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geschrieben 2026 von Jens (Jens Richter).
Veröffentlicht: 19.02.2026. Rubrik: Fantastisches


Die Reise nach Atlantis (8-9)

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In Atlantis
Sie landeten zur Mittagszeit auf dem Platz vor Poseidons Tempel.
Dieser Platz befand sich im Zentrum des Inselreiches und war ebenfalls der höchstgelegene Ort.
Was sich vor ihnen ausbreitete, konnte man als phantastisch beschreiben.
Da war nicht nur der monumentale Tempel, sondern der Inselstaat in seiner Gänze.
Alles erbaut aus weißem Marmor.
Dazwischen ragten achteckige kristallene Pyramiden.
Der gesamte Inselstaat wurde von einem Ringsystem umschlossen. Die Ringe dienten nicht nur als Schutzwälle, sondern auch als Hafen für die mächtige Flotte aus Kriegs- und Handelsschiffen.
Man kann sich den Aufbau von Atlantis wie eine Zwiebel vorstellen, deren Zentrum der Tempel des Poseidon ist.
Alles in Ausgewogenheit und Harmonie arrangiert.
"Ich spüre, dass ich bereits etliche Leben in diesem Reich gelebt habe", raunte Mara zu Max. "In meinem Kopf kreist es, als befände ich mich in einem Karussell."
"Mir geht es nicht anders", bestätigte Max. "Meine Haare am Körper richten sich auf."
"Wir alle sind Kinder von Atlantis", versicherte Mara. "Was ihr hier seht, ist Atlantis einige Jahre vor dem Untergang. Viele tausende Jahre war es ein Hort der schönen Künste, des Wissens und der Weisheit. Kluge Senatoren regierten den Inselstaat. Doch nach all den Äonen waren sie auch blind geworden. Sie erkannten nicht die drohende Gefahr, wenn eine Zivilisation ihren Zenit überschritten hat. In dieser Phase traten diese unsichtbaren Figuren aus dem Untergrund, die Missgunst, Neid, Streit und Unfrieden säen. Diese Figuren bestachen die Senatoren, um das Reich auszudehnen, mit dem Ziel alle Anrainerstaaten anzugliedern. Selbstgefällig, von der eigenen Größe geblendet, bereitete man sich auf eine Eroberung vor. Der große Stadtstaat Athen sollte unterworfen werden. Eine Flotte von eintausend Dutzend Kriegsschiffen wurde gebaut und ausgerüstet. Athen missfiel die Bestrebungen der Atlanter. Die Athener formierten ein eigenes Heer, das zwar zahlenmäßig unterlegen, doch als unerwartet wehrhaft galt. So wurden die Atlanter in einen zermürbenden Kampf verwickelt. Doch es gab eine noch größere Gefahr. Die Götter, allen voran Poseidon waren regelrecht erbost, dass die Atlanter es wagten Athen anzugreifen. Poseidon schickte Gesandte, um den Senat der Atlanter zur Vernunft zu bringen. Doch die Gesandten wurden ausgelacht. Poseidon drohte mit einer harten Strafe und setzte den Atlantern eine letzte Frist. Die weißen Frauen von Atlantis nahmen das Drohszenario ernst. Sie charterten Schiffe, um wenigstens die Kinder und Neugeborenen sowie die schwangeren Frauen und Mütter in Sicherheit zu bringen. So bestand zu späterer Zeit die Chance auf einen Neuanfang. (Mara machte eine kurze Pause, ehe sie fortfuhr.) Diese Atlanter oder die Überlebenden dieses Kataklysmus landeten in Ägypten, in Europa und selbst in Südamerika. Ich selbst wurde nach Ägypten gebracht und mit mir die Kristallkugel, auf die sie so einen Wert legen, Doktor Friedman. Atlantis wurde tatsächlich von Poseidon an nur einem Tag zerstört."
Friedman war von dem, was er sah, fasziniert.
"Es ist unglaublich. Ich höre Stimmen in meinem Kopf, die mich begrüßen. 'Schön, dass du wieder zu Hause bist', flüstern sie mir zu."
"Es ist Telepathie, erklärte Mara. Die Atlanter beherrschen diese Form der Kommunikation mittels Gedankenübertragung von klein auf."
Menschen versammelten sich um die Teleportationskammer und starrten auf die Drei.
Sie sprachen kein Wort und doch verstand Mara, was sie dachten.
Sie hatte Mühe die Atlanter zu besänftigen, da sie verstört waren.
Die Atlanter hatten eine leicht sonnengebräunte Hautfarbe und waren ca. drei Meter groß.
Ihre Augen waren hellgrau oder extrem hellblau.
Die Haare rötlich blond.
Da es sehr warm war, trugen diese Menschen lange farbenfrohe Gewänder, welche kunstvoll bestickt sind.
Ihr ganzes Wesen wirkte freundlich.

9
"Kommt mit", forderte Mara ihre Begleiter auf der Menge zu folgen. "Wir wurden ins hohe Haus eingeladen, um über uns zu sprechen."
Sie traten ins Senatsgebäude ein, das ebenso groß war wie der Tempel des Poseidon.
Man platzierte die Drei im Zentrum des Gebäudes.
Die Senatoren nahmen auf steinernen Bänken links und rechts entlang der Seitenwände platz.
Die Menschenmenge bestehend aus Dienstleistern, Händler, Handwerken etc. wartete geduldig vorm Eingangsbereich.
Gegenüber des Eingangs gab es eine Erhöhung, die einem Altar ähnelte.
Hier tronte der oberste Senator, ein hochbetagter Mann.
Die Senatoren erhoben sich zur Begrüßung.
Der Oberste ergriff das Wort in einer völlig unbekannten Sprache.
Zumindest für die Altertumsforscher der Neuzeit.
Max entdeckte Ähnlichkeiten, die aus dem Germanischen und andererseits dem Indischen abstammen.
Mara sprach diese Sprache fließend.
Der oberste Senator unterhielt sich angeregt mit Mara.
Die Atlanter staunten, dass sie Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert der Neuzeit sind.
Das Gespräch kippte, als Mara auf die Zukunft der Atlanter zu sprechen kam.
Die Senatoren waren entsetzt, als sie hörten, dass es in der Epoche der drei Zeitreisenden Atlantis nicht mehr gab.
Als Mara von den Überlieferungen erzählte, die durch den Philosophen Platon bekannt sind, wollten die Senatoren eine allsehende Kristallkugel zur Zukunft befragen.
Die anwesenden Senatoren gingen in den Tempel des Poseidon.
Vor der überdimensionalen Statue des Meeresgottes, ragte ein Sockel, auf dem die Kristallkugel ruhte.
(Diese Kristallkugel befindet sich derzeit im Besitz der Sternbergs.)
Ein Tempelpriester trat aus dem Schatten der Statue und schritt zur Kristallkugel.
Nach einem Gebet strich er über die Oberfläche der Kugel.
Sein Gesicht verfinsterte sich augenblicklich.
Er sank zu Boden, verneigte sich tief vor Poseidon.
"Herr über alle Gewässer, dass ausgerechnet du dich gegen uns wenden wirst, ist eine Tragödie."
Alle Menschen fielen nun klagend auf die Knie.

Fortsetzung folgt

(C) Jens Richter

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von CaptainX am 19.02.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo Jens.
Die Atlanter sind drei Meter groß?
Die Kristallkugel auf dem Sockel ist die Gleiche, die Mara bei sich hat?

Gruß
CaptainX




geschrieben von Jens Richter am 19.02.2026:

Hallo Butterblume,
Hallo Jo,
Hallo Lydia,
Hallo CaptainX, vielen Dank für Eure Herzen.

Hallo @CaptainX, 2x Ja!
Die alten Mythen um Riesen kommen nicht von ungefähr. Es sind schon Gräber von sehr, sehr großen Menschen entdeckt worden. Erst kürzlich hatte ich gelesen, dass in Europa Gräber von Menschen entdeckt worden sind, die 1 Meter 95 groß waren, obwohl das Gardemaß damals ca. 1 Meter 67 war.
Vielleicht waren die Riesen auch noch größer.
Die Kristallkugel ruhte zu seiner Zeit in Atlantis auf dem Sockel im Tempel des Poseidon und in der Jetztzeit verwahrt sie Mara. Was ist daran ungewöhnlich?
Mara lebt in einem ganz anderen Zeitabschnitt, als die Atlanter. Mara, Max und Dr. Friedman springen Dank der Teleportationskammer lediglich in der Zeit zurück.
Mit Einsteins Relativitätstheorie ist alles möglich.
Außerdem hat Mara während des Besuches in Atlantis den Atlantern die Kugel nicht gezeigt oder zurückgegeben.
(Suche mal im Netz das Hörspiel 'Einsteins Fragmente' und höre es Dir an.)
Langsam bin ich mir sicher, dass die Sichtweise von uns Menschen durch unsere Bildung viel zu eingeschränkt ist. Mut zur Erkenntnisgewinnung...

Wie fandest Du eigentlich meine Infos zur 'Sandpyramide'?

In dem Sinne, viele Grüße von Jens





geschrieben von CaptainX am 19.02.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo Jens.
@Riesen: Auf den ersten Blick schien es mir recht groß. Aber stimmt schon. Es wurden ja wohl auch schon ungewöhnlich kleinwüchsige Völker entdeckt.
@Kristallkugel: Mit '... eingeschränkter Sichtweise' hast Du bestimmt recht.
Es sollte von mir kein erhobener 'physikalischer Zeigefinger' sein. Derartige Darstellungen regen meine Fantasie an und ich war mir nicht sicher, ob ich etwas verpasst hatte.

Ich persönlich vermute, dass unsere Leben in Zeitlinien in unendlich vielen Paralleluniversen verlaufen, die sich normalerweise niemals kreuzen, aber wenn doch, kann wohl alles passieren.

Bin weiter gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt.

Ich sehe mal nach, ob ich das Hörspiel finde. Danke für den Tipp.

Gruß
CaptainX

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