Veröffentlicht: 17.10.2026. Rubrik: Total Verrücktes
Felix und die Fallschirm – Socken.
Eigentlich ist Felix ein ganz normales kleines Krokodil. Er hat grüne schuppen, einen langen Schwanz, blonde locken auf dem Kopf und genau die richtige Anzahl an zähnen im Maul.
Doch eines morgens, als die Sonne über dem Bananenfeld mitten im tiefen Wald von Grönland aufging wie ein riesiger, gelber Pfannkuchen, passierte etwas merkwürdiges.
Felix wollte gerade in sein Badewasser springen, als er bemerkte, dass seine Füße heute gar nicht plantschen wollten.
Felix traute seinen Krokodilaugen nicht: er schwebte doch tatsächlich ein kleines Stück über dem Boden!
„Nanu?“, dachte Felix und lachte. „Wenn meine Füße heute Fliegen wollen, dann brauchen wir wohl gar kein Motorrad mehr, um zum Frühstück zu kommen!“
Felix ruderte mit seinen kurzen Krokodilarmen in der Luft, als wären sie kleine Paddel.
„Das ist ja besser als Schwimmen!“, rief Felix.
Er schwebte an seinem Freund, dem faulen Hirsch vorbei, der so erstaunt war, dass sie sich fast verhedderten.
„He Felix!“ , rief der Hirsch. Seit wann haben Krokodile denn Turbos in den Pfoten?“
„Seit heute morgen!“, lachte Felix. „Ich glaube, ich habe gestern zu viele Pusteblumen-Samen genascht. Jetzt bin ich Federleicht!“
Er Schwebte hinüber zum Bananenfeld, auf dem die leckeren Erdbeeren wachsen. Dort legte er seine Flügel ins Gras und kletterte an einer Erdbeere bis ganz nach oben. Dort oben entdeckte er etwas, was er vom Boden aus noch nie gesehen hatte:
In einem verlassenen Nest lagen keine Eier, sondern drei bunt gestreifte Socken, die leise Schnarchten.
„Socken, die Schlafen?“, flüsterte Felix. „Das wird ja immer besser!“
Er stupste eine der drei Socken vorsichtig mit der Schnauze an. Die Socke öffnete ein Auge (das andere wollte sie nicht wecken) und sagte: „Ach Felix, gut dass du da bist. Wir wollten gerade wieder zum faulen Hirsch fliegen, aber wir haben unsere Füße verloren. Leihst du uns deinen Rücken?“
Felix grinste so breit, dass man fast alle seiner siebenundachtzig Zähne sehen konnte. Ein Schwebendes Krokodil mit drei schnarchenden Socken auf dem Rücken? Das war genau die Art von Quatsch, die er liebte!
„Ich dachte ihr wollt zum Limonaden-Wasserfall?“, fragte Felix überrascht.
Die größte Socke, die blau-gelb gestreift war, schüttelte sich empört. „Ach was! Wir müssen dringend zum faulen Hirsch. Er hat heute seinen großen Schlaftag und ohne uns bekommt er kalte Hufe. Und wenn ein Hirsch kalte Hufe bekommt, fängt er an rückwärts zu niesen – und das bringt den ganzen Wald durcheinander!“
Felix nickte eifrig. Ein rückwärts niesender Hirsch klang nach einer menge Ärger.
„Na dann haltet euch an meinen Schuppen fest!“, rief er.
Mit einem kräftigen Paddelschlag durch die warme Sommerluft schwebte Felix los. Es war aber gar nicht so einfach, die Richtung zu halten, wenn man so leicht wie ein Luftballon war.
Einmal pustete ihn ein Windhauch fast in ein Spinnennest aus Zuckerwatte, aber Felix konnte gerade noch ausweichen.
Schließlich erreichten sie einen riesigen Berg aus Schnee, auf dem der faule Hirsch zwischen zwei winzig kleinen Erdbeeren in seiner Hängematte lag und schlief. Er trug eine Schlafbrille aus Bananenblättern und schnarchte so tief, das der Schneeberg bei jedem Atemzug eine La-Ola-Welle machte.
„Pst!“, flüsterte die rote Socke. „Wir müssen uns ganz vorsichtig an seine Hufe schleichen, bevor er aufwacht.“ So steuerte Felix also vorsichtig auf den Schneeberg zu. Es war ein seltsamer Anblick: Mitten im weißen, glitzernden Pulverschnee standen die winzigen, knallroten Erdbeeren.
Sie waren so klein, dass Felix sich fragte, wie sie die schwere Hängematte überhaupt halten konnten – aber in Felix` Welt - mitten im tiefen Wald von Grönland, ist halt alles möglich.
„Oje“, flüsterte Felix und versuchte, in der Luft die Balance zu halten. „Wenn ich jetzt niesen muss, wirble ich den ganzen Schnee auf!“
„Ganz vorsichtig, Felix“, zischte die blau-gelbe Socke. „Zuerst den linken Vorderhuf!“
Felix schwebte kopfüber auf den schnarchenden Hirsch zu. Er hielt die erste Socke mit der Schnauze fest und versuchte, sie über den Huf zu stülpen. Doch gerade als er die Socke fast platziert hatte, fing der Schneeberg an zu zittern.
Der faule Hirsch murmelte in Schlaf:
„Mhmmm... Erdbeereis mit Sahne und Tomatensauce...“
Er zog seinen Huf ruckartig weg, und Felix wirbelte wie ein verrückt gewordener Hubschrauber durch die Luft!
„Haltet euch fest!“, rief Felix den Socken zu, während er drei doppelte Loopings über den Bananenblättern drehte. Aber Felix rief etwas zu Laut. Und Zwar so laut, das der faule Hirsch aus dem Schlaf erwachte und drei Beine nach oben streckte. Das vierte Bein lies er schlafen, da er ja auch nur drei Socken hatte.
„Alle Mann festhalten!“, rief die geringelte Socke, während sie mutig an den Leinen ihres kleinen Fallschirms rüttelte. Die Socken hatten keine Lust mehr auf die Kälte in Felix` Kofferraum gehabt.
Kurzerhand hatten sie sich die kleinen Mini-Fallschirme geschnappt, die Felix dort für Notfälle aufbewahrte, und waren damit in die tiefe gesprungen.
Unter ihnen lag der Faule Hirsch und schnarchte schon wieder so tief, das sein ganzer Körper bebte. Die Socken steuerten im Slalom an dem kleinen Eisbären vorbei, der zufällig dort vorbeigeflogen war. „Zielobjekt in Sicht!“, piepste die grüne Socke.
„Huf-Landung in drei...zwei...eins...“
Mit einem leisen Plopp-Plopp-Plopp segelten sie nacheinander aus dem weichen Winterhimmel herab. Die erste Socke stülpte sich wie von Geisterhand direkt über den linken Vorder-Huf, während die beiden anderen noch elegant im Wind schaukelten.
Der Faule Hirsch schlief so fest, das er gar nichts von dem Landemanöver mitbekam.
Durch ein sanftes kitzeln an den Hufen wurde der faule Hirsch behutsam geweckt.
Er blinzelte verschlafen und rieb sich die Augen als er feststellte, das er sich aus-versehen seinen Schlafanzug über das Geweih gezogen hatte.
„Als Felix den Faulen Hirsch so in seiner Hängematte liegen sah, wie ein bunt verpacktes Geschenk mit Schlafanzug–Knoten im Geweih“, gab es kein Halten mehr.
Sein Lachen hallte über ganz Grönland und vermischte sich mit dem piepsen der Socken und dem lustigen rascheln der Erdbeeren. Und weil Lachen ja bekanntlich die beste Medizin ist, fühlten sich alle plötzlich so munter und glücklich wie noch nie.
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