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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2024 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 29.04.2026. Rubrik: Menschliches


Kein Märchen, obwohl es besser so wäre.

Es begann am Donnerstagabend um 20:15Uhr, die Tagesschau war gerade zu Ende. Willi Hausmann stand in der Wohnzimmertüre hereingelassen von meiner Frau, die gleich sagte, ich lass euch beide besser allein.
„Was kann ich dir anbieten Willi?“
„Einen Obstler und ein Pils bitte. Du wirst gleich erfahren warum“.
Ich ging in die Küche und kredenzte danach das von ihm verlangte. Er trank, lehnte sich im Sessel zurück und begann.
„Mein Sohn Bernd kam heute um 18.30Uhr, meine Frau verschwand im Garten und ich ahnte jetzt kommt nichts Gutes. Wir kaufen ein Haus sagte Bernd, meine Frau hat es ausgesucht, mit dem Architekten besichtigt und der hat für uns einen Kostenplan erstellt was am Haus vor unserem Einzug zu sanieren ist. Unser Notartermin steht fest, was uns fehlt ist die Bürgschaft von euch für unser Darlehen, die Bank, also unser Freund Hendrik braucht es. Es wäre schön, wenn ihr uns noch ein Vorerbe auszahlen könntet, die Summe wäre dann nicht so hoch. Habt ihr nicht meinem Bruder bei seinem Hauskauf geholfen?“
Willi griff zu seinem gefüllten Pils Glas trank einen Schluck und sah mich an. Nun wusste ich von der Hauskaufhilfe bei Arno die ansehnlich war und ungefähr 10 Jahre zurücklag. Willi sprach weiter.
„Bernd, du weißt er hat nichts zu lachen bei seiner 10 Jahre älteren Frau, die trotz Studium nie in ihrem Fach gearbeitet hatte, lieber auf der faulen Haut lag und krank spielte. Seine Frau will also und wir sollten zahlen und bürgen“. Willi trank seinen Obstler, sprach weiter. „Ich lockte ihm noch einige Details zum Haus raus, blieb aber ruhig dabei. Als ich ihm sagte, muss drüber nachdenken, kann dir kein Geld geben, haben nur das, was wir selbst brauchen, stand er auf, du kennst ihn ja und seine Art uns gegenüber, er ließ einiges ab worauf ich meine Frage wo steht dieses Haus beantwortet bekam“.
Willis schwarzes Familienschaf ist Bernd. Er hat dieses Faultier oder fette Elfe wie Willy sie nennt heimlich geheiratet ohne Familie, mit nur zwei Trauzeugen gefeiert und uns eine WhatsApp mit Foto geschickt. Normal ist es nicht, Bernd war früher anders aber diese Frau hat ihn verändert.
„Kannst du Sonntag am Vormittag mit mir zu dem Haus fahren?“
„Mache ich gerne, du hast mich neugierig gemacht“. Willi ging kurz darauf und meine Frau kam zurück. Ich tat, als wäre er nur bei uns vorbeigekommen, ersparte mir so ausgefragt zu werden.
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Solingen, gab dazu Straße und Hausnummer ich ins NAVI ein und landete mehr in der Pampa einiger verstreuter alter Hofschaften nah an der Wupper. Da gab es lesbar keinen Winterstreudienst, keine Müllabholung in Haus Nähe und sichtbar keine Kanalisation, sondern eine Sickergrube hinter dem Haus. Wir waren vorher da es ein Sackgasse war ausgestiegen. Willi ging voraus, ich blieb auf der schmalen Straße, die nach 100 Metern endete, stehen. Was ich sah, konnte man als Schrott-Immobilie bezeichnen. 320 000 Euro wollte der Eigentümer dafür haben und Bernds Frau hatte da schon zugestimmt. Es dauerte, bis Willi zurückkam.
„Lass uns fahren, ich bekomme die Krise, aber das ist typisch für Daniela, die lässt sich… Hauptsache Haus egal wie es aussieht.“
Was folgte, Willi mir an Fotos zeigte war ein Haus, das wie er von Bernd hörte über ein Jahr schon leer stand, dazu 1950 gebaut und sichtbar war nie etwas renoviert worden. Rings ums Haus wucherten Unkraut und Brennnessel. Müll lag herum und die Sträucher waren wie eine dichte Wildnis ums Haus mit seinen zerbrochenen Treppenstufen auf den Fotos sichtbar.
„Nicht einen Cent bekommt er von mir und niemals bürge ich für diese Bauruine. Fahr mich nach Hause, nur weg hier“.
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Ich sah Willy zwei Wochen nicht mehr. Eine WhatsApp kam mit Entschuldigungen und weiterem Text, was in der Zwischenzeit passiert war. Nun bezeichnete er seine Schwiegertochter als Miststück und begründete es. Armer Willi dachte ich nur, denn der Hauskauf war geplatzt, sein Sohn sah ein, nachdem Willy ihm einen Besuch im Bauamt in Solingen empfahl, um nicht eine Bauchlandung hinzulegen, was Kosten betraf wegen der Straße und der Sickergrube. Ihr werdet euren Sohn und meine Tochter nie mehr sehen tönte Daniela am Telefon laut Willy nach seinem letzten Gespräch mit seinem Sohn.
Es gibt so Zufälle und ca. ein Jahr später ging ich spazieren, traf Bernd. Wir wechselten einige Worte und er erzählte jetzt in der Nähe zu wohnen in einem denkmalgeschützten alten Fachwerkhaus. Das Haus in Solingen erwähnte er nicht. Keine Frage nach seinen Eltern kam obwohl er wusste wir sind befreundet.
In jeder Familie gibt es schwarze Schafe, die nur nehmen wollen, aber selbst nichts geben. Willi und seine Frau nehmen es locker, haben abgeschlossen damit und vorgesorgt, so dass die Schwiegertochter bei ihnen nicht mehr absahnen kann, wie er sagte. Es gab noch danach einen Vorfall wo Willi seinem Sohn und seiner Frau, sie hatte ihn übelst beleidigt und Bernd dazu geschwiegen, Hausbetretungsverbot erteilte und sollten sie noch einmal erscheinen würde er die Polizei rufen. Willi sieht es heute cool, er hat noch einen Sohn der normal ist wie er sagt und keine Domina als Frau hat.

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