Veröffentlicht: 27.09.2026. Rubrik: Unsortiert
Baltimore 6 Uhr
Baltimore, 6 Uhr nachts. Piep, piep. Der elektronische Wecker mit seiner roten Leuchtanzeige tutete, und das Radio sprang an: Nachrichten,Wetter, Verkehr.
Jorgo wischte sich halbtrunken vor Schlaf den Sand aus den Augen. Er war einfach kein Frühaufsteher, schon gar nicht mitten in der Nacht. Doch sein Flug ging heute um.....4 Uhr??!!! Mit geistes Miene starrte er den Wecker wieder und wieder an, doch die roten Zahlen blieben hartnäckig auf 6 Uhr stehen und drehten sich nicht für ihn um, um ein paar Schritte zurückzulaufen.
Baltimore, bekannt für seine häufigeren Stromausfälle. Es musste nachts einen gegeben haben, das erklärte das Dilemma. Er legte seine Hände sorgfältig gefaltet in den Schoß und schmollte, unfähig, sich zu entscheiden, ob er aufspringen und zum Flughafen fahren sollte, um zu sehen, wie seine Maschine längst abgehoben war, oder ob sich lieber einen gemütlichen Tag mit Chips und Limo im Bett machen, darauf wartend, dass er die Telefonleitung mit IHR Stunden über Stunden belegen konnte.
Würde sie ihm verzeihen, dass er nicht kam, sich von einem Wecker aufhalten ließ? Er hob den Wecker mit prüfendem Blick an, und wollte ihn gegen die Wand werfen für das, was er ihm angetan hatte. Entschied sich aber dagegen, schließlich musste er ja doch nur wieder einen neuen kaufen. Und da waren ja immer noch die Stromausfälle in Baltimore. Vielleicht sollte er umziehen, dachte er im Scherz.
Doch irgendwas stockte in ihm. Daniela war seit drei Monaten seine Liebe des Lebens. Ja, wirklich. Sie war wie Silvesterraketen für die Blutbahnen, bei Tag und bei Nacht. War Apfelkuchen mit Zimt an Sonntagen, war der Presslufthammer am Ohr, wenn man nach einem 12-Stunden-Arbeitstag entspannen wollte, wenn sie gerade Hunger hatte, und hatte ihr Zuhause in Farben dekoriert, für die das Wort feminin zu milde ausgedrückt war.
Kurz, sie war perfekt. Mit ihr konnte er stundenlang streiten und sich wieder versöhnen. Sie wollte vier Kinder, er zwölf. Sie mochten beide Spaghetti, beide glaubten an eine höhere Existenz als den Menschen. Daniela, Daniela, surrte es in seinem Kopf.
Er stand auf, checkte im Videotext des Fernsehens das Wetter in Louisiana, dann die Abflugzeiten. Verschwand kurz im Bad, um sich elektrisch zu rasieren, und klappte anschließend seinen Koffer auf dem Bett auf. Socken und Boxershorts flogen zuerst hinein.
Die Fahrt zum Flughafen nutzte er für den Anruf bei Charles Member, einem Freund aus Louisiana, der mit Immobilien handelte, und Jorgo versicherte, er könne, wann immer er wollte, bei ihm anrufen. Jorgo war nach dem Auflegen sehr zufrieden. Er würde Charles am Flughafen in Louisiana treffen.
Der Flug war ereignislos, außer etwas Tomatensaft, der bei einer kleinen Turbulenz auf sein Hemd kleckerte. Charles drückte ihm die Schlüssel in die Hand, zusammen mit ein paar Worten der Erklärung, wo alles zu finden war. Es war Wochenende, niemand wollte arbeiten, auch Charles nicht.
Jorgo kurvte erst etwas durch die Gegend, ehe er das kleine Häuschen entdeckte. Perfekt. Er schloss auf, bestellte Pizza und Wein und rief Daniela an, um sie zu bitten, zur Adresse des Hauses zu kommen.
Daniela war sauer gewesen, hatte sie ihn bei sich erwartet, als sie von ihrem Business-Meeting zurückkam. Doch sie wurde weicher, als sie hörte, dass er in der Stadt war, und versprach, gleich loszufahren.
Als es klingelte, öffnete Jorgo die Tür mit zwei Gläsern Wein in den Händen und begrüßte sie mit: „Unser erstes Glas in unserem kleinen Haus.“
Dann umarmte er sie und dachte kurz an seinen Wecker, den er vergessen hatte auszustellen und der jetzt jeden Morgen um 6 Uhr jemand Anderen erinnern würde zu der Liebe seines Lebens zu ziehen.
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Autorin: Von Gott inspiriert von mir Herbstsonne niedergeschrieben.
Meine Geschichten sind auf Rechtschreibung und Grammatik geprüft mit Hilfe von Copilot oder Chatgpt.
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