbegrenzt tun, denn nach fünf solcher Beispiele raucht mir bildlich gesprochen ziemlich der Kopf. Dennoch freut es mich immer, wenn ich zeigen kann, was ich wirklich kann, was normalerweise viel zu selten der Fall ist. In meinem Hauptberuf kann ich diese Begabung nicht nutzen, es sei denn im Merken von Durchwahlen, um schneller beim Abwickeln der Gespräche zu sein. Dafür habe ich in einigen anderen Bereichen Schwächen, wo ich noch etwas daran zweifle, diese ausmerzen zu können.

Mein Fazit: Natürlich ist es wichtig, sich auch seiner Schwächen bewusst zu sein und daran zu arbeiten, aber wenn man an seinen Stärken arbeiten und sein wahres Potential zeigen kann, ist das die beste Motivation, die es gibt.

counterhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

Mehr von Rika:

Die Wandlerin zwischen zwei Welten, Teil 3
Die Wandlerin zwischen zwei Welten, Teil 2
Bin ich wirklich so egoistisch?
Die Wandlerin zwischen zwei Welten, Teil 1
den ersten Schritt tun