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2xhab ich gern gelesen
geschrieben von sylvia.
Veröffentlicht: 29.07.2020. Rubrik: Unsortiert


Der Glückspilz

der Glückspilz,

müde sitzt der alte Ludwig unter seiner Brücke auf einer dicken Wolldecke, die er
irgendwo stibitzt hat. Ja es ist seine Brücke. Schon lange ist sie sein zu Hause. Hier ist
es windgeschützt und meist menschenleer. Nur vom nahegelegenen Rheinufer schallen
die Rufe der Anderen rüber, wenn sie ihre Hunde rufen.
Die Anderen, das sind die die die ihn meiden, den alten Penner. Längst hat Ludwig sich daran
gewöhnt so genannt zu werden. Es macht ihm nichts mehr aus. Zu lange ist es her das sein Leben
aus den Fugen geraten ist.
Ludwig blickt auf seine nagelneuen Turnschuhe. Die hat ihm die nette Frau Maier aus dem Fairhaus
für 1 Euro verkauft. Es gibt doch nette Menschen. Ludwig hat die Hoffnung nie aufgegeben.
Seit seinem 18. Lebensjahr lebt er draußen auf der Straße. Nun wird er bald 55 Jahre alt,
Sein Elternhaus war die Hölle.
Ludwig hat alle möglichen Jobs angenommen und auch eine Lehrstelle bei einem Autohandel angenommen.
Er war sehr stolz auf sich diese gefunden zu haben, aber das Glück verließ ihn wieder schnell.
Sein Chef beschuldigte Ludwig einen Stapel alte Reifen heimlich verkauft zu haben.
So landete der junge Ludwig auf der Straße. Falsche Freunde und der Alkohol zogen ihn immer weiter runter.
Manchmal geht Ludwig in die Lambertus Kirche beten. Nicht unbedingt am Sonntagmorgen. Einfach so wenn
ihm danach ist.
Und der Ludwig besitzt noch einen ganz besonderen Schatz.
Einen Schlüssel. Sein Heiligtum, wie er es nennt. Diesen besonderen Schlüssel trägt er immer an einer Kette um
seinen Hals. Im Pulli versteckt.
Heute ist ein guter Tag. Ludwig rafft sich auf . Er darf in die Bücherei in der Heye Straße und dort den Tag verbringen.
Dafür hat er ja den Schlüssel. Er kann kommen und gehen wann er will. Ein Privileg aus besseren Zeiten, als er hier als
Aufsicht gearbeitet hat. Das hat er gerne getan. Dabei konnte er seine Bücher lesen und auch an den heißgeliebten
Laptop.
Heute trifft er hier seine liebe Freundin Anita, die ihm Klaffe kocht und mit leckeren Brötchen versorgt. Anita räumt
hier auf und putzt di Böden. Sie hat eine Überraschung für Ludwig. Pommes mit Currywurst Sogar die kann er sich
selten leisten.
Ludwig genießt den Tag in der Bücherei mit Anita und ist dankbar für das leckere Essen. Am Abend musss er zurück
ans Rheinufer unter die Brücke. Es ist noch hell und so schlendert er noch gemächlich am Ufer entlang als er da plötzlich
was blinken sieht. Huch, was ist das? Goldklumpen. ????
Da liegen wirklich Goldklumpen . Zwischen Müll und Dreck wie alten Kokosnüssen liegen sie.
Das Glück ist zurück . Ludwig kann es nicht fassen.

Ende

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