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6xhab ich gern gelesen
geschrieben 2021 von Christelle (Christelle).
Veröffentlicht: 02.01.2022. Rubrik: Fantastisches


Der Frühjahrsputz - aus drei Perspektiven !

Eine Hausfrau:

Es wird mal wieder Zeit, denke ich, ein Frühjahrsputz ist angesagt. Wenn die Sonne durchs Fenster scheint, sehe ich, dass diese ihn bitter nötig haben. Auch das Badezimmer muss gründlich gereinigt werden, ebenso die anderen Räume, wo Staub gewischt und der Boden gesaugt werden muss.

Dann ist die Küche dran: Regale, Schränke, der Kühlschrank, innen und außen. Ich sortiere die Vorräte neu, schaue, ob irgendetwas entsorgt werden muss.

Am Abend bin ich total erschöpft und strecke alle Viere von mir.


Ein Mehlwurm:

Gott sei Dank hat mich diese Verrückte übersehen. Wie die heute durch die Wohnung gewirbelt ist! Das geht auf keine Menschenhaut. Kein Wunder, dass sie jetzt daniederliegt.

Ich sitze in einem gläsernen Mehlbehälter, der im Küchenregal steht. Von dort aus konnte ich gut beobachten, was in der Küche und im offenen Wohnbereich passierte. Ich selbst falle nicht auf, denn ich bin weiß wie das Mehl, wo ich mich versteckt halte.

Hätte die Frau mich entdeckt, hätte sie wohl kaum Gnade vor Recht ergehen lassen. Sie hätte mich mitsamt dem Mehl in den Mülleimer gekippt, so fanatisch wie sie ist. Sie bildet sich viel darauf ein, sehr sauber zu sein, dabei bin ich viel sauberer. Ich bin schneeweiß und meine Umgebung ebenfalls. Deshalb hat sie mich nicht entdeckt.

Hurra, ich lebe noch!


Ein Außerirdischer:

Ich weiß nicht, wie ich auf diesen Planeten gekommen bin. Irgendetwas hat mich magisch angezogen, etwas, das in der Sonne funkelte. Es waren frisch geputzte Fenster, die ich nicht kannte. So bin ich prompt mit dem Kopf gegen die blanke Scheibe geknallt. Ich sah so viele Sterne, dass ich im ersten Moment glaubte, wieder daheim zu sein.

Dann entdeckte ich hinter der Scheibe viele fremdartige Gegenstände, die hämisch mein Missgeschick belächelten.

Es gab außerdem eine Frau, die mich aber nicht bemerkte, weil sie wie eine Verrückte durchs Zimmer wirbelte und mit Hilfe eines feuchten Lappens
versuchte, den Staub auf den Schränken zu entfernen.

Warum hat sie das getan?

Ich verstehe es nicht, denn dort, wo ich herkomme, ist Staub sehr wertvoll.

Es ist Sternenstaub.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Christine Todsen am 02.01.2022:
Kommentar gern gelesen.
Die letzten Zeilen sind eine gute Ausrede, wenn man mal keine Lust zum Staubwischen hat. Muss ich mir merken.




geschrieben von Christelle am 02.01.2022:

Von Außerirdischen lernen…. Auch das ist möglich!




geschrieben von Metti am 03.01.2022:
Kommentar gern gelesen.
Letzten Frühling habe ich sogar die Spiegel geputzt. Mann, was bin ich alt geworden. Das werde ich nie wieder tun. Deinen Mehlwurm finde ich cool!




geschrieben von Christelle am 03.01.2022:

Metti, ich weiß nicht viel über Mehlwürmer, aber meinen finde ich auch ganz cool!




geschrieben von ehemaliges Mitglied am 04.01.2022:
Kommentar gern gelesen.
Schöne Geschichte! Perspektivwechsel können den Horizont erweitern. Deinen Mehlwurm finde ich auch witzig^^




geschrieben von Christelle am 04.01.2022:

Ich bin überrascht, dass der Mehlwurm mehr Aufmerksamkeit erfährt als ein Außerirdischer.

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