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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2021 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 08.02.2026. Rubrik: Lustiges


Du meinst es nicht ernst?

Die Kurzgeschichte von 2021 ist urheberrechtlich geschützt.
Sämtliche Personen in dieser humorvollen Kurzgeschichte sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit Lebenden oder verstorbenen Menschen wäre rein zufällig.
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Ausziehen erlaubt
Du meinst es nicht ernst?
Fünf fragende Worte, die Zahl der Monate oder Jahre veränderten sich mit der Zeit. Jedes Mal blickte ich dabei mit offenen Augen in ein Gesicht bei dieser Frage. Die Antwort meines Gegenüber war halt nur ein Wort, dieses „doch“.
Es war wie ein Fluch, der über mich gelegt worden war und begann mit einem Rauswurf aus Platzgründen. Ein Argument was nicht stimmte, mehr am Verhältnis lag zu meiner Mutter, die einen Neuen wie man sagt, gefunden hatte. Bei meinem so einfach ist das nicht, mischte er sich ein. Reden lassen sagte ich mir, grinste beide an, sagte zu meiner Mutter ok, mein Anwalt meldet sich bei dir, bei euch.
Die stillen, versteckten Reserven meiner Mutter wechselten an dem Abend bei Abwesenheit der beiden den Besitzer. Wer meint Daheim ist sowas besser aufgehoben der kann es verlieren. Mein folgender Arbeitstag wurde verkürzt, mietete ein Bankschließfach und deponierte dort neben dem Geld wichtige Papiere.
Es muss später ein kleiner Schock für sie gewesen sein, als sie eine fehlende, danebenstehende Zimmertüre sah und ein leeres Zimmer, mein Zimmer.
Ich bezahlte den Telefonanschluss, der nun wegen Umzug gekündigt war. Es gab noch mehr dessen Kosten ich trug, sie würde es merken.
Sie hatte es gemerkt, nicht alles gleich. Ich war halt verschwunden, erreichbar nur auf meiner Arbeitsstelle. Klar da baut man vor. Bitte keine privaten Gespräche an mich weiterleiten als Notiz in die Telefon-Zentrale, reichten.
Meine Mutter, war schon link von mir so zu verschwinden, merkte das Fehlen ihres Bargeldes erst als ihr Neuer von ihr Geld wollte. Sie stand an der Firma, wartete auf mich und Er saß in seinem Auto. Diesmal sagte ich leise zu ihr: "Du meinst es nicht ernst?"
"Mein ganzes Erspartes fehlt".
"Frage ihn doch, er hat nun einen Grund dich zu verlassen. Du hast mich genötigt auszuziehen wegen ihm und wunderst dich nun. Wie mein Vater sind andere Männer nicht, lerne daraus, lebe allein weiter".
„Das ist mein Ernst, warum lächelst du nun?“
Gitte stand vor mir hielt ein Kind an der Hand. Wer nennt sein Kind, seinen Sohn noch Ernst. Meine Mutter fiel mir ein. Gitte war so eine Nette, zu sehr Nette, bis sie schwanger war, man es sah. Vater unbekannt hieß es. Ich glaubte es nie.
„Von wo hast du Ernst mitgebracht?“
„Ihr habt mich alle gefragt, gerätselt. Reicht dir nicht die Antwort du kannst es nicht gewesen sein?“
„Reicht, übers Flirten kamen wir nie hinaus und mehr als Tanzen wolltest du nicht“.
„Du musst es ja wissen“. Brigitte, alle nannten sie nur Gitte früher, ging mit ihrem Ernst weiter.
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SatirepatzerSatirepatzerNicht fremd wird vielen sein, wer hat damals nicht in Unternehmen gearbeitet wo die Geschäftsführung nur aus Männern bestand und selbst der Eigentümer, genauer die Eigentümerfamilie alles in eigener Hand behielt. In so einem von ihnen als Welt - Unternehmen bezeichnet, fing ich an, weil sie wachsen wollten, begannen kleinere Firmen, denen nicht nur Raum fehlte, aufzukaufen. Da wurden nun auch Bügelmaschinen gebaut, neben den anderen Produkten. Platz war da, Aufträge für diese überalterten Bügelmaschinen weniger. Mit den Dingern war es wie ein Backenzahn, der faulte. Die Firmenleitung, wie Könige so traten sie auf, stammten aus einer Zeit die nur 12 Jahre bestanden hatte, Trümmer hinterließ.
„Zickezacke“ tauften wir einen neuen Geschäftsführer, einen Herrn T. einst im Heeresstab vom Gröfaz. Vorsicht, dieses Wort, benutzt im Zusammenhang mit diesem Ex-Kommandeur, passte. Die kleine, firmeneigene freiwillige Feuerwehr, übte einmal im Monat, machte dann Nachbesprechung mit Weinbrand wo Herr T. Informationen sammelte über die Belegschaft, wenn die kleine Truppe die Promille steigen ließ.

„Ist das ihr Ernst?“
Nach einem Feuerwehrabend durfte ich strammstehen in seinem Büro. Von nichts eine Ahnung erlaubte ich mir die Frage nach dem Namen des Herrn, der da über mich was erzählt hatte.
Leopold Spritt, kam. Leo war einer der übergangenen Aufsteiger, gut reden ja, mehr aber nicht. Wurde es knifflig wurde Leo krank. All die Älteren kannten Leo und seine Art. Herr T, bat ich doch sich an Herrn P. zu wenden wegen der Beschwerde, dem angeblichen Vorfall.
Er tat es wohl, kam später zu mir und… es gibt so Momente da nimmt man was hin ohne ein Wort. Er kam zu mir, legte oder klopfte auf meine rechte Schulter, um zu sagen alles in Ordnung, demnächst gibt es einige Kündigungen, wir verjüngen hier die Kompanie.
Weihnachten stand die Mitarbeiter-Truppe, die im 2. WK noch gekämpft hatte, alkoholisiert im unteren Gang des Bürogebäudes. Sie sangen ein Kampflied, eigentlich für die neue Zeit unpassend. Es reichte mir mit Anderen, Jüngeren, eine Etage höher im Treppenhaus nach unten zu sehen, wie Herr T. mit erhobenem, verbotenem Arm, die Reihe seiner Kompanie von Büro-Fußsoldaten abschritt.
Stille, wir sahen uns an, gingen zurück ins Konstruktionsbüro.
Das wars, sagte der leitende Ingenieur.
Herr T. schied freiwillig aus zum neuen Jahr. Da hatte jemand ernst gemacht.

Der Ernst des Lebens kam mit einer Insolvenz-Nachricht. Wer konnte floh direkt, suchte, nahm noch seinen vorhandenen Urlaub. Wer spürte es ist zu Ende schrieb Bewerbungen. Der Betriebsrat schwieg, eine Betriebsrätin plauderte. „Unter uns bleibt alles“. Sie wollte, sie tat, wir beherzten sie, taten mehr als verlangt dafür und gewannen am Ende. Rechtzeitig raus ohne Verlust da die Firma pleite war, längst alles der Bank gehörte, was die Eigentümerfamilie nicht in Sicherheit gebracht hatte. Muss nicht stimmen, wurde aber so erzählt.
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Unser Leben geht/ging weiter. Annegret meinte da zu mir, bevor du einen neuen Job antrittst, solltest du deine Mutter besuchen. Ist das dein Ernst durfte ich zu Annegret nicht sagen, nicht mehr sagen, es nervte sie total.
Ich erinnerte mich: Zum ersten Mal mit ihr im Bett, sie verlangte danach, lehnte die Couch ab, weil sie zu schmal war, angeblich. Sie gab vor, ich tat, gab mein Bestes im doppelten Sinne. Meinen Lieblingssatz, der mit dem ernst und so kam zu oft, meinte sie danach. „Ohne den Satz bleiben wir zusammen, mit, trenne ich mich von dir“.

Besuch bei meiner Mutter. Der fiese Typ von damals, saß neben ihr.
„Guten Tag, wollte mal nach dir sehen, sah dich lange nicht“.
„Ich habe dich nicht vermisst, nur mein Erspartes“.
„Dachte ich mir, hat Er dir dein Geld zurückgegeben?“
Das Männlein merkte mir nicht gewachsen zu sein, schwieg.
„Verheiratet seid ihr wohl nicht?“
„Nein, die Rente deines Vaters wäre weg. Er bekommt nicht viel, zusammen geht es“.
„Es geht dir gut, mir geht es gut. Lassen wir es so wie es ist“.
„Wo wohnst du jetzt?“
„Bei Annegret, du kennst sie nicht. Sie hat nette Eltern, sind anders als du. Kontakt mit dir, ich habe sie gewarnt, ist nicht erwünscht“. Sie sah mein Grinsen, ahnte ein Scherz war es nicht. Ohne meine Blumen fuhr ich mit gutem Gewissen zurück.
Mein neuer Job trennte mich von Annegret. Anfangs gab es noch unsere Fernbeziehung. Sie maulte, ich sagte du bist Lehrerin nicht nur bei mir, konzentriere dich besser auf deine Karriere, meine geht steil nach oben. Sie, Annegret war Grundschullehrerin wollte mit Kleinen anfangen und danach zur Gesamtschule wechseln als Lehrerin, nicht um selbst zu lernen. Ihr Papa, ein Oberstudienrat oder sowas ähnliches am Gymnasium war froh mich los zu sein. Du machst mir eine Freude sagte er, als ich auszog. Den Grund kannte ich, der Typ hieß aber nicht Ernst.
So eine Betriebswohnung hat vor und Nachteile, wenn es den Blockwart gibt. Hausmeister sind anders, die melden krankspielen nicht der Geschäftsleitung oder wer mit wem im Haus so nahen, engen Kontakt hat.
Karl-Heinz Wolter, er stellte sich vor, schloss auf und fing an zu erklären als ob ich …
„Ich bin kein Muttersöhnchen, es reicht, Backofen und Waschmaschine kenne ich schon von innen“. Er gab mir die Schlüssel, kam am Abend nochmal an die Tür, fragte, ob Hilfe nötig wäre. Er nervte und bei sowas, es ist mein Ernst, da tauschte ich das Türschloss aus, neuer Zylinder rein. Sollte Karl-Heinz so Ambitionen haben bei Abwesenheit mal rumzuschnüffeln bei mir, gäbe es ein Problem für ihn.
Neues Abenteuer, neuer Job und nett sein überall. Frau Zylonka profitierte gleich von mir. Sie auf dem Weg zum Bus stieg ein bei mir. Wir trafen im Treppenhaus zusammen, kurz vor 7 Uhr.
Mein Mann, zwei Worte, klare Sache.
Ich habe keinen Mann, keine Frau, somit fuhr sie neben mir sitzend schweigend bis zum Parkplatz. Nach ihrem Danke nahm sie einen anderen Eingang. Sie ins Nebengebäude, ich nahm den Haupteingang.

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„Ich Chef, du nix“. Gut, war da nicht gemeint, klang gemein, weil im Umfeld gelachte wurde. So Komiker gibt es in jeder Firma, früher in Ehen war es der Mann, später die Frau, wenn sie die Hosen anhatte und kräftiger von Statur war.
Bei Kollege Rainer Roth kam diese Frage auf, wurde gestellt nach seinem blauen Auge und dem genähten Riss an der Augenbraune des anderen Auges. „Meine Frau macht neben Yoga nun Karate“. Diese Entschuldigung akzeptierten alle Kolleginnen, die Männerwelt allerdings nicht.
Frauen mit schlagenden Argumenten, Rainer gab zu es übertrieben zu haben. Sagte aber gleich, nicht im Ehebett.
Für mich war es ein Hinweis. Eine Frau sollte kleiner und zarter sein. Doof wenn es die Tochter eines Kollegen ist aus dem Haus. Sie wollte gerne, ich zögerte wollte zuerst mit dem Papa sprechen.
„Sie ist wie eine läufige Hündin, nicht meine Tochter“.
„Deine Frau?“
„Quatsch“, sagte er, „wir leben nur zusammen. Du kannst ihre Tochter gerne haben“. Ein Kollege, der es hörte, sagte: „Biete ihm was an dafür. Ist bei Türken so üblich“.
Nun mal im Ernst, ich bin kein Migrant, kein Türke, bete nicht Allah an.
Wo war ich da gelandet? Ein Multikulti – Unternehmen voller bunter Spaßvögel aus vielen Ländern. Wir sind International ein Unternehmen von Welt. Einige liefen rum, als wären sie auf dem Mond besser aufgehoben. Reden sie nicht, machen sie lieber. Pause machten da zwei Frauen, Zwangspausen wegen Wechselarbeiten. Sie hatten Sonderrechte. Unsere Damen, so fing es an. Ich fragte gleich zu Anfang wer ist frei, wer gebunden, welche Frau gefesselt. Eine sprach nie mit uns, sie war geknebelt, Geheimnisträgerin, Betriebsratsvorsitzende.
Jedes Quartal gab es diese Leistungskurve, vorher diesen Fragebogen, wie beurteile ich meine Kollegen. Wer belegte halbe Brötchen herumreichte, mit Mett und Zwiebeln, alkoholfreies Bierchen dazu, wurde stets gut bewertet. Selbstgebackener Kuchen, trocken ohne weiche Füllung blieb im Mittelfeld. So richtig ernst nahm niemand diesen Fragebogen.
Herzstillstand während eines Meetings. Montags ein Schock, an einem Freitag sagt man Wochenende versaut. Rainer Roth erwischte es. Zwei Damen griffen ein, taten alles um… die Sanitäter wenig später übernahmen.
Rainer wurde wiederbelebt, abtransportiert. Es gab eine Nachbesprechung wo alle den beiden Heldinnen, Lebensrettern stehend applaudierten. So stand es am nächsten Tag wahrheitsgemäß in der Tagespresse.
Unser Chef, seine Frau an der Seite, sagte laut, wer nun glaubt er könnte… fristlose Kündigung. Rainer kam wieder, sagte Danke, noch die Reha und dann Frührente.
„Das meinst du nicht ernst!“.
„Doch“, sagte Rainer, „Liesbeth möchte es so, ihr Vater hatte es auch, ging wieder arbeiten und landete im Sarg“. Keiner fragte, wie alt der Vater war. Rainer mit seinen 58 Jahren gönnten alle die Frührente. Ohne Rainer gab es keine Überraschungen mehr. Es wurde weniger gelacht.
Der Ersatz für Rainer war nun weiblich. Verjüngen und be-weibern läutete eine neue Zeit ein, Feminismus wurde großgeschrieben. Locker im Wort war Vergangenheit. Aus du wurde ein Sie zu ihr gleich von Anfang an. Sie Arsch sagte Vera Karl, Vera Karl klang wie eine Ehe aus einer Person. Aus Spaß sagte einer zu ihr Herr Karl. Fettnäpfchen, sie beschwerte sich. Vera Karl trug Rock und unsere Schreibtische waren offen. Fiel ein Bleistift auf den Boden musste Mann auf die Knie. Die Sicht von unten konnte ins Grüne gehen.
Männerspiele sind so. Es werden Wetten abgeschlossen, 1 Euro Einsatz. Es ging um die Slip-Farbe. Ihr seid bekloppt sagte Belinda mit der wir fast intim waren in der Firma. Dafür ließen wir sie gewinnen an Freitagen, um ein Date samstags zu bekommen. Vera Karl erfuhr davon. Eine Abmahnung der gesamten Abteilung folgte.
Gleichberechtigung sollte wieder abgeschafft werden.

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Die Folgen ließ Frauen übermütig werden. Im Einkauf gab es den Leiter und seine Mitarbeiterrinnen. Ich habe 9 Frauen unter mir, sagte er früher laut. War vorbei, auch dieses setzen sie sich mal nah zu mir.
Nach zwei Jahren sah ich nur Frauen, kaum Männer und aus dem Chef wurde die Chefin.
Sind wir hier bei Emma und die Schwarzer sitzt in der Chefetage? (keine ernste Frage)
Einige kündigten, zog da zügig mit nach. Vera Karl sagte dazu: Weicheier, nichts in der Hose, nur Luft. Darauf zog ich meine Kündigung zurück. Ich habe Mut in der Hose, trinke Orangensaft frisch gepresst und Smoothies.
Es begann eine seltsame Freundschaft mit Vera Karl. Sie sah mich nun mit anderen Augen. Die Aufstiegskandidatin duldete ich neben mir ohne Feindschaft. Sie hatte so einiges drauf was der Chefin gefiel. Mit Makeup und Schminke hatte es nichts zu tun.
Designer, Produktgestalter brauchen Ideen. Eckig machen andere, rund machten wir und handfreundlich dazu. Das da so einiges drin untergebracht wurde durfte nicht auffallen.
Die Stieftochter vom Kollegen ließ mich bei ihr einiges Erfreuliche unterbringen. Es ergab sich einfach. Sie blieb, meinte deine Wanne ist ideal. Der Witz war es gab keine Wanne nur eine tiefe Duschschale, ein Waschbecken ist tiefer.
Danke für die ruhige Nacht. Mir war es peinlich und ihr hatte es wohl unerwartete Freude gebracht. Bewusste Andrea, vom Aussehen lag eine Hungersnot hinter ihr meinte dein Bett an der Wand könnte unsere Gefahrenlage mindern. Bett an die Wand. Ich lag vorne, sie halt hinten. Wir trainierten es zwei Tage, um zu sehen, ob niemand aus dem Bett fällt. Ihr ich ziehe nun zu dir lehnte ich ab. Besuche erlaubt, mehr nicht. Der kürzeste Weg zur Tochter geht über die Mutter ersparte ich mir durch den türkischen Stiefvater. Das ist doch nicht dein Ernst sagte so niemand. Vera ahnte nicht, warum ich einmal zu spät kam. Den Grund kann ich hier offen nicht schreiben.
Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören. Der Hungerhaken, stehend vor dem Abi machte einen Schulausflug nach London für eine Woche. Sie kam zurück, stellte mir Volker vor. Unsere enge Verbindung war vorbei. Mein Bett kam wieder zurück an die alte Stelle. Ich putzte meine Fenster wieder selbst.
Mein: du kannst die zwei Kamele bei Ebay wieder abbestellen zum Kollegen ließ den ein Glas fallen vor Lachen. Scherben bringen Glück. Mein Glück war die Kleine so los zu sein.
Während ich das jetzt so schreibe, sitze ich am Fenster nach einem erneuten Firmenwechsel. Die Konkurrenz wollte mich haben und so ein Kopfgeldjäger, weiblich, warb mich ab. Mehr Gehalt, weniger Damen, kleineres Team, Start-Up Firma. Die Zukunft sieht rosig aus, unser Pool ist voll. Pool voll hieß nicht mit Wasser. Emirate, tolle Namen, tolle Länder, Flugreisen, Bahnfahrten. Achterbahn wäre ehrlicher gewesen.
„Wir halten durch, warten auf den Frühling“.
Da konnte ich nicht laut sagen Mädel du bist bescheuert. Ihr Papa finanzierte, sie glaubte, meinte und ich durfte sprühen wie eine Wunderkerze. Jede Wunderkerze geht mal aus.
„Ist das dein Ernst“, sagte sie nach meiner erloschenen Wunderkerze.
„Ich habe fertig“.
Sie wiederholte ihre Lieblingsworte Worte.
„Ich muss los den Ernst abholen von der Kita“.
Der Blick, diese sichtbare Unsicherheit, Unterdrückung des Lachzwangs, hatte mich voll in der Gewalt nun zu gehen. Start-Up war pleite. Wer nicht alles jetzt ernst nimmt dem helfe ich nicht weiter. Wehe du fragst ob das mein Ernst ist, gebe es einfach nicht zu, niemals.

PS: Meine Mutter bekam später ihr Erspartes zurück nachdem ihr Geliebter sie verlassen hatte.

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