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geschrieben 2020 von Andreas Mettler (metti).
Veröffentlicht: 13.04.2020. Rubrik: Satirisches


Epilog

Epilog

„Ich wusste doch, dass wir noch einen Dosenöffner haben.“ Maria setzte sich wieder zu mir an die wilde Sammlung von Trockenholz, die irgendwann ein Lagerfeuer werden wollte.
„Also ich hab die letzten Jahre nur noch Dosen mit Lasche gekauft. Die hier müssen ja steinalt sein“, meinte ich.
„So blau wie heute war der Himmel noch nie.“
„Es fehlen die Kondensstreifen“, nickte ich.
„Die Chemtrails“, kicherte Maria.

„So, ich glaube, das Feuer brennt“, sagte ich nicht ohne Stolz. „Ich komme mir vor wie Tom Hanks.“
„Und jetzt? Legen wir die Dosen einfach in die Flammen? Öffnen wir vorher den Deckel, oder was?“
„Uh, alles nur Bohnensuppe?“, argwöhnte ich. „Das könnte eine wilde Zeit werden.“
„Egal“, meinte Maria. „Immerhin haben wir jetzt genug Klopapier.“

Diese Geschichte wurde verfilmt. Naja, fast...


„Ob irgendwann wieder alles so sein wird wie früher?“, grübelte Maria. Den Kopf an den alten Baum gelehnt.
„Hoffentlich nicht!“ Ich spürte, wie die Bohnen meinen Magen beschäftigten.
„Alles nur wegen diesem blöden Virus.“
„Genau! Corona, Go Home!“
„Heißt es nun eigentlich der Virus oder das Virus?“
„Ich schau bei Wikipedia nach. Sobald das Internet wieder läuft.“

„War das der Virus oder der Mensch?“
„Ähm, wie bitte?“, frage Maria etwas irritiert.
„Naja, der Shutdown. Der war doch menschengemacht.“
„Ach so.“
„Wie es jetzt wohl den Schweden geht? Oder den Weißrussen? Da gab es nicht mal Corona-Tests.“
„Hehe“, hörte ich sie kichern. „Nein, die hatten nur Schnupfen.“

„Ganz schön frisch für einen Sommerabend.“
Eingewickelt in unsere Decken lagen wir immer noch im Garten. Die Sonne war schon untergegangen.
„Der Klimawandel fehlt mir sehr“, scherzte ich.
„Stimmt, hab ewig nichts mehr davon gehört.“ Maria kuschelte sich noch etwas tiefer in die Decke. „Wann wir wohl wieder Strom haben?“
„Hm, gute Frage. Die Kraftwerke stehen doch alle noch.“
„Worauf warten die bloß?“
„Die Wirtschaftskreisläufe könnten sofort wieder beginnen. Das Finanzsystem. Der Kapitalismus. Und alles wäre wieder so, wie wir vorher hatten.“
„Stattdessen liegen die Menschen jetzt faul im Garten und genießen die Zeit.“
„So wie wir.“

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Titelbild: PIRO4D / pixabay.com (pixabay license)

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von Carmen am 13.04.2020:
Tja, wer weiß, wo das alles endet?




geschrieben von metti am 14.04.2020:
Veränderungen sind manchmal notwendig. Manchmal auch schmerzhaft.




geschrieben von Marco am 15.04.2020:
Das ist jetzt aber nicht exakt eine 1:1 Verfilmung, oder?




geschrieben von metti am 15.04.2020:
"Frei nach..." - Ich spiele im Film und der Geschichte mit den selben Ideen. Auf unterschiedliche Weise.




geschrieben von Markus Mettler am 15.04.2020:
Da fühlt man sich schon fast in den Film 'When the Wind blows' versetzt. In der Story gerade so noch etwas mehr als in der 'Realität' 😉




geschrieben von metti am 15.04.2020:
Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Den muss ich mir mal wieder ansehen :-)




geschrieben von Marco am 18.04.2020:
Ein Epilog ohne Geschichte?




geschrieben von metti am 18.04.2020:
Die Geschichte dazu erleben wir gerade. Vielleicht. Nein, natürlich nicht. ;-)

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