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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2018 von Christine Todsen.
Veröffentlicht: 19.09.2018. Rubrik: Märchenhaftes


Von wegen!

„Von wegen!“ Jeder kennt wohl diese Redensart, die „auf keinen Fall!“ bedeutet.

Aber woher kommt sie? Im Internet habe ich nichts zu ihrer Herkunft finden können. Mit der Formulierung, die man in „von Amts wegen“ antrifft, hat sie inhaltlich nichts zu tun.

In dichterischer Freiheit habe ich mir erlaubt, eine kleine Geschichte darüber zu schreiben, wie die Redewendung entstanden sein könnte.

Es war einmal ein junger Mann, der hatte sich in ein schönes Mädchen verliebt. Er wollte sie im Haus ihrer Eltern besuchen und fragte sie, wie er zu Fuß hinkäme. Sie sagte es ihm und fügte hinzu: „Es sind nur ein paar Wege.“

Voller Vorfreude brach der junge Mann am nächsten Tag auf. Doch schon bald wich seine Freude einem Unmut, der ständig größer wurde. Der erste Weg war ein mit Nesseln überwucherter Pfad. Als er endlich in den zweiten Weg einbiegen konnte, endete dieser als schmaler Steg, der über einen reißenden Bach führte.

Der junge Mann betrat den Steg nicht, zumal er sah, dass auf dem anderen Ufer des Baches, wo der dritte Weg begann, eine Weide mit Stieren lag. Vielmehr machte er wutentbrannt kehrt und erzählte allen seinen Freunden, dass er mit dem Mädchen nichts mehr zu tun haben wolle. „Von WEGEN hat sie gesprochen! Von WEGEN! Das waren keine Wege! Das waren Folterstrecken! VON WEGEN…“

Die Geschichte machte die Runde im ganzen Land. Ihr Markenzeichen wurden die Worte VON WEGEN. Als niemand mehr wusste, worauf sie sich ursprünglich bezogen hatten, entwickelten sie sich zu der Redewendung, die wir heute kennen. In Übereinstimmung mit der Formulierung „von…wegen“ schreibt man WEGEN klein, obwohl es eigentlich groß geschrieben werden müsste.

Dies ist kein wissenschaftlicher Artikel, sondern ein Märchen, das erzählt, wie es gewesen sein könnte – auch wenn viele Germanisten jetzt entsetzt protestieren werden: „Von wegen!!!“

2xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Metti am 20.09.2018:

Eine nette Idee, wie diese Redensart entstanden sein könnte. Und wahrscheinlich war das in Wirklichkeit ganz anders. Schade, dass man dazu nichts findet.

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