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geschrieben 2019 von Andreas Mettler (metti).
Veröffentlicht: 11.04.2019. Rubrik: Hörspiele und Verfilmungen


Autonome Autos - Teststrecke Sauerland

„Mmpf“, war meine Antwort. Mehr als das brachte ich nicht über meine geknebelten Lippen.
„Das Fahrziel“, der Roboter kam noch näher. „Bitte geben Sie das Fahrziel an!“
„Hümümpf“, kam über meine Lippen.
„Das Fahrziel lautet Hümümpf“, wiederholte der Roboter.
Ich hörte den Anlasser und das Brummen des Motors. Der Motor meines eigenen Autos.

Ich hatte vor ein paar Tagen im lokalen Anzeigenblatt von der neuen Teststrecke im Sauerland gelesen.
„Autonome Autos?“, so dachte ich damals. „Nicht schlecht, in was für modernen Zeiten wir jetzt leben.
Ich hatte ja keine Ahnung, dass es mein Auto treffen würde.

„Autonomes Fahren“, begann der Roboter zu erklären. „Für deine Sicherheit.“
Nun ja. Ich war rund 40 Jahre lang als Autofahrer unfallfrei geblieben. Aber sicherlich hatte der Roboter recht.
„Das reduziert den Feinstaub.“
Davon hatte ich schon viel gelesen. Der Abgasskandal und all diese Dinge. Und das sollte sich mit dem Roboter als Fahrer nun ändern? Donnerwetter, das war mir nur recht so.
„Und den Klimawandel.“
Oh, das selbstfahrende Auto ist sogar eine Lösung für die drohende Umweltkatastrophe? Da wird sich die kleine Greta aus Schweden aber freuen.
„Und die Rechte der Frau.“
Keine Ahnung, was das nun mit dem autonomen Auto zu tun hatte. Aber die-da-oben wissen bestimmt, was sie tun.

Der Roboter hatte das Auto verlassen. Ich hörte ihn noch ein paarmal leidenschaftlich das Wort „Energie“ brummeln. Wo er wohl geblieben war? Aus dem Augenwinkel konnte ich erkennen, dass das Auto am Windpark abgestellt worden war. Wie schön, der Roboter wurde offensichtlich mit erneuerbaren Energien betrieben. Da wurde mir warm ums Herz.

Erneuerbare Energien. Ein komisches Wort. Wie werden die Energien eigentlich erneuert? Egal, ich glaube, ich stelle immer noch zu viele Fragen.

Inzwischen spürte ich ein unangenehmes Kribbeln an meinen Fingern. Offenbar hatte der Roboter meine Fesseln doch etwas zu eng geschnürt. Nach einer abfälligen Bemerkung über den faden Geschmack von Windenergie, einem schlechten Witz, dem er offensichtlich einem anderen selbstfahrenden Auto zugeworfen hatte und einem schmimpfenden Wanderer, der kurzzeitig an der Windschutzscheibe zu sehen war, hatte ich offenbar mein Ziel erreicht.

„Hümümpf liegt auf der rechten Straßenseite“, erklärte mir der Roboter zusammen mit einem liebenswerten Fußtritt nach draußen. Ich sah das Auto abfahren. Und saß Mitten in der Natur. Offenbar war dies genau der Ort, wo ich hinwollte. Ich lauschte den Vögeln und blieb noch einen Augenblick lang sitzen. Keine Ahnung, wo ich hier war. Aber autonome Autos? Ich sag Euch: Das ist die Zukunft!


Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Marco am 12.04.2019:
Total infantiler Humor. Und ich kann auch noch über sowas lachen. Ich hatte zuerst den Film gesehen und dann die Geschichte gelesen. Interessant, dass Du nicht nur den Film nacherzählt hast.




geschrieben von metti am 12.04.2019:
Nein, ganz so einfach wollte ich es mir dann doch nicht machen. Und wer geknebelt auf der Rückbank liegt, macht sich bestimmt auch so seine Gedanken. Das bleibt nicht aus.




geschrieben von Noxlupus am 12.04.2019:
Witzig, vor allem der kleine Film dazu. Habe ich gleich mal bei Facebook geteilt. https://www.facebook.com/profile.php?id=100002513766933 LG Noxlupus




geschrieben von metti am 14.04.2019:
Vielen Dank. Ich freue mich über jeden Zuschauer. Im Mainstream bin ich wohl noch nicht so ganz angekommen ;-)




geschrieben von Labertasche am 17.04.2019:
Herrlich verrückt! Ich hoffe, dass Du niemals im Mainstream ankommst!




geschrieben von metti am 17.04.2019:
Die Wahrscheinlichkeit, dass mir das passiert, ist nicht ganz so groß. ;-)

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