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geschrieben 2026 von Jo (Jo Hannes Coltitz).
Veröffentlicht: 26.04.2026. Rubrik: Aktionen


Die Sage vom Riesen Sprejnik (Aprilaktion)

Auf den hohen, bewaldeten Bergen im südlichen Grenzgebiet des Lausitzer Landes wohnte einst der Riese Sprejnik.
Er war unermesslich stark, vermochte es Bäume samt Wurzel auszureißen und Felsen zu bewegen.
Ein weitverbreitetes Volk hing ergeben an ihm.

Eines Tages kamen die Leute zusammen und man sprach zum Riesen. "Verehrter Riese Sprejnik, wir möchten gern in unserer Heimat bleiben und nicht weiter in den Westen ziehen. Du bist stark und kannst uns bestimmt schützen, das wissen wir. Doch wenn du dich in die Wälder und Täler zurückziehst, siehst du nicht was hier im Land geschieht. Wie willst du uns dann behüten? Wenn du feste Orte für uns bauen würdest, könnten wir sicher leben. Oder du baust dir eine Waffe, vor der sich Eindringlinge fürchten."

Der Riese nahm in der Mitte des Landes einen Ort in Besitz, den er Budissin (Bautzen) nannte. Das umliegende Land hieß fortan Budissiner Land.
An den Grenzen des Landes errichtete er noch andere feste Gemeinden, um sein Volk zu schützen.
Unterstützend baute er eine riesige Armbrust.

Als die Armbrust fertig gestellt war, wollte er sie ausprobieren.
Um die Reichweite der Pfeile einzuschätzen, schoss er einige von Budissin aus in die Berge im Süden des Landes.
Die Leute brachen auf, um sie dem Riesen zurück zubringen.
Die Pfeile fand man, aber sie steckten so fest in der Erde, dass es für die Menschen unmöglich war, sie heraus zu ziehen.
Die Leute mussten Spaten und Spitzhacken zu Hilfe nehmen, um die Pfeile aus dem Boden zu befreien.
An einer aufgehackten Stelle quoll ein klares, lebenssprühendes Wasser hervor.
Das Wasser floss ins Tal und von da aus immer breiter werdend durch das Land.
Den Riesen Sprejnik ehrend, nannten die Menschen das Wasser die Spree.

Noch heute fließt die Spree durch die Heimat, nährt Bäume, Blumen, Tiere und Wälder mit ihrem kostbaren Wasser.
Berge, Dörfer und Städte spiegeln sich an seiner Oberfläche.

Sage aus der Stadt Bautzen, nacherzählt von

Jo Hannes Coltitz, April 2026

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von lüdel am 26.04.2026:


Jo Hannes, da steckt sicherlich ein Fünkchen Wahrheit darin.

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