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geschrieben 2026 von Matthias Stilke (CaptainX).
Veröffentlicht: 17.03.2026. Rubrik: Fantastisches


Psi-Jäger - Teil 1(2)

Tork Emilson war Kopfgeldjäger. Er reiste zwischen den Planeten umher, unablässig auf der Suche nach Personen, die sich dem Zugriff der planetaren oder Imperialen Justiz entziehen. Spezialisiert hatte er sich auf Psioniker, die sich selbst Begabte nennen - von allen anderen aber als Psi-Teufel beschimpft wurden.

Psioniker galten mit ihren seltsamen mentalen Fähigkeiten als gefährlich. Die Behörden schrieben häufig hohe Kopfprämien aus. Leute wie Tork konnten sich dadurch ein beständiges und üppiges Einkommen sichern.

Wie kam es dazu?

Bis vor etwa 300 Jahren war Psionik ein fester - wenn auch nicht sehr häufiger - Bestandteil der menschlichen Natur und Kultur. Anfang der 800er griffen einige Psionikmeister und Psi-Institutionen nach der Macht im Imperium. Dieser Konflikt führte zu einem Krieg, der vielen Millionen Menschen das Leben kostete. Auch unzählige Begabte waren unter den Opfern, auch wenn es sich bei meisten um Unbeteiligte handelte.

Der Krieg wurde verloren, Psionik aus der Öffentlichkeit verbannt und unter schweren Strafen gestellt. Die wenigen überlebenden Begabten flohen in den Untergrund und wurden permanent von Sicherheitsbehörden verfolgt.

Viele Begabte waren aufgrund der zerschlagenen Strukturen unausgebildet und somit mehr oder weniger harmlos, was aber in der Gesellschaft keine allgemeine Anerkennung fand.

Für Tork war es einerlei. Ihm ging es nur um das Geld.

Insgesamt war es leichter als gewöhnliche Kriminelle einzufangen. Psi-Teufel wurden fast überall gehaßt und verfolgt, die Chance angezeigt oder denunziert zu werden, war recht hoch. In der Regel musste Tork nicht viel suchen und recherchieren, sondern nur bereitwillig gegebenen Hinweisen folgen, zupacken und das Kopfgeld einsacken.

Einer Theorie zur Folge kommt auf eine Million Menschen ein Begabter - im Verhältnis eine verschwindend geringe Zahl, aber eine solide Einnahmequelle.

Für einen gesuchten, lebenden Psi-Teufel gab es in der Regel 10.000 Credits, 8.000 für einen Toten. Die Behörden hatten aber im Allgemeinen kein allzu großes Interesse an einer teuren Resozialisierung oder Strafvollzug. Der geringe Unterschied der Fangprämien machte es möglich, sich dem zu entziehen und diese Entscheidung den Kopfgeldjägern zu überlassen, ohne sich selber die Hände schmutzig zu machen.

*

Der Planet Estinaz war mit neun Milliarden Einwohnern statistisch gesehen übervölkert. In den riesigen Gebieten des kargen Outbacks konnten Reisende allerdings wochenlang die Gegend durchstreifen, ohne jemanden zu begegnen.

In der Hauptstadt Kearn erfuhr Tork über einen Informanten von einem Psi-Teufel. Sein Name war Jeremia Antiss, 22 Jahre alt. Er hatte telekinetisches Verhalten gezeigt und war dann abgetaucht - nicht nur auf Estinaz ein schweres Kapitalverbrechen. Die örtliche Polizei fahndete nach ihm in der Stadt. Tork wusste es aber aus Erfahrung besser. Junge Begabte flohen gewöhnlich in den (vermeintlich) sicheren Schoß der Familie und diese lebte einige Tagesreisen entfernt, tief im Outback.

Er lieh sich einen kleinen Gleiter. Neben Psi-Detektor und Abschirmung nahm er sein Automatikgewehr und einige Pistolen mit, die er neben einem Kampfmesser im Halftern überall am Körper trug.

Waffenbesitz war auf ganz Estinaz verboten - für erfahrene Justizhelfer wie Tork wurden jedoch problemlos Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Auch ohne Waffenarsenal war der Kopfgeldjäger eine beeindruckende Erscheinung. Knapp zwei Meter groß, breit gebaut. Eine lange Narbe zog sich quer über das Gesicht und verlieh ihm ein martialisches Aussehen, das durch den kahlgeschorenen Schädel noch verstärkt wurde.

Mit ausreichend Wasser und Verpflegung durchquerte er das trockene Outback. Nach zwei Tagen Fahrt erreichte er den kleinen Hof der Antiss'. Die Bauernfamilie lebte bereits seit Generationen mitten im Outback und rang mit viel Mühe den unfruchtbaren Boden dürftige, aber gerade dadurch wertvolle Erträge ab.

Hof und Felder schmiegten sich an ein flaches Hügelland, dass den landwirtschaftlichen Betrieb mit einem spärlichen Rinnsal Wasser versorgte. Kaum ein Lüftchen regte sich. Die bleierne Ruhe drückte auf das Gehör.

Vor dem Hauptgebäude stoppte Tork den Gleiter und stieg aus. Der betagte Holzboden der Veranda knackte unter den schweren Schritten seiner Militärstiefel. Er hatte sein Gewehr geschultert und stellte auch sonst sein sonstiges Waffenarsenal zur Schau. Jeder sollte sofort sehen, dass mit ihm nicht zu spaßen war!

Er klopfte lautstark an die klapprige Holztür. Nach einer Minute öffnete langsam ein alter Mann mit dem zerfurchten Gesicht vieler arbeitsreicher Jahre. Hinter ihm stand ängstlich eine zierliche, junge Frau, kaum achtzehn Jahre alt.
"Mister Tay Antiss?", brummte Tork den Mann an.
"Ja." Die Antwort kam zögernd. Respektvoll musterte der Alte Tork's Kampfgewehr und sagte zu dem Mädchen, ohne den Blick von der Waffe zu nehmen: "Geh' ins Haus, Jaina." Gehorsam gehorchte seine Tochter.
"Ich suche ihren Sohn Jeremia."
"Der ist nicht hier.", antwortete Tay mit dünner Stimme: "Ich habe ihn schon seit Monaten nicht mehr gesehen."

Tork wusste erfahrungsgemäß, dass das gelogen war. Er hatte auch nichts anderes erwartet. Sein Auftritt diente nur dazu, die Familie aufzuschrecken und zu Aktivitäten zu verleiten, die ihm bei der weiteren Suche helfen konnten. Und er hatte auch schon einen Plan ...


Fortsetzung folgt ...

Geschrieben: März 2026
Autor: Matthias Stilke (c)
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