Veröffentlicht: 13.10.2026. Rubrik: Total Verrücktes
Felix beim Friseur
„Felix, nun komm doch endlich!“
Oh oh. Immer wenn Felix diesen Satz von seinem Papa hörte, wusste er genau, was passierte: Er musste zum Friseur. „Ach manno!“, sagte Felix. „Ich war doch erst gestern bei Frau Fuchs!“
Frau Fuchs war nämlich die Friseurin hier im tiefen Wald von Grönland. Und als Friseurin hatte sie schrecklich viel zu tun. Jeden Morgen nach dem Frühstück kamen alle Tiere des Waldes zu ihr, um sich die Haare schneiden zu lassen.
Mit einem beherzten Sprung in die Badewanne hoffte Felix, sich den suchenden Blicken seines Papas zu entziehen. Aber sein Papa kannte diesen Trick schon und war vor Felix in der Badewanne. „Ach manno!“, rief Felix erneut.
Felix’ Papa lächelte nur. Während er ganz locker in eine Kokosnuss biss, die er zufällig in der Badewanne gefunden hatte, sagte er: „Als ich noch ein kleines Krokodil war, musste ich auch jeden Morgen zu Frau Fuchs gehen. Damals hatte ich noch einen Pferdeschwanz auf dem Kopf, und der ist jeden Tag um zweiundelfzig Zentimeter gewachsen! Immer wieder habe ich versucht, mich in der Badewanne zu verstecken. Aber es half alles nichts. Am Ende war es bei Frau Fuchs sogar so schlimm, dass sie mir nicht nur jeden Tag meinen schönen Pferdeschwanz abschnitt – nein, ich musste sogar noch jede Menge Kakao trinken, Eis essen und durfte den ganzen Tag keine Hausaufgaben machen, sondern musste draußen spielen!“
Als Felix das hörte, sprang er schnell aus der Badewanne und rannte gaaanz langsam zu Frau Fuchs, um dem gleichen Schicksal wie sein Papa zu entgehen. Aber es war schon zu spät! Frau Fuchs wartete bereits mit der Schere, einem großen Kamm und einem Eis auf Felix, das so groß war wie das Segelboot, mit dem sein Papa immer durch den tiefen Wald von Grönland fuhr.
Mit großen, etwas ängstlichen Augen sah Felix Frau Fuchs an und fragte mit zitternder Stimme: „Muss ich jetzt wirklich das ganze leckere Eis aufessen und dann den ganzen Tag draußen spielen?“
„Ja“, sagte Frau Fuchs. „Und Hausaufgaben darfst du heute auch nicht machen.“
„Ach manno“, dachte Felix. Alles nur, weil er drei Minuten und zweieinhalb Stunden zu spät zum Friseur gekommen war! Aber das Schicksal meinte es noch viel schlimmer mit dem armen Felix: Als er nun ganz entspannt in der Hängematte lag und sich von Frau Fuchs seine leuchtend blonden Locken schneiden ließ, musste er sich auf dem großen Fernseher, den Frau Fuchs extra für ihn mitgebracht hatte, auch noch seine Lieblingsfilme ansehen! Das war zu viel für den armen Felix.
Als Frau Fuchs endlich fertig war, sprang Felix aus der Hängematte und jagte wie ein geölter Blitz nach Hause. Er wollte sich gerade wieder in der Badewanne verstecken, als er plötzlich das müde Röhren seines besten Freundes hörte: dem faulen Hirsch.
Der Hirsch hatte heute nämlich auch keine Lust auf einen Haarschnitt. Er hatte beschlossen, sich bei Felix zu verstecken, bis Frau Fuchs ihn mit ein wenig Glück vergessen würde. Also legte er sich einfach in Felix’ Bett. Wer käme denn auch auf die verrückte Idee, ausgerechnet bei einem Krokodil nach einem Hirsch zu suchen?
Als Felix den Hirsch in seinem Bett liegen sah, bekam er einen Lachanfall, der gar nicht mehr enden wollte. „Was machst du denn in meinem Bett?“, fragte Felix, als er endlich wieder reden konnte. Der Hirsch hob den Kopf, um zu antworten, doch Felix lachte schon wieder los. An dem großen Geweih des Hirsches hing nämlich nicht nur Felix’ Kopfkissen, sondern auch noch sein Lieblingskuscheltier, eine alte Socke und der Schlafanzug, den Felix schon so lange gesucht hatte!
„Nanu?“, meinte Felix plötzlich. „Wer ruft denn da?“
Jetzt konnte es der Hirsch auch hören. Ganz deutlich sogar. Es war Frau Fuchs, die den Hirsch suchte. Schnell sprang Felix auf den Rücken des Hirsches, und dieser sprang in einem hohen Bogen aus dem Fenster – direkt auf das Segelboot von Papa Krokodil, der gerade vom Bananenfeld kam.
Papa Krokodil erschrak so sehr, dass er sofort mit dem Boot weiterfuhr. Er fuhr aber nicht irgendwohin, sondern direkt zurück auf das Bananenfeld, auf dem die leckersten Erdbeeren von ganz Grönland wachsen.
Als das Boot mitten auf dem Feld zum Stehen kam, waren dort auch alle Freunde von Felix und dem Hirsch, die gerade mit einer Flasche Brot spielten. Für einen Moment war es vor Schreck ganz still. Aber als sie sahen, wie der Hirsch mühsam aus dem Boot kletterte – die Füße voller Erdbeermatsch und am Geweih noch immer das Kopfkissen, die Socke und der Schlafanzug –, konnte sich keiner mehr auf den Beinen halten. Alle bekamen einen Lachanfall, der in ganz Grönland zu hören war!
Man erzählte sich noch viele Jahre später von dieser Geschichte. Ob sie nun wahr ist oder nicht, das wissen nur Felix und seine Freunde.
Und was ist eigentlich aus der Badewanne geworden? Da saß jetzt Frau Fuchs drin, die nach dem ganzen Haareschneiden erst mal ein ordentliches Beruhigungsbad brauchte.
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