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5xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 21.09.2026. Rubrik: Kinder und Jugend


Der Mathematiker und die Hausaufgaben

Ein ehemaliger Mathematiker saß an einem Schreibtisch und rechnete komplizierte Kalkulationen vor sich her, während sein neunjähriger Enkel Matthias Hausaufgaben machte. "Ich verstehe diese Rechnung einfach nicht!", rief Matthias und deutete auf den Zettel. Der Opa wandte sich ihm zu und besah sich das Blatt. "Das ist doch ganz logisch, Junge! Fünf Kinder haben insgesamt 50 Euro zur Verfügung. Um zu errechnen, wie viele Euro drei Kinder haben, müssen wir zwei Rechenoperationen durchführen." Matthias sah seinen Opa entgeistert an. "Operationen? Ich bin doch kein Arzt!" "Das heißt nur so, Matthias." Der Opa hatte die Angewohnheit, sich stets geschwollen auszudrücken und Fremdwörter zu nutzen. "Also. Wir müssen die 50 zuerst durch fünf dividieren, ähm ... teilen." Matthias schrieb die Rechnung auf. "50 geteilt durch fünf ergibt zehn." Der Opa nickte. "Jetzt müssen wir die zehn mit drei multiplizieren." "Multi was? Ich kenne nur Multivitaminsaft!" "Stell dich nicht so dumm, Matthias. Multiplizieren und dividieren solltest du eigentlich schon im Unterricht gelernt haben, was das bedeutet!" Der Junge sah verlegen zu Boden. Er liebte es, seinen Großvater zu foppen. "Zehn mal drei ist 30!", rief er. "Du hast die Rechnung vollkommen richtig gerechnet. Nun schreibe die Antwort bitte auch korrekt hin."

Matthias schrieb und rechnete die nächsten Beispiele ohne Fehler. Doch nach ein paar Minuten rief er seinen Opa wieder. Die Aufgabe bestand darin, drei Zahlen untereinander zu schreiben und zu addieren. "Schau mal, Opa! Hier stehen die Zahlen 102, 145 und 201. Aber wenn ich das schriftlich rechne, kommt etwas Anderes heraus, als mit deinem Taschenrechner!" Matthias hielt sich die Hand vor den Mund, denn er durfte den Taschenrechner eigentlich nicht verwenden. "Junge, wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du deine Rechnungen selbst machen sollst, ohne meine Hilfsmittel zu nutzen! Den Taschenrechner darfst du erst viel später für deine Rechnungen nutzen!" Matthias seufzte. "Aber es klappt nicht!" Er fing vorne, mit der ersten Zahl an, zusammenzuzählen. "Nein, nein! Deine kognitiven und mathematischen Fähigkeiten sollten gut genug sein, dass du weißt, dass man nicht von der linken Zahl zum Addieren beginnt, sondern immer ganz hinten! Sonst ist das Ergebnis frei von jeglicher Korrektheit, da du manchmal weiterzählen musst." Matthias fiel es wie Schuppen von den Augen, und als er von rechts mit dem Addieren begann, war das Ergebnis auch richtig.

Das nächste Rechenbeispiel, bei dem der Junge Hilfe brauchte, war die Berechnung des Umfanges bei einem Rechteck. "Das ist ganz einfach", erklärte der Opa. "Du brauchst die Länge und die Breite. Diese Zahlen musst du addieren und danach duplizieren." Der Junge sah verwirrt drein. Der Großvater seufzte tief. "Dein Verständnis von Fremdwörtern ist katastrophal", murmelte er und gab es auf. "Duplizieren bedeutet verdoppeln. Man kann auch sagen, mit zwei multiplizieren." Ohne die Fremdwörter arbeitete Matthias viel besser an seinen Hausaufgaben, und er verstand mehr, was sein Großvater sagte. Zwar waren die Rechenprobleme dadurch nicht weg, aber durch besseres Verständnis stieg die Konzentrationsfähigkeit, da er die Worte seines Opas nicht mehr analysieren musste. Das verstand auch sein Großvater endlich. "Ich habe verstanden, dass ich mit dir weniger geschwollen sprechen muss", meinte er mit einem Grinsen im Gesicht. "Zumindest bei den Matheaufgaben!", antwortete sein Enkel darauf.

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