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geschrieben 2026 von Herbstsonne.
Veröffentlicht: 07.10.2026. Rubrik: Unsortiert


Miss Pi O bekommt ungebetenen Besuch

Miss Pi O eilte die Straße hinab, wie immer am frühen Morgen um 6.30 Uhr hatte sie es eilig. Ihr Mantel wehte an den Enden im Wind und Herbstlaub regnete vom Himmelsdach auf ihre Fußspitzen nieder. Ein weiches Buttercroissant lag eingepackt in einer Papiertüte in Miss Pi O's Händen, der Duft kletterte die Häuserzeilen, die an ihr vorbeizogen, hinauf und verfing sich dort. Es hätte wirklich schön sein können, wie so oft morgens in Miss Pi O's Leben, hätte sie nicht immer mit dem letztmöglichen Kirchengong die Haustür Richtung Straße hinaus verlassen.

Sie war noch recht neu in der Stadt, die Abläufe waren noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen und Miss Pi O war zudem eine Person, die etwas für sich stets blieb, immer einen halben Schritt neben anderen. Diesen Tatsachen war es zugrunde gelegen, dass nicht nur ihre morgendlichen Wege etwas unromantisch waren, nein, auch ihre Arbeitstage und Alltagsgestaltung waren nüchtern. Gerade war sie mit schnell atmender Brust an einer Ampel angekommen gewesen, genauer die Ampel an der Five Nine Two left Street, als sie auf Rot sprang, 2 Sekunden eher als sonst, sie würde zu spät kommen. Diese Straße war stark befahren und ehe die Ampel hier auf Grün schalten würde, vergingen sicherlich 3 Minuten.

Resigniert hatte Miss Pi O ihre Papiertüte aufgefaltet und sich ein Stück des Buttercroissants gezupft, gewillt, in den drei Minuten Rotphase ihren Hunger zu stillen. Als ein weißer Schleier aus einer Wolke vom Himmel zu fallen schien und in ihm ein kleiner bunter Rabe namens Mumafred. Mumafred war durch die Lüfte geglitten und landete elegant vor Miss Pi O's Füßen, dann krähte er sie auffordernd an. Sie beide wussten, was gemeint war. "Her mit dem Zupfen Buttercroissant, mein Flug war weit." Doch Miss Pi O war nicht gewohnt zu teilen und wollte sich auch keinen Raben halten, sie war sich sicher, fütterte man einmal dieses bunte Gefieder, würde man es nicht wieder loswerden.

Doch der Rabe Mumafred blieb an Miss Pi O's Seite, bis die Ampel grün wurde, zum Blumenladen an der scharfen Ecke mit der großen geschwungenen Schrift im Schaufenster und schließlich bis zu ihrer Arbeitsstätte. Und als Miss Pi O dann demonstrativ ihren letzten Bissen vom Buttercroissant vor Mumafred verspeist hatte, um anschließend ins Bürogebäude zu eilen, fragte sie sich wie schon auf dem ganzen Weg: Was wollte dieser bunte Rabe Mumafred nur von ihr?!

Einige Stunden darauf, als sie Feierabend hatte und nach Hause ging, war er weg, auch zu Mittag hatte sie ihn nicht entdecken können.

Am nächsten Morgen aber, als der Kirchengong wieder schlug und sie zur Tür hinaus eilte, ihr Mantel im Wind an den Enden zu wehen begonnen gehabt hatte und das Herbstlaub vom Himmel herunter regnete, fiel ein weißer Schleier aus einer Wolke und in ihm flog niemand anderes als der bunte Rabe Mumafred auf die Erde hinab. Er kreiste einige Runden über das Haus, über dem sich Miss Pi O befand, sie hatte ihn längst gesehen und ihr Herz, es klopfte. Dann tat sie etwas, was sie nie von sich gedacht hätte, war sie doch lieber stets für sich alleine gewesen, sie hielt die geöffnete Tüte mit einem frischen Buttercroissant in die Luft und Mumafred, der das sah, senkte seinen Flug und glitt zu Miss Pi O's Füßen herab. "Warum nur? hast du gestern gefragt." krähte Rabe Mumafred, bevor er mit seinem Schnabel ins Buttercroissant pickte. "Nun. Weil jeder einen Freund braucht, der mit ihm die schönen Seiten des Lebens entdeckt und sie mit ihm teilt." Und Miss Pi O nahm die Farben seines Gefieders wahr und blickte auf das Laub, welches beide umgab, da wusste sie, in Mumafred lag die Schönheit der Dinge, und mit ihm konnte sie entdecken, was ihr oft alleine so verborgen blieb.


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Autorin:Inspiriert von Gott, niedergeschrieben von mir Herbstsonne.
Meine Geschichten werden in Rechtschreibung und Grammatikgeprüft von Copliot.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Karolina Ka am 07.10.2026:
Kommentar gern gelesen.
Guten Morgen liebe Herbstsonne,
das ist eine zauberhafte Geschichte, vom ersten bis zum letzten Wort. Sie hat mir ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert und ich nehme sie mit in in meinen Tag.

Alles Liebe von Karo




geschrieben von Herbstsonne am 07.10.2026:

Liebe Karo, oh wie schön! Ich freu mich wirklich sehr darüber! Hab Dank für deinen so lieben Kommentar und deine offene Freude. Sei ganz lieb gegrüßt! Herbstsonne 🌻

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