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5xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 04.06.2026. Rubrik: Menschliches


Ich möchte dir etwas geben.

Mit den Worten stand ein mir auf den ersten Blick fremder Mann vor mir. Auf mein wer sind sie kam dann der Name Norbert, bin der Bruder von Harry der vor einem Jahr verstorben ist.
Ich bat ihn herein. Wir setzten uns an den Esstisch und er legte eine Leinentragetasche vor mich.
„Im Nachlass fand ich diesen Leinenbeutel mit deiner früheren Adresse und dem Namen allerdings keine Telefonnummer“.
Ich sagte danke, bot ihm zu trinken an und ließ ihn dann von Harry erzählen und was er so gemacht hatte, die letzten die Jahre.
Wir waren einst befreundet, unternahmen einiges, bis Harry eine Frau aus dem westlichen Harz kennenlernte, dorthin zog. Harry und sein buntes Leben das mit der Bundeswehr begann. Er zog sich ab da zurück, es schlief ein, wie man sagt. Wir von damals lösten alles auf was uns verband, zogen um, bekamen Jobs in anderen Städten.
Ich schaute in den Beutel, sah ein Fotoalbum und einige Handgeschriebene Blätter, Zeitungsartikel und ein gemaltes Bild. Norbert, weit gefahren, um mich zu besuchen war er nicht, wohnt in der Nähe. Er wollte schnell weiter, blieb nur kurz.
Herumliegenlassen ist nicht mein Ding, Ordnung muss sein und so legte ich die Sachen auf den Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer. Den Rest des Tages war ich unterwegs, kam zurück und wurde konfrontiert mit Fragen von meiner Liebsten. Wer war Harry und die anderen? Was hast du in den Jahren gemacht, sprachst nie darüber.
Sie hatte alles gelesen, sich angesehen und wollte nun mehr wissen.
Wir in der damaligen Clique schworen am Ende über alles zu schweigen. Harry hatte sich nicht darangehalten, wie ich sah. Wer sah von uns diese freizügigen Fotos. Ich wusste noch nicht einmal das es sie gab. Warum behielt sie Harry bis zu seinem Ende, Krebs hatte Norbert auf meine Nachfrage gesagt. Es gab keine Kinder, keine Frau mehr und er lebte im betreuten Wohnen.
Die Vergangenheit aufbewahren. Familienarchiv sagen Menschen dazu denen es wichtig ist ihren Nachkommen etwas zu hinterlassen. Wollen wir uns erinnern an so vieles aus dem eigenen Leben. Harry war kein Heiliger und nicht bei allen beliebt. Ich behalte ihn so wie er war in Erinnerung.

counter5xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Babuschka am 04.06.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo Angricolan,
ich bin hin- und hergerissen von der Story, ob ich es nun gut finde, dass Harry diese Erinnerungsstücke aufbewahrt hat, oder ob es besser gewesen wäre, er hätte sie längst weggeworfen. "Sich an alte Zeiten erinnern" hat nämlich durchaus etwas Wertvolles an sich. Insbesondere wenn es sich um bereits vergessene Inhalte handelt.
LG Babuschka




geschrieben von Angricolan am 05.06.2026:

Dieses Wertvolle hat allerdings Tränen mit im Paket. Es schwankt zwischen tötlichem Berufsunfall, Suizid aus Verzweiflung und frühem Tod durch zuviel Alkohol. Nach dem Berufsunfall begann ein Jahr später die Auflösung, es fehlte einer der Mittelpunkt war mit einer sehr jungen Ehefrau und Kind. Von den Verstorbenen habe ich noch Fotos in meiner Lebenschronik.
Danke für deine Kommentarworte.




geschrieben von Babuschka am 05.06.2026:
Kommentar gern gelesen.
Es tut mir leid, Angricolan, dass das "Sich Erinnern" in deinem Fall mit soviel Kummer und Schmerz verbunden ist.
LG Babuschka




geschrieben von Angricolan am 05.06.2026:

Erinnerungen an eine schöne Zeit hat doch jeder und einmal ist es zu Ende. Ich hatte nie ein langweiliges Leben, einiges allerdings besser nicht dabei erlebt. Scherzeshalber versprach ich meiner Frau bei der Hochzeit mit mir wird es kein langweiliges Leben geben. Sie sagt heute noch, wann wird es endlich ruhiger bei uns. Ich traue mich nicht zu schreiben wie lange wir schon zusammen leben.
Traurig ist, wenn niemand mehr über Verstorbene spricht, sie vergessen werden. Bei mir hängt im Treppenhaus meine Ahnengalerie, sogar das geschnitzte Herz meines Vater aus seiner Kriegsgefangenschaft in Florida. Das kleinere Herz verschließt ein Foto meiner Mutter, die er durch Einquatierung in ihrem Elternhaus kennen und lieben gelernt hatte.

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