Veröffentlicht: 09.04.2026. Rubrik: Fantastisches
Das Versprechen, Teil 5
Kapitel 9: Der mächtige Zauber
"Du musst mir einen Teil deiner weißen Lebensmagie weiterleiten. Als Fee kann ich dann mit Tariels Geist Kontakt aufnehmen und die weiße Magie in seinen Geist fließen lassen", wies mich Auryn an. Ich nahm die Hand der Fee und konzentrierte meine weiße Magie auf sie, wobei ich ein wenig Schwierigkeiten hatte, diese weiterzuleiten, ohne ihr Schaden zuzufügen. Zum Glück hatten Feen einen sehr guten Schutz und gute geistige Fähigkeiten, sodass sie die Magie schnell absorbieren und in Tariels Geist leiten konnte. Es war eine minutenlange Prozedur, und immer wieder registrierte ich sorgenvoll, wie der Schild, welchen die anderen Feen um uns errichtet hatten, immer wieder ein wenig zitterte. Mit jedem Bisschen weiße Magie, welche ich Auryn gab, sah ich aber auch die Fortschritte unseres Zaubers. Die schwarze Farbe in Tariels Augen verschwand langsam, und auch seine magischen Attacken wurden mit jeder Minute schwächer und zögerlicher. "Wir haben es gleich geschafft!", rief Auryn mir zu, und ich gab noch etwas weiße Magie ab. Im nächsten Moment stoppten Tariels magische Angriffe, und er sank auf die Knie. Seine Augen wanderten für einen Moment orientierungslos hin und her, doch unsere Blicke trafen sich nicht. "Tariel", sagte ich sanft und begab mich ebenfalls auf die Knie, bevor ich seine Hände in meine eigenen nahm und ihn fest ansah. "Was ... ist passiert?", fragte er, als er mich endlich erkannte, und ein entsetzter Ausdruck lag plötzlich in seinen Augen. "Habe ich dich angegriffen? Das wollte ich nicht!", rief er und schlug sich die Hand vor den Mund. "Es ist alles gut", sagte ich mit ruhiger Stimme. Aber wir sollten jetzt endlich in die Höhle gehen und die Wurzel des Übels bekämpfen." Tariel nickte und stand schnell auf. "Eskantar, der König der Dämonenelfen, ist Askariels ehemaliger Ratgeber", erklärte er. "Er hat seinen elfischen Namen aufgegeben." Ich nickte, denn dies dachte ich mir bereits. "Lasst uns hineingehen!", rief ich dem Heer zu, und alle Elfen folgten mir mutig. In der Höhle saß der ehemalige Ratgeber mit seinen drei Verbündeten vor einem Pentagramm, welches direkt vor einem Altar in den Boden geritzt worden war. Ich erkannte dieses Pentagramm aber sofort als magisches Portal. "Gleich werden wir die Grenze zur Dämonenwelt öffnen!", rief er. "Seid ihr alle bereit?" Angst machte sich in mir breit. Wir mussten verhindern, dass die Dämonenelfen damit Erfolg hatten, also stürmten wir auf sie los. Als Eskantars Blick auf Tariel fiel, war er ein wenig überrascht, doch als er Auryn entdeckte, wurde er wütend. "Sterbt!", rief er, und die Gegner formierten sich in einem Kreis. Zwei weitere Elfendämonen tauchten auf und griffen uns an, während der König und seine Verbündeten begannen, Worte in einer fremden Sprache zu murmeln. Sofort erkannte ich, dass diese beiden Elfen uns nur ablenken sollten, bis das Tor zur Dämonenebene geöffnet war. "Lasst euch nicht ablenken!", rief ich meinen Kriegern zu, und sie folgten meinem Befehl. Während ein Teil der Krieger die anderen Dämonenelfen ablenkte, wirkten die Zauberer ihre Magie gegen den König und seine Verbündeten. Ich spürte, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis die Grenze sich öffnete.
Kapitel 10: Der alles entscheidende Kampf
Plötzlich sah ich, wie einige der Waldelfenkrieger nach draußen rannten. Ich fragte mich gerade, was das sollte, doch dann hörte ich Auryns Gedankenstimme. "Sie wollen die anderen Dämonenelfen überlisten und ihre Greifen zur Hilfe holen. Diese können auch kämpfen, aber in der Höhle hätten sie keinen Platz." Tatsächlich ließen sich die beiden Gegner überlisten und folgten den Waldelfen. Ich verlor keine Zeit und schleuderte mehrere Angriffszauber gegen den König. Ihre Schutzzauber waren viel stärker, als ich angenommen hatte, sodass wir viel Magie verbrauchten. Plötzlich hörte ich ein Knirschen und sah mit Entsetzen, dass dort, wo sich das Pentagramm befand, ein kleines Loch entstanden war. "Selbst wenn ihr uns nun tötet, die Dämonen, welche jetzt gleich kommen werden, werdet ihr nicht so leicht töten können!", rief der König und hielt selbstbewusst den schwarzen Ring über seinem Kopf. Mehrere der Elfenzauberer hoben die Hand als Zeichen dafür, dass sie kaum noch Magie zur Verfügung hatten. Zum Glück war Tariel noch mit reichlich weißer Magie ausgestattet, so nahm er einen großen Teil davon und schleuderte diesen auf den König und seine Verbündeten. Der Mund des Königs öffnete sich zu einem lautlosen Schrei, als er vom weißen Licht vollständig versengt wurde und nur noch Asche übrig blieb. Die anderen Elfendämonen fielen wenige Sekundenbruchteile später. Gebannt starrte ich auf die Stelle und bemerkte, dass der magische Ring nicht zerstört worden war. Auryn flog so schnell sie konnte, um ihn zu erreichen. "Schnell, Rika! Ich brauche weiße Magie!", rief sie, und wieder nahm ich ihre Hand. Ich leitete so viel Magie in ihre Hand, wie ich konnte, und sie übertrug diese auf den Ring. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie der Kopf des ersten Dämons aus dem immer größer werdenden Loch im Boden spähte. "Wir müssen uns beeilen!", rief Auryn drängend, und ich pumpte noch mehr weiße Lebensmagie. Da passierte es. Der Stein, welcher den Ring zierte, wurde weiß, und im selben Moment verschwand der Dämon mit einem Schrei zurück ins Loch, welches sich augenblicklich schloss. Jedoch erschien kein Pentagramm, sondern der Boden blieb kahl. "Dies ist nun dein Ring, Rika", sagte Auryn und gab ihn mir. "Der Ring der weißen Magie. Ich habe den Dämon in ihm getötet und die Magie umgewandelt." Zögerlich nahm ich den Ring an mich und steckte ihn an den Finger. Sofort spürte ich die Macht, welche von dem Stein ausging.
Draußen mühten sich die Krieger noch immer mit den beiden Dämonenelfen ab. Ein Teil der Elfen war gestorben, doch die anderen hatten wuchernde Ranken beschworen, welche die Dämonen festhielten. Ich sah jedoch, wie sich diese Ranken durch die dämonischen Zauber immer mehr gelöst hatten. Plötzlich jedoch hielten die Elfen inne, und das Schwarz ihrer Augen wurde von der grünen Normalfarbe der Elfen abgelöst. Wütend, dass sie nun ihre Dämonenmagie nicht mehr nutzen konnten, griffen sie mit der Kraft der Elemente an. Feuer zerstörte die Ranken im nu, und sie bündelten ihre Kräfte gegen uns. Da diese Elfen nun keine dämonische Macht mehr besaßen, war es ein Leichtes für mich und meine Kämpfer, sie niederzustrecken.
Epilog
Gedankenversunken standen Auryn, Tariel und ich wieder im Wald der Waldelfen und besprachen die vergangenen Ereignisse miteinander. In diesem Kampf hatten wir viele Verluste zu beklagen, und Auryn hatte Recht mit ihrer Vorhersage, dass es kaum noch Hochelfen gab. Die wenigen Hochelfen hatten sich dazu entschlossen, von jetzt an gemeinsam mit den Waldelfen in der Natur zu leben, da sie erkannt hatten, wie wichtig diese Natur ist. "Du hast mein Versprechen nicht vergessen, Rika?", fragte Auryn plötzlich. Ich nickte entschlossen, obwohl ich schon ein wenig nervös bei dem Gedanken war, für alle Zeit mit Auryn durch einen Bann verbunden zu sein. Zufrieden lächelte die Fee, und als ich Tariel von dem Versprechen erzählt hatte, nickte er anerkennend. "Du hast dieses Opfer gebracht, um dein Volk zu retten. Das ist äußerst ehrenhaft von dir", sagte er, und ich umarmte ihn. "Dann wollen wir uns in den Feenwald begeben", sagte Auryn, nachdem ich mich von Tariel verabschiedet hatte. Ich teilte allen Elfen mit, dass ich nun bei Auryn lebte und dennoch ihre Königin bleiben wollte. "Wenn ihr etwas von mir benötigt, wisst ihr nun, wo ihr mich findet", sagte ich. Lächelnd folgte ich Auryn in den Feenwald und dachte dabei an die Abenteuer, welche ich erleben würde.
Dies ist vorläufig das Ende dieser Geschichte. Vielleicht schreibe ich noch über Rikas Abenteuer im Feenwald, wer weiß.
2x



