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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 28.04.2026. Rubrik: Menschliches


Zwischenstopp

Jonas Mutter zog zu ihrer Witwe gewordenen Schwester nah der Stadt München. Raus aus der Stadtwohnung und rein in ein ländlich gelegenes Haus mit Garten und Blumenmeer. Es kehrte Ruhe ein bei Jonas durch ihren Wegzug. Seiner Frau gefiel nicht ihre dominante Art ihren Sohn mit du musst sofort zu etwas zu bringen was er, kaum nach Hause gekommen, eigentlich nicht wollte. In ihren Augen war er der Fahrer da sie ohne Auto schon immer lebte. Warum ein Auto, wenn es den Fahrer Sohn gab.
Ein halbes Jahr ging es gut, bis es wieder begann und nun sollte er am Wochenende zu ihr kommen. Ohne mich sagte seine Frau, fahr du allein mich konnte sie noch nie leiden habe dich ihr weggenommen. Es war nicht seine Mutterliebe, die ihn zwang zu ihr zu fahren, es gab noch einen anderen Grund.
400 Km mal eben an einem Freitag nach der Arbeit zu fahren, dazu noch seine Mutter zu erleben wäre unmöglich für ihn. Er fuhr bis Franken, dort nah der Autobahn in einen Ort, der mit Gasthof mit Fremdenzimmer 1990 Werbung machte in der Tageszeitung. Was ihn zur schon späten Stunde überraschte, war die Freundlichkeit beim Empfang. Ihm kam es vor, als wäre er schon hier gewesen und dieses von der jungen Frau ausgesprochene Du gleich, ein Zimmer mit Obstschale und Getränken in einem kleinen Kühlschrank gab es nicht überall zu diesem Zimmerpreis. Ihr Hinweis auf Frühstück ab 7 Uhr, ihr lächeln dabei ließ ihn auf gleiche Art antworten. Es war ihm, als würde man sich kennen.
1997, er zählte nun zu den Stammgästen, saß er allein vor seinem Frühstück als Verena ihm seinen frischaufgebrühten Kaffee brachte. Es war März, kein anderer Gast übernachtete und die Gastwirtschaft zeigte durch ein Schild an der Eingangstür vorüber geschlossen wegen Krankheit. Mit den Worten darf ich mich dazusetzen nahm sie ihm gegenüber Platz. „Einen Kaffee trinke ich mit, Hunger habe ich nicht, möchte dir aber etwas erzählen“.
Was nun folgte schien sie sehr zu belasten da sie ab und zu eine Träne mit einem Finger wegwischte. Es erinnerte Jonas an seine Mutter, die nach allem aufblühte, eine Aufgabe darin sah ihre ältere Schwester zu betreuen, seine Hilfe dennoch brauchte und seinen Wunsch endlich einen Gärtner zu beschäftigen oder einen Mann für Arbeiten rund ums Haus stets ablehnte. Geld hatten beide Frauen, ihr Geiz allerdings hielt sie ab davon. Du bekommst einmal alles waren Worte, den Beweis dafür zu sehen bekam er allerdings nicht. Er war der einzige Sohn, die Schwester kinderlos und ohne Anhang von der Familie ihres verstorbenen Mannes.
Bei Verena sah es anders aus. Er hörte ihr zu, unterbrach sie nicht. Es gab noch ihre Eltern, die ihres jetzt kranken Mannes wohnten in Wien, konnten nicht kommen. Ihr was soll ich machen, er fehlt mir und nach dem Krankenhaus kommt die Reha. Es wächst mir alles über den Kopf, er fehlt mir überall. Ich werde nur noch Zimmer mit Frühstück vermieten, mehr kann ich nicht.
Warum immer ich, sagte sich Jonas. Was habe ich an mir das Frauen mir immer wieder von ihren Sorgen und Problemen erzählen. Du bist Sternzeichen Waage, hilfst allen und deine ruhige Art, dein kluges Handeln zieht Frauen an, sagte Caro seine Frau, sagten seine Bekannten, Mitarbeiter und selbst die Bewohner in seiner Wohnanlage. Es kam einfach so und abweisen, so wie andere konnte er Menschen nicht. Es ist eine Schwäche von dir du kannst selten nein sagen, wenn man dich bittet. Caro, er ließ ihr alle Freiheiten, sah sie manchmal einige Tage nicht, fragte nicht nach außer Caro sprach selbst davon. Du und deine Mutter, ihr seid so verschieden. Seinen Vater lernte Caro nie kennen da er vorher verstarb. Seine Erinnerungen an ihn waren verblasst, nur weniges war geblieben durch Fotos noch vorhanden. Ich musste dich allein großziehen und habe alles für dich getan waren Worte seiner Mutter.
Verena stand auf als er fertig war mit dem Frühstück, stützte sich mit beiden Händen auf den Stuhl. „Musst du nun los oder bleibst du noch etwas bei mir?“
Er sah in ihre Augen, ahnte es ist mehr als eine Frage, schon eine Bitte. Was wusste sie von ihm? Es erinnerte ihn an die ersten Begegnungen mit Caro die Caroline so abkürzte, nur so angesprochen werden wollte. Auch Caro sagte diesen Satz mit der Frage und er war geblieben.
„Ich bleibe noch, habe keine Uhrzeit fest zugesagt“.
„Danke, du bist…“.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Angricolan am 28.04.2026:

Mit danke du bist.., fangen meist längere Geschichten an, Kurzgeschichten seltener. Wer noch jung ist versteht es nicht immer, ältere Menschen erinnern sich an eigene Begegnungen, sei es kurz oder länger gewesen. Ich habe zurückliegend längere Texte geschrieben, veröffentlicht, zum kostenlosen Lesen.
Hier nun eine neue Kurzgeschichte, heute geschrieben.
Beste Grüße Angricolan




geschrieben von Butterblume am 28.04.2026:

Gut gelungen, bin gespannt wie es weitergeht 😉

Beste Grüße

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