Veröffentlicht: 20.02.2026. Rubrik: Fantastisches
Die Reise nach Atlantis (10-11)
10
"Wir sollten jetzt schleunigst verschwinden", zischte Mara. "Lasst uns zurück zur Teleportationskammer laufen, ehe uns die Atlanter für ihre Zukunft verantwortlich machen."
"Das sehe ich genauso", murmelte Friedman.
Sie nutzten den aufkommenden Tumult und kehrten zügig zur Kammer zurück.
Als sie den Platz verließen, kam Mara bei einem kleinen Mädchen vorbei.
In Maras Körper krippelte es.
Sie sah dem Kind tief in die Augen und noch weiter in die Seele.
Das Kind war sie selbst, in einem ihrer vorherigen Inkarnationen.
Mara lächelte dem Mädchen zu, das verschämt mit den Augen auswich.
Leider hatte Mara keine Zeit, sich mit dem Mädchen auszutauschen.
Mara sagte nur, "Du brauchst keine Angst zu haben, du kommst in Sicherheit. Hier nimm meinen Talisman."
Sie überreichte dem Mädchen den kleinen Würfel, den sie bisher bei sich trug.
"War das dein Talisman", fragte Max, "den du der Kleinen gegeben hast?"
"Ja! Es ist ein Holowürfel, in dem alles Wissen der Atlanter gespeichert ist. Die Geschichte von Atlantis vor der Katastrophe und der Weg der Atlanter nach dem Kataklysmus."
"Und das ist alles in diesem kleinen Würfel gespeichert?", bohrte Doktor Friedman ungläubig.
"Friedman, wenn sie endlich verstehen, zu was Menschen fähig sind und dass die Zeit ein geschlossener Kreis ist. Dann würdet ihr das menschliche Dasein mit ganz anderen Augen betrachten. Ihr Beide habt wirklich noch eine Menge an Wissen aufzuholen."
"Und warum hast du den Talisman dem Mädchen gegeben?", fragte Max, der den Sinn der Schenkung nicht verstand.
"Max, das verstehst du nicht!"
"Vermutlich."
Max schüttelte den Kopf.
11
Nach ihrem Ausflug nach Atlantis waren sie erschöpft zurückgekehrt.
Mara hatte Doktor Friedman auf ein Nachtmahl bei den Sternbergs eingeladen.
Seitdem wirbelte sie gemeinsam mit der Mutter von Max in der Küche.
Max hatte es sich derweil mit Friedman in der Wohnstube gemütlich gemacht.
Er berichtete dem Gast von seinem Forschungsgebiet der 'Freien Energie'.
Friedman hörte gespannt zu.
Die beiden Frauen waren kurz vorm Auftafeln, als es an der Haustür klingelte.
"Wer kann das um diese Zeit sein?", fragte Max, bevor er sich zur Haustür begab.
Er kam mit Doktor Ingenieur Häuser vom militärischen Geheimdienst zurück in die Wohnstube.
Hinter ihm zwei Unteroffiziere mit gezogenen Pistolen.
Friedman, Mara und die Freifrau erschraken.
"Meine Herren", begann die Freifrau. "Was wünschen Sie und weswegen bedrohen sie uns mit Schusswaffen in meinem Haus. Schweizer Militärangehörige hatten früher mehr Schneid."
"Sie besitzen ein Artefakt, das die europäische Sicherheit gefährdet."
"Immer diese Leier", schimpfte die Freifrau. "Was ist es dieses Mal?"
"Die allsehende Kristallkugel", antwortete Häuser steif.
"Niemals darf sie in die Hände des Militärs gelangen", konterte Mara.
"Geben sie uns das Artefakt oder wir machen von der Schusswaffe Gebrauch", wiederholte Häuser.
Max holte den Karton und übergab ihn.
"Wir hätten die Kugel bei Seth lassen sollen. Egal, ob er damit die Zukunft beeinflusst hätte. Schlimmer als jetzt hätte er sie auch nicht verändern können."
"Max, die Zukunft ist bereits besser geworden, weil Seth die Kristallkugel nicht mehr besitzt."
Die Freifrau fauchte, "Meine Herren, bekommen wir wenigstens eine Empfangsbestätigung von ihnen."
"Freifrau von Sternberg, das Ding existiert offiziell gar nicht."
Häuser schlug die Hacken zusammen und empfahl sich.
"Ich wünsche ihnen eine angenehme Nacht."
"Offenbar wissen sie gar nicht, wen sie vor sich haben", mischte sich jetzt auch Doktor Friedman ein.
"Ach, Doktor Friedman? Der sind sie doch oder? Auch die amerikanische Regierung hätte das Artefakt beschlagnahmt. Beruhigen sie sich bitte jetzt alle."
Die Haustür schlug hinter den Militärangehörigen zu.
Mara grollte den Männern hinterher.
"Sie werden keine Freude mit der Kristallkugel haben."
Dann sah sie auf die Uhr. "Lasst uns jetzt endlich essen, ich habe einen Mordshunger. Morgen hole ich mir die Kristallkugel dank der Teleportationskammer zurück und verstecke sie an einen sicheren Ort. Auch vor euch Beiden."
Sie sah zu Max und Doktor Friedman.
"Mara, eins noch", warf Doktor Friedman plötzlich ein. "Unser Ausflug hat mir die Augen geöffnet. Ich möchte ihnen und Max dabei helfen, dass die Menschheit den Aufstieg ins goldene Zeitalter schafft. Lassen sie es mich stets wissen, wenn sie meine Hilfe benötigen."
Er überreichte Max seine Visitenkarte.
"Erstaunlich wie du immer alle um den Finger wickelst", schmunzelte Max.
"Ich habe Doktor Friedman nur eine Konsequenz aus der Geschichte aufgezeigt", grinste sie.
"Hatte Platon am Ende recht?"
"Wer weiß? Er war jedenfalls ein Wissender."
Ende
(C) Jens Richter, 2026
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