Veröffentlicht: 20.10.2026. Rubrik: Menschliches
Der Handwerker 2
Der Handwerker 2
Bekleidet mit Kariertem Hemd und Latzhose, sowie ausgerüstet mit Werkzeugkasten, sah ich meinen Mann durch das große Wohnzimmerfenster, mit flotten schritten Richtung Hühnerstall laufen.
Gestern Abend, war in den Spätnachrichten, die Rede von Sturm und Starkregen. Daher waren noch schnell, ein paar kleine Reparaturen auszuführen. Außerdem wollte er noch zu den Nachbarn rüber, um ihnen jetzt mit Rat, später auch mit Tat, beim Anbau eines Wintergartens zu helfen.
Bei uns gab es, Adeliges Essen zu Mittag, denn es war noch genügend Erbseneintopf vom Vortag übriggeblieben, somit spielte Zeit keine Rolle. Ich schaute aus dem großen Wohnzimmerfenster.
Tatsächlich schien diesmal der Wetterprophet recht zu behalten, den der Wind machte schon mit kleinen Böen auf sich aufmerksam. Die Hühnerstalltür stand offen, die Hühner liefen draußen herum, um noch ein paar von den letzten Sonnenstrahlen, zu erhaschen. Von meinem Mann, war nichts zu sehen.
Beim Bügeln der Wäsche, hörte ich gerne Schlager. Plötzlich jedoch meinte ich, einen kurzen leichten Knall gehört zu haben.
Beim blick aus dem Fenster, konnte man sehen, dass es schon sehr stark Regnete, wobei der Wind auch zugelegt hatte, denn über dem Rasen, rollte ein leerer größerer Blumentopf, der normalerweise, zur anderen Seite des Hauses gehörte.
Jetzt war auch die Hühnerstalltür geschlossen. Die Obstbäume in der Nähe dieses Gebäudes, bogen sich stark hin und her.
Nach einer Weile blickte ich auf die Uhr, es war schon eine Stunde vergangen.
Der Regen prasselte noch stärker hernieder, so dass ich den Hühnerstall nicht mehr vom Fenster aus, sehen konnte.
Mein Mann war sicher schon beim Nachbarn, und würde sicher gleich erscheinen. Doch auch nach ebenfalls einer halben Stunde später, erschien er nicht.
Nach einiger Zeit, wurde ich nervös. Ich rief beim Nachbarn an, doch da war mein Mann noch nicht gewesen.
Schnell nahm ich eine Taschenlampe sowie Schirm, und lief zum Hühnerstall. Da die Tür verriegelt war, wollte ich schon wieder umkehren, als ich vor einem Geräusch im Gebüsch erschrak.
Mit der Taschenlampe leuchtete ich, und sah wie ein Huhn, nach dem anderen, sein Versteck verlies. Abermals erschrak ich furchtbar, bei dem Gedanken wo war mein Mann?
Schnell machte ich die Tür auf, ein Huhn nach dem anderen, lief Mir gackernd zwischen den Beinen hindurch, in den Stall.
Aus einer dunklen Ecke des Stalls, löste sich eine Gestalt, mir blieb fast das Herz stehen.
Es war mein Mann der mich unsanft zur Seite schupste. Dabei gab er allerlei unfreundliche Töne von sich.
„Du hast es wohl nicht nötig dir Sorgen um deinen Mann zu machen“
„Warst sicher froh, dass der Alte einmal weg war.“ Kam es böse aus seinem Mund.
Die ganze Zeit, hatte er im Hühnerstall verbracht, die Tür war vom Sturm zugefallen, wegen der alten Verriegelung, ließ er sich von innen nicht öffnen. Somit war mein Mann gefangen.
Bevor ich etwas zu meiner Verteidigung sagen konnte, war er schon weiter Schimpfend, auf dem Weg zum Haus. Diese schlechte Laune, hielt noch bis zum nächsten Morgen an. Dann kam unsere Tochter mit ihrem kleinen Sohn Sven, der natürlich sofort den Opa suchte.
Da die Beiden nicht wie sonst angemeldet, sondern unangemeldet zu Besuch gekommen waren, sah der Kleine Sven seinen Opa im karierten Hemd mit Latzhose und Werkzeugkasten worauf der vor Freude Laut rief, „Mama, Mama komm schnell, Bob der Baumeister ist hier.“ So kam es das auch Opa seine gute Laune wiederfand.
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Geschichte Nummer 11126



