Veröffentlicht: 03.11.2026. Rubrik: Fantastisches
Die Akademie des Geistes, Teil 2
Kapitel 3: Esthers Vertrauen
Nach dem Abwasch hoffte ich, direkt in mein Zimmer gehen zu können, die Decke über den Kopf zu ziehen und zu schlafen, aber Esther hielt mich zurück. "Kommst du noch kurz mit mir in den Wald?", fragte sie, und ihre Augen fixierten mich. Ich zögerte und schaute zwischen dem Ausgang und unserem verlockenden Zimmer hin und her. "Bitte", flehte sie und sah mich hoffnungsvoll an. Ich atmete tief durch und nickte schließlich. "Du wirst begeistert sein!", rief sie, und ihre Augen leuchteten.
Wir gingen ein paar Minuten durch den Wald, bis wir an einer Quelle anlangten. "Hier ist es", sagte Esther mit feierlicher Stimme und konzentrierte sich auf irgendetwas. Plötzlich kam ein Kater aus dem Gebüsch direkt auf uns zu. "Da bist du ja! Darf ich vorstellen, das ist Tiko, mein Kater. Ich habe ihn ... hier hereingeschmuggelt." Ich ging auf den Kater zu und streichelte ihn, worauf er mit einem Schnurren reagierte. Ich konzentrierte mich auf seinen Geist und konnte die Gedanken des Katers hören. Es waren keine Worte, eher Bilder und Gefühle. "Ich kann einfach nicht ohne mein Haustier sein", flüsterte Esther, "aber ins Zimmer durfte ich ihn nicht mitnehmen." Sie sah ihren Kater traurig an. Ich streichelte Tiko weiter und spürte, dass er mich genauso mochte, wie ich ihn. "Ich mag ihn", sagte ich daher leise. "Wirst du das Geheimnis für dich behalten? Ich weiß, wir kennen uns noch nicht lange, aber ich habe gespürt, dass du korrekt bist. Daher musste ich es einfach jemandem zeigen." Ich lächelte. "Schon alleine, weil ich Tiko mag, werde ich es niemandem sagen", antwortete ich, und Esther zog mich unvermittelt in eine feste Umarmung. Ich wusste nicht, wie mir geschah, und blieb wie erstarrt stehen. Esther ließ mich los und sah beschämt zu Boden. "Tut mir Leid, ich wollte nicht ..." Ich nickte nur und lächelte. Sie warf mir noch einen dankbaren Blick zu, bevor sich Tiko wieder versteckte und wir in unser Zimmer liefen, um zu schlafen.
Kapitel 4: Meditation im Wald
Am nächsten Morgen ging der Unterricht los. Ein älterer Lehrer, welcher sich mit Benedikt vorstellte, holte uns alle auf eine große Waldlichtung. "Die Natur ist das beste Werkzeug, um seine Kräfte zu üben und sich zu konzentrieren." Wir setzten uns alle ins Gras. "Schließt eure Augen und atmet tief ein und aus. Konzentriert euch nur auf euren Atem. Wenn Gedanken kommen, stellt euch vor, diese wie eine Wolke wegzuschieben", wies der Lehrer uns an. Alexis fiel es offenkundig sehr schwer, still zu sitzen, aber ein beruhigender Blick von Dorian half ihm dabei. Ich schloss die Augen und tat, was mein Lehrer sagte. Hunderte Gedanken wollten auf mich zustürzen, doch ich drängte sie sanft bei Seite und konzentrierte mich nur auf das Gefühl des Atems. Es gelang mir tatsächlich, vollkommen entspannt zu werden, bis Benedikt in die Hände klatschte.
"Wie ist es euch ergangen?", fragte er. Ich hörte ein Schnarchen und sah, dass Darius eingeschlafen war, jedoch sofort von Benedikt geweckt wurde. Der Junge schaute beschämt zum Lehrer hinauf. "Das passiert jedem Mal", sagte dieser. "Was ist mit ihr denn los?" Esthers Blick blieb an Viola hängen, die reglos wie eine Statue da saß. Ihre Augen reagierten auf nichts. Benedikt kam auf sie zu und sagte: "Sie hat scheinbar ihren Körper verlassen. Ich werde sie zurückholen." Sein Blick wurde konzentriert, und schließlich saß auch er wie eine Statue auf dem Waldboden.
Es vergingen ein paar Minuten, als Viola und Benedikt wieder ihre Augen aufschlugen. Viola sah etwas verängstigt aus. "Nun werde ich euch etwas über Meditation erzählen", sagte der Lehrer nach kurzem Durchatmen. "Meditation ist das Wichtigste, um eure geistigen Kräfte zu sammeln und euch zu konzentrieren. Sie ist Grundvoraussetzung für alle anderen Fähigkeiten, die ihr noch lernen müsst. Ich möchte, dass ihr jeden Tag mindestens einmal meditiert und eure Fortschritte dokumentiert." Benedikt teilte noch an jeden ein Buch aus. "Grundlagen der geistigen Kräfte", stand auf dem Umschlag. "Bitte lest euch bis morgen die ersten fünf Seiten durch", trug der Lehrer auf, dann war der Unterricht beendet.
Fortsetzung folgt
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Geschichte Nummer 11285



