Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
3xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 09.09.2026. Rubrik: Nachdenkliches


der unerwünschte Gedanke

In meinem Kopf leben viele verschiedene Gedanken. Positive und negative Gedanken leben zusammen mit Kreativität und Wissen in einem großen Haus, welches sie sich teilen sollen. Aber da gibt es noch einen anderen Gedanken. Einen, der weder Name noch eine richtige Aufgabe hat. Nur selten ist dieser Gedanke ganz still und klein. Manchmal wird er so groß, dass er alles Andere verdrängt und sich ungehindert ausbreitet. Dabei fällt er wie ein Löwe über mich her und lässt mich erst einmal nicht in Ruhe. Meist flüstert er mir Dinge zu. "Diese Aussage von dir war bestimmt zweideutig oder auf andere Weise nicht in Ordnung. Du musst unbedingt noch einmal erklären, wie dein Satz gemeint war und dich auf jeden Fall rechtfertigen." Oder: "Du kannst doch nicht Bekannte anrufen, die du lange nicht mehr gesprochen hast. Vielleicht störst du sie ja, oder sie schlafen gerade!" Dieser Gedanke kommt mir aber auch, wenn ein Freund von mir etwas zu jemand anderem sagt, was mich betrifft. Da habe ich auch immer den Gedanken, dass das falsch aufgefasst werden könnte und den Drang, das zu korrigieren.

Ich habe schon viel versucht, um diesen Gedanken aus meinem Haus zu vertreiben. Alle anderen Gedanken kamen mir zur Hilfe, doch der Gedanke wollte nicht weichen. Egal was ich tue, er klebt an mir wie Klebstoff. "Ich bin untrennbar mit dir verbunden", sagt der Gedanke. "Du wirst mir nie entkommen!" Ich versuche es mit Nichtbeachtung, doch dann wird er riesengroß und rüstet sich zum Kampf. "Du willst mich ignorieren?", fragt der Gedanke. "Dann werde ich dir zeigen, dass man mich nicht ignorieren kann!" Mit seiner gesamten Kraft schlägt er gegen die Hauswände und versucht, alles niederzureißen, was er findet. Jeden Gedanken, welchen er nicht haben möchte, vertreibt er äußerst wirkungsvoll, bis ich ihn vorerst wegsperren kann. Nun versuche ich es damit, diesen Gedanken zu beachten und zu überlegen, woher er kommt. Vielleicht kann ich ihn so loswerden. "Was soll das!", ruft er, denn mit so einer Reaktion meinerseits hat er nicht gerechnet. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf den Gedanken und sage mit strenger Stimme: "Ja, du gehörst zwar zu mir, wie auch die anderen Gedanken in meinem Haus, aber du bist nicht die Realität. Ich nehme dich an, so wie du bist, aber ich werde mich nicht mehr von dir leiten lassen." Stille folgte meinen Worten, vorerst. Doch eine Frage bleibt: "Werde ich dies auch umsetzen können?"

counter3xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von lüdel am 09.09.2026:
Kommentar gern gelesen.
Rika, mein Papa hat immer gesagt man soll sich es sich wegschreiben, dann sei es aus den Kopf, zu dem kann man dann den Gedanken lesen und besser erkennen ob schlecht oder gutes bedeutet.
Vieleich hilft es dir die Gedanken wegzuschreiben.
Lüdel🧚‍♂️




geschrieben von Angricolan am 10.09.2026:
Kommentar gern gelesen.
Aufmerksam gelesen, dann kam der Gedanke zu einer Frage auf, die lautet: Was sagt da eine Therapeut/in zu?
Eigentlich ist alles normal mit den Gedankenflüssen sollten sie nicht dauerströmen. Vieles ist unerwünscht, nicht so einfach wegzuwischen. Im Alter ist es schlimmer kann ich von mir sagen nach drei, anstrengenden, stressigen Tagen. Es ist erledigt, wurde abgehakt, abgeheftet.
Morgengrüße von mir




geschrieben von Rika am 10.09.2026:

Danke für eure Kommentare. Das mit dem wegschreiben werde ich auf jeden Fall versuchen.

@Angricolan: Vor einigen Jahren, als ich noch autismusspezifische Therapie hatte, hatte ich mal einen Gedanken, der schon fast zwanghafte Formen angenommen hat. Ich dachte fast nach jedem Gespräch, dass ich mit jemandem führte, ich hätte einen falschen Satz gesagt. Es war meist der gleiche Satz, der mir in Gedanken herumspukte und dazu noch einer, den man nicht zu jedem sagen sollte. Jedenfalls habe ich dies damals meiner Therapeutin erzählt und seitdem ist der Gedanke viel weniger geworden. Nur selten tritt er noch auf. Jetzt mache ich aber seit mehreren Jahren keine Therapie mehr, weil ich sie eigentlich nicht mehr wirklich brauche, aber vielleicht sollte ich es doch noch einmal machen.




geschrieben von Angricolan am 10.09.2026:
Kommentar gern gelesen.
Schon einmal etwas mit schwebender Selbsthypnose gelernt bei einer Therapie? Nun dafür braucht es meist eine Diplom xxxx. Meine Stresstage, sind jetzt maximal vorbei, konnte ich so im Griff behalten. Leider ist hier PN Kontakt nicht möglich, sonst...
Als vom Sternzeichen Zwilling habe ich es oft besonders schwer, innerlich kämpfen da ja zwei miteinander. ( wenn dann noch die Mutter Schauspielerin war, no go für die Kinder)
Das Leben bleibt bis zum Ende ein Abenteuer. Gedanklich bin ich bei dir, schreibend.

Mehr von Rika:

Die Wandlerin zwischen zwei Welten, Teil 5
Die Wandlerin zwischen zwei Welten, Teil 4
Der lebendige Taschenrechner
Die Wandlerin zwischen zwei Welten, Teil 3
Die Wandlerin zwischen zwei Welten, Teil 2