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geschrieben 2026 von Herbstsonne.
Veröffentlicht: 29.09.2026. Rubrik: Unsortiert


Trisomy 21 oder Kekse essen mit Boda und Klut Morgan

Trisomy 21
Amy war besonders. Das sagte nicht nur sie von sich, sondern alle Nachbarn, Verwandten und Bekannten waren auch dieser Meinung. Doch Amy hatte keine Freunde. Wenn der Schulbus kam, war sie es immer, die auf der vorletzten Bank alleine Platz nahm, ohne dass sie zuvor jemand gegrüßt hätte, und das, obwohl der Schulbus bereits schon voll bei ihrer Haltestelle jeden Morgen ankam. Früher hatte man sie auch an den Haaren gezogen und durch den Schnee geschubst, doch der 18. Mai 1984 änderte die Lage zu ihren Gunsten. Hilda Ortwine hatte ihr an diesem Tag an den Zöpfen gezogen, und Hildas Freundinnen johlten vor Begeisterung. Amy hatte vor Stress in einen dünnen Rinnsaal auf den Boden uriniert, der langsam und zunächst unbemerkt seinen Weg zu und um Hildas Ortwines Schuhe fand. Der Aufschrei war riesig gewesen, die Schuhe wurden entsorgt. Man hielt sie wegen des Vorfalls für eine Hexe, die Dinge kontrollieren konnte, und man getraute sich ab da nicht mehr, sie anzurühren. Ob Amy eine Hexe war, da war sie sich nicht so sicher. Auf jeden Fall aber war Amy von der Art besonders, die viele in ihrem Alter und auch einige Erwachsene nicht schätzen konnten.

Eines Tages Ammy saß mal wieder im Schulbus, und es war unfassbar laut. Da schaltete sie ihre innere Musik ein. Das alte Grammophon auf dem Dachboden ihrer Großeltern begann in ihren Gedanken Jazz zu spielen, die Lieblingsmusik ihrer Oma, welche Amy nun auch mochte und sich gerne von ihr einschmeicheln und beruhigen ließ. Von den leisen Klängen begleitet, öffnete sie ihren Rucksack, die kleine Blechdose hervorholend, die ihre Mutter ihr immer mitgab. Heute waren für die kleine Pause Apfelschnitze und Kekse darin, wunderbar.
Alles, was sie nun tat, geschah in ihrem Rucksack, denn Amy hatte Sorge, man würde ihre Kekse auf den Boden werfen und zertreten oder anderes tun, auch wenn man sie für eine Hexe hielt, man wusste ja nie.

Sie öffnete den Reißverschluss noch einen Spalt, und da sah sie sie sitzen, „Boda“, ihre geliebte kleine Puppe, mit der sie Jahr für Jahr schon immer gespielt hatte. Sie sprach in Gedanken zu Boda, bot ihr Apfel und Keks an, wobei sie versuchte, ihr zuerst den Apfel schmackhaft zu machen, ganz wie es Amys Mutter immer bei ihr tat, das Gesunde zuerst. Und dann tanzte sie mit Boda zur Musik des Grammophons. Mitten im Lied, sie waren gerade warm geworden und der Schulbus brauchte noch 15 Minuten bis zur Schule, flog ein Ellenbogen gegen ihre Rippen. Sie erschrak, und die Musik in ihr erlosch.

Ein kleiner Junge, jünger als sie, kam neben ihr zum Sitzen und stotterte verlegen eine Entschuldigung. Sie fasste schnell 1 und 1 zusammen, was geschehen sein musste. Er war geschubst worden, deshalb taten ihr nun die Rippen weh. Amy wollte unauffällig Boda und ihre Kekse wegräumen, nun da sie nicht mehr unter sich waren. Da entdeckte Amy Felix', des Jungen neugierigen Blick, auf die Blechdose mit den Keksen und Boda gerichtet. Er lächelte beiden zu, dann Amy. Dann bedeutete er, einen Moment zu warten, und wies schließlich in seinen geöffneten Rucksack zu blicken. Er war wohl kein Junge der großen Worte.

Die Kinder im Bus sangen inzwischen hässliche Choräle über alles, worüber sich lustig machen ließ, und bewarfen sich mit Papierkugeln. Doch keiner von beiden reagierte auf sie. In Felix' Rucksack saß eine Actionfigur mit strahlend weißem Zahnpasta-Lächeln. Felix beugte sich zu Amy rüber und flüsterte schüchtern und etwas stockend: „Kult Morgan“, das war der Name seiner Actionfigur. Und Amy flüsterte zurück mit Blick auf ihre Puppe: „Boda“ und dann zu Felix blickend: „Möchtest du oder Kult Morgan einen Keks oder Apfel?“

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Autorin: Von Gott inspiriert von mir Herbstsonne niedergeschrieben.
Meine Geschichten sind in Rechtschreibung und Grammatik geprüft durch Copilot.

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