Veröffentlicht: 17.09.2026. Rubrik: Fantastisches
Der Berg des ewigen Reichtums
In einer fantastischen Welt lag ein riesiger Berg, der seine Bewohner ewig reich machte. Die Menschen lebten dort unterirdisch in einer großen Stadt. Weiter unten gab es vier Minen. Jede der Minen wurde von einer Gruppe aus Menschen beherrscht und abgeschürft. In der obersten Minenebene war die Diamantmine, welche magische Diamanten hervorbrachte. Diese Diamanten gaben ihren Trägern magische Kräfte, wie das Heilen oder die Fähigkeit, ganz ohne Spitzhacke und nur mit ihrem geistigen Willen zuzuschlagen. Eine Ebene weiter unten befand sich die Goldmine, darunter die Silbermine und in der letzten Ebene wartete das Platin.
Dorian war ein Junge im Alter von 15 Jahren und arbeitete in der Platinmine. Aber er tat es nicht freiwillig. Ramon, sein Meister, duldete keine Faulheit. Bereits Kinder ab zehn Jahren wurden in der Platinmine beschäftigt. Sie mussten sich einen magischen Diamanten erst verdienen. Dorian trug diesen bereits an einer Halskette. Seit er den Diamanten vor zwei Jahren erhalten hatte, spürte er etwas Besonderes. Er konnte das Platin mit seinem Geist spüren, sogar dessen Emotionen. Dies war sehr verwirrend, da er immer dachte, Platin wäre ein Metall ohne Gedanken und Gefühle. Seither arbeitete er nicht mehr gerne hier, da er bei jedem Schlag die Qual des Platins spürte. Gerade kniete Dorian auf dem Boden und legte seine Hände darauf. "Es tut mir Leid", dachte er. "He, Dorian!", erklang die Stimme seines Meisters. "Den Boden küssen kannst du später! Glaubst du, das Platin gräbt sich von alleine aus, nur weil du es streichelst? Beweg dich, das Platin ruft!" Ramon stand mitten in der Mine, die Hacke erhoben. Sie waren die Einzigen, die noch hier waren, alle anderen Arbeiter brauchten Schlaf. Dorian konnte länger hier arbeiten, als die Anderen, er hielt länger durch. "Das ist eine Lebenschance! Wir müssen ins Herz der Platinmine vordringen! Dort ist magisches Platin! Wenn wir das finden, wird mein Ansehen noch steigen, und vielleicht werde ich dann ja zum König befördert!" Dorian spürte, wie die Wut in ihm aufstieg. Ramon dachte nur an sich selbst. Er wollte noch mehr Macht erlangen, aber Dorian wollte dabei nicht mitmachen und schüttelte den Kopf. "Soll ich dich wegen Ungehorsam melden?", drohte der Meister. Dies würde mehrere Jahre Kerker bedeuten. "Heb die Hacke und hilf mir, ich brauche das Platin!"
Schweren Herzens erhob sich der Junge und griff zu seiner Hacke. Er tat einen halbherzigen Schlag gegen das Platin. "Du weißt, wie man richtig zuschlägt! Wenn das Platin nicht will, musst du eisern und noch widerstandsfähiger sein! So!" Er hob die Hacke und schlug mit aller Kraft auf das Platin ein. Ein tiefer Riss entstand, und Dorian hörte das qualvolle Geräusch des Metalls. "Er darf das magische Platin nicht ausgraben!", entstand eine Stimme in Dorians Geist. "Wenn es ausgegraben wird, versiegt alle Magie, und der Berg explodiert!" Dorian sog scharf den Atem ein. "Haltet ein, Meister!", rief er und erklärte ihm, was er erfahren hatte. "Du Narr!", antwortete Ramon. "Platin ist ein totes Metall! Es kann nicht sprechen! Du halluzinierst! Hilf mir lieber!"
Dorian sah verzweifelt zu, wie der Meister immer wieder auf das Platin einschlug. Plötzlich schürfte er eine Kammer frei, und seine Augen leuchteten. Das Platin dahinter leuchtete magisch, doch Dorian konnte sein verzweifeltes Wimmern vernehmen. "Ramon! Halte ein!" Er stellte sich neben seinen Meister und versuchte, ihm die Spitzhacke zu entreißen, doch Ramon war widerstandsfähiger als Platin. "Ich mache nicht mehr mit! Grabe doch selbst!" Mit diesen Worten rannte Dorian los, um die anderen Platinschürfer zu informieren.
In den Räumen der Gemeinschaft riss Dorian die Türen laut auf und weckte die Bewohner. "Ramon will das magische Platin ausgraben!", rief er. Tilan, einer seiner besten Freunde, sah ihn verwirrt an. "Das ist doch gut! Dann erfährt unsere Gruppe noch mehr Ansehen!" "Er will das gesamte Ansehen für sich behalten! Und das Platin weint!" Tilan lachte grölend. "Platin und weinen? Junge, du fantasierst!" Dorian schüttelte heftig seinen Kopf. "Er spricht wahr", sagte Oktavio. Alle Köpfe drehten sich zu dem weisen Mann um. "So wie es aussieht, ist Dorian der Auserwählte der Metalle. Er spürt die Regungen des Platins ganz genau. Ich würde Ramon sehr wohl zutrauen, dass er die Lorbeeren für sich behalten möchte, wenn er das magische Platin findet. Wir müssen etwas unternehmen!"
Von der gesamten Gruppe begleitet ging Dorian zurück in die Mine. Dort sah er, dass der Riss noch größer geworden war. "Bald bist du Mein, du magisches Metall", flüsterte Ramon. Die Qualen des Platins waren ins Unermessliche gestiegen. "Halt!", rief Oktavio, und eine Gruppe der Platinschürfer umzingelte Ramon. Sie packten ihn und legten ihm Handschellen an, welche die Magie seines Diamanten unterdrückten. "Das ist mein magisches Platin! Lasst mich los!" Die Menschen brachten den ehemaligen Meister weg, nur Oktavio blieb stehen. "Das Platin ist geschwächt", sagte er. "Du musst es heilen und die Kammer versiegeln." Dorian kniete sich hin und legte seine Hände auf den Riss. Sein Diamant leuchtete kurz intensiv, und er beschwor die Liebe zu den Metallen in sich herauf. Sofort schloss sich der Riss, und die Kammer wurde versiegelt. Dorian wurde zum Schürfmeister ernannt, und die Menschen lebten wieder in Frieden. Sie wussten, dass man die Minen nicht ausbeuten durfte und lernten, im Einklang mit den Metallen zu leben.





