Veröffentlicht: 26.04.2026. Rubrik: Persönliches
Die Schwierigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen
Heute schreibe ich mal wieder ein Beispiel aus meinem Leben. Meine Arbeitskollegen hatten schon seit Monaten einen Betriebsausflug für dieses Wochenende geplant, welcher uns aus dem Land heraus führte. Obwohl ich Ausflüge normalerweise gar nicht mag und weiß, dass die vielen Spaziergänge und der viele Sozialkontakt mir für zwei Tage zu viel werden, sagte ich dennoch zu, mitzukommen. Warum? Nicht primär wegen meinem eigenen Willen, sondern, weil meine Kollegen mich gerne dabei haben wollten. Ich selbst mag meine Kollegen zwar gerne, wäre allerdings viel lieber zu Hause geblieben. Sehenswürdigkeiten und andere Dinge, welche von vielen Menschen besucht werden, sind für mich gänzlich uninteressant, am liebsten mag ich Ausflüge nur mit meinem besten Freund in ein Wellnesshotel und viel Wasser. Da gibt es nur uns, und ich kann auch zwei Stunden am Stück im Wasser bleiben, wenn es mir gefällt. Dies liebe ich, weil ich da in meine eigene Gedankenwelt abdrifte und weltvergessen im Wasser bewege. Dieser Ausflug war aber ganz anders, mit vielen Sehenswürdigkeiten und anderen Dingen. Obwohl ich das wusste, traute ich mich nicht, mich gegen den Ausflug zu entscheiden. Dies hatte zum Teil auch mit meinem besten Freund zu tun, welcher als Begleitperson zu dem Ausflug mitkam. Er hatte schon vorher davon erfahren und mochte die Stadt, zu welcher der Ausflug ging, also konnte ich dann meiner Meinung nach nicht nein sagen. Mein bester Freund ist für mich eine der wichtigsten Personen auf diesem Planeten. Er ist viel geduldiger, als sich jemand vorstellen kann und gibt mir die Sicherheit, die ich brauche. Deshalb habe ich stets den Gedanken, ihm zu Liebe etwas tun zu sollen. Dabei ist das gar nicht der Fall, denn er sagt selbst, ich sollte selbst eine Entscheidung treffen, trotzdem kann ich es nicht.
Gestern Abend ging es darum, ob ich noch mit meinen Kollegen mit in die Stadt gehen wollte. Mein Freund sagte, ich sollte selbst entscheiden, doch ich traute mich nicht, da ich immer das Gefühl hatte, meine Entscheidung hat Auswirkungen auf seine Entscheidung. Außerdem wollte ich, dass es ihm auch gefällt. Also stimmte ich zu, obwohl ich eigentlich schon müde war. Ich muss aber zugeben, dass es in diesem Fall gut war, meine Entscheidung zu überdenken, denn der Abend in der Stadt war sehr schön. Dennoch nervt mich dieses Verhalten von mir selbst. Immer, wenn es um Entscheidungen geht, wo Personen, die ich gerne mag, involviert sind, kann ich sie kaum treffen. Das sind keine Entscheidungen wie, ob ich lieber Pizza oder Pasta essen möchte, sondern Entscheidungen, welche den Ablauf für andere verändern könnten. Ich möchte dann nämlich nicht, dass diese Personen dann vielleicht mir zu Liebe auch etwas nicht machen, nur weil ich mich dagegen entschieden habe. Ich denke, ihr könnt euch vorstellen, wie schwierig es dann ist, einerseits jedem zu Liebe etwas machen zu wollen und andererseits auch auf die eigenen Grenzen zu achten und konsequent bei einer Entscheidung zu bleiben. Ich würde mich über eure Gedanken in den Kommentaren freuen.
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