Veröffentlicht: 12.09.2026. Rubrik: Menschliches
Persönliche Lebensmaxime
Aus meiner Perspektive ist das Leben ein Meister darin, mir Dinge zu servieren, die ich nie bestellt habe — und dann zu behaupten, ich hätte „genau das gebraucht“. Ein kosmischer Kellner mit Humorproblemen, der seine Tabletts grundsätzlich schief hält.
Er wirft mir Kurven und Steine auf dem Weg hin, nicht weil ich schlecht fahre, sondern weil er offenbar glaubt, ich müsse dringend lernen, wie man im Schleudern Haltung bewahrt. Philosophen nennen das „Erfahrung“. Ich nenne es: „Warum ich? Muss das Sein?“ Magst du mich nicht oder willst du mich fertig machen?
Manchmal löscht mein“ Lebenskellner“ das Licht, nicht um mir eine Lektion zu erteilen, sondern weil er wieder vergessen hat, wo der Schalter ist. Und ich stehe da, mit meinen Fragen, meinen Plänen, meinen Träumen — und ich stolpere wie ein Depp im Dunkeln- versuche mein Image und Würde zu bewahren- während ich gegen den Türrahmen knalle. Einfach gesagt: „Auf die Schnauze falle“.
Und genau hier beginnt meine Lebensmaxime: Das Leben schuldet mir keine geraden Wege — aber ich schulde mir, jeden Umweg bewusst zu gehen. Was mich verletzt hat, hat mich nicht fertig gemacht, sondern stark. Und wenn das Licht ausgeht, vertraue ich darauf, dass meine eigenen Augen längst gelernt haben, im Dunkeln zu sehen. Das sind meine Urinstinkte und mein Wille.
Seltsamerweise, wenn ich zurückschaue, fügt sich alles zusammen wie ein Puzzle, bei dem die Teile erst am Ende so tun, als hätten sie sich von Anfang an gekannt.
Vielleicht ist das Leben kein weiser Lehrer, sondern ein chaotischer Kellner, der seine eigenen Theorien testet — aber warum an mir? Und vielleicht ist meine Perspektive genau die richtige, um zu erkennen: Das Chaos hat Methode, die Methode hat Humor, und der Humor ist manchmal besser als jede Erklärung. Man soll alles im Leben locker nehmen. Aber das erkennt man, wenn es fasst, zu Ende geht. Da steht man in der Warteschleife und hört auf einmal: „Der Nächste bitte“. Man dreht sich um, will jemanden vorlassen, aber keiner steht dahinter.
Also Tschüss, man sieht sich.





