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geschrieben von DER WORTKOTZER.
Veröffentlicht: 25.05.2021. Rubrik: Märchenhaftes


DIE RIESEN VON PUSILLUS: Brüder im Geiste (2) - ENTSCHEIDUNGEN

Der Prozess war öffentlich, der Gerichtssaal proppenvoll. Obwohl es sich keineswegs um ein Kapitalverbrechen, sondern lediglich, zumindest für den Großteil der männlichen Beobachter, um ein reines Kavaliersdelikt handelte. Heute, am 3ten Verhandlungstag, saß Angelique, Opfer Nr. 5, eine Frau um die 40, rotblondes Haar, lindgrüne Bluse, Jeans, hübsch anzusehen, neben dem Staatsanwalt, der, wie auch die Tage zuvor, den Angeklagten Edmond mit seinen Fragen und Anschuldigungen zur Rede stellte. Der aber sagte auch dieses Mal kein einziges Wort, sondern starrte, als würde ihn das alles nichts angehen, ausdruckslos vor sich hin.

„Der Angeklagte beruft sich auf sein Aussageverweigerungsrecht“, entgegnete zum wiederholten Mal sein Rechtsanwalt wohl wissend, seinem Klienten damit in keinster Weise dienlich zu sein.

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Und wieder saßen sie im Café-Restaurant LE DANTE, das auf dem Abschiedsfoto klar zu erkennen war. Und wieder fehlte von Singulus jede Spur. Anstatt Edmond bei Maximus zu verpfeifen, hatte sich Sorora dazu entschlossen bei dem verabredetem Austausch zugegen zu sein, in der Hoffnung, dass dieser vielleicht gar nicht zustande käme. Ein Foto Singulus' auf dem Titelblatt einer Boulevardzeitung weckte schlagartig ihre Aufmerksamkeit.
„Was ist ein Heiratsschwindler?“, fragte sie neugierig. Edmond wurde kreidebleich.

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Am Nachmittag wurde die Verhandlung fortgeführt. Die Beobachter waren sichtlich enttäuscht. Anstatt pikanter Details hatten sie bis jetzt lediglich die Stimme des Anwalts vernommen. „Der Angeklagte, Monsieur Edmond, möchte etwas sagen“, verlautbarte der Richter gleich zu Beginn und augenblicklich wurde es mucksmäuschenstill im Gerichtssaal.

Unter Tränen gestand dieser all die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und beteuerte wie leid ihm das Geschehene täte. Er entschuldigte sich bei jedem der acht Opfer, setzte sich, und wartete demütig auf das Urteil. Die Beobachter waren fassungslos. Dann aber erhoben sie sich, begannen zu klatschen und ließen den Angeklagten hochleben.

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Als Mönch verkleidet hatte Edmond in einem günstigen Augenblick Singulus auf der Toilette überwunden, die Klamotten getauscht, und war an seiner statt in den Gerichtssaal zurückgekehrt. Sorora hatte Singulus anschließend nur mit größter Mühe zu den Raum-Zeitmaschinen zurückgebracht.

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„Wo bin ich? Und wer bist du?“, fragte Singulus, aus der Ohnmacht erwacht, die Fremde.

„Du bist wieder zuhause Singulus, und ich bin Sorora, deine zukünftige Frau.“


BECU


DIE RIESEN VON PUSILLUS beruhen auf einer Fotogeschichtenschreibgruppe. Leider wird das Foto nicht angezeigt:
Eine schmale Gasse mit dem Café-Restaurant LE DANTE in Paris.

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