geschrieben 2026 von Matthias Stilke (CaptainX).
Veröffentlicht: 12.04.2026. Rubrik: Fantastisches
Psionik - Die Story
VORGESCHICHTE
Das kleine Transportschiff 'Sieglinde' wird von Piraten und Gesetzeshütern gleichermaßen kreuz und quer durch den Subsektor gejagt. Nach einer Notlandung trifft die Crew auf der Suche nach Ersatzteilen einen alten Bekannten, der sich als 'Psi-Begabter' zu erkennen und einige Hintergründe preisgibt.
GROßE GEHEIMNISSE
...
Thon, der Sohn des Raumhafenwarts, führte mich und Thora zu Ortiz' Anwesen in Eathen's Wäldern.
...
Ich war mit meinen 190 Zentimeter für einen Menschen schon recht groß. Ortiz war noch einen halben Kopf größer und schwerer gebaut. Er trug die gleiche, erdfarbene Kleidung wie Thon und die anderen Indigenen, darüber aber eine alte, blaue Weste mit verblichenem IISS-Emblem und vielen Taschen. Sein Kopf krönte eine blond-graue krause Haarpracht und im Gesicht hing ein ebenfalls grauer Bart, der ihm bis auf die Brust reichte. Sein rechtes Auge schielte unablässig Richtung Himmel, schien aber sein Sehvermögen nicht weiter einzuschränken.
Er strahlte Gelassenheit, Humor und eine schwer zu definierende Würde aus. Wenn er damals Thora's Ausbilder war, musste er jetzt mindestens 60 Jahre alt sein. Älter sah er allemal aus.
"Ich grüße sie, Sir.", sagte Thon: "Ich habe hier zwei Außenweltler, die dich sprechen wollen."
Ortiz' Gesicht strahlte förmlich: "Thora! Thora Gashuggi! Gütiger Gott, ist das schon so lange her?"
Thora lächelte zurück: "Nein. Noch länger! Hallo Orlando."
Ortiz sah sich die Frau von oben bis unten an: "Gut schaust du aus. Bist du immer noch mit diesem... wie hieß er noch... Heinrich... zusammen?"
"Hendrik.", sagte sie etwas verlegen. "Und nein. Als ich mit der Akademie fertig war, bin ich zur Explora-Flotte versetzt worden. Er ist in der Administration geblieben. Hab' ihn schon lange nicht mehr gesehen."
Interessant! Thora redet nicht viel über ihre Vergangenheit und davon wusste ich gar nichts, obwohl wir schon viele Jahre zusammen unterwegs waren.
"Und du, Orlando? Immer noch Single? Ich dachte, du lehrst auf Regina Hyperraumtheorie."
Sein Gesicht trübte sich etwas ein: "Meine Frau ist leider vor einigen Jahren gestorben."
"Oh. Sorry. Das ahnte ich nicht."
"Ach, macht nichts. Es ist so wie es ist. Und der IISS hat mich am Ende mit einer dicken Abfindung aus den Dienst geschickt, wo ich einfach nicht widerstehen konnte."
Er grinste schelmisch und wandte sich dann an mich: "Und wer ist dieser junge Mann da? Dein Lebensgefährte?", zwinkerte er mir zu. Es schien ihm wohl Spaß zu machen, Thora in Verlegenheit zu bringen.
Ich sprang für Thora ein: "Benjamin Crane. Pilot auf der Tiefenraum unter dem Kommando von Kapitän Gashuggi.", sagte ich förmlich, so als ob ich grade Hügel 86 im Alleingang erobert hatte.
Ortiz lachte: "Die Tiefenraum? Das Ding muss doch mittlerer Weile über sechzig Jahre alt sein."
"Über siebzig.", sagte Thora etwas betreten.
"Auf Jelohm ist uns der Energieregulator des Schubantriebs durchgeknallt und deswegen sind wir zurzeit unter Heuer eines Vargr-Händlers."
"Nicht das Schlechteste unter den Vargr zu dienen, wenn man weiß, wie man sie nehmen muss.", nickte Ortiz wissend.
...
Ortiz führte sie zu einem seiner geheimen Lager.
Während Thora am anderen Ende des Raum die Abschirmungen sorgfältig begutachtete, blickte er mich über seine Zigarre prüfend an: "Sag' mal, was hältst du eigentlich von Psionik?"
Donnerwetter! Das war indiskret! Es gab Welten, da wurde man alleine schon für diese Frage verfolgt und verhört.
Ich war auf der Hut, aber auch interessiert, wieso er so ein heikles Thema anschnitt - einfach so aus Spaß sicher nicht.
Ich antwortete vorsichtig: "Psionik ist unnatürlich. Es ist viel Leid und Elend darum entstanden."
Das stimmte! Das Psi-Phänomen war jahrtausendelang Bestandteil der menschlichen Kultur. Vor einigen Jahrhunderten wollten die Psi-Institute, die selbsternannten Hüter dieser Kräfte, die Macht übernehmen und begehrten gegen das Imperium auf. Viele Menschen kamen dabei ums Leben. Am Ende siegte aber das Imperium, die Institute wurden verboten und der Spuk war vorbei.
Ortiz nahm einen tiefen Zug aus seiner Zigarre und schaute ins Leere: "Mit ersteren hast du unrecht, mit letzteren leider recht." Während er sprach, blies er den Rauch aus.
"Schon immer gehörte Psionik zur Gesellschaft. Fast alle Menschen verfügen von Geburt an über Psikräfte, aber nur die wenigsten sind sich dessen bewusst. Leider nimmt diese Kraft mit zunehmenden Alter stetig ab, wenn diese nicht erschlossen wurde. Thora zum Beispiel ..." Er deutete mit seiner Zigarre auf sie im hinteren Teil des Saales.
"Damals auf der Akademie hatte sie großes Potenzial. Aber jetzt ..." Er schnippte mit den Fingern: "Alles weg! Dunkel wie eine erloschene Kerze. Sehr schade!"
Er machte eine nachdenkliche Pause.
"Leider haben damals die Institute, trotz mahnender Worte die Zeichen verkannt. Die Zeit war einfach noch nicht reif. Am Ende wurden Millionen ausgegrenzt, vertrieben und ermordet, häufig auch alles zusammen
An diesen Massakern an sich hatten die Institute nur wenig Anteil. Die Inquisitoren des Imperiums konnten sich hemmungslos und fast ohne Kontrolle austoben. Aber eindeutig haben die unglücklichen Aktionen der Institute den Stein ins Rollen gebracht und später, als es schon vorbei war und die Stimmung aufgeheizt, versuchten sie teilweise mit Gewalt zu retten was zu retten ist. Das ging daneben! Letzten Endes tragen die Institute die Verantwortung dafür."
Ich wollte gar nicht so genau wissen, woher er das alles wusste oder zu wissen glaubte. Vor allem das mit Thora.
Thora kam und fragte, ob Ortiz einen Phasenscanner hätte. Wortlos zog er einen aus einer seiner Taschen, gab ihr das Gerät und mit einem an mir gerichteten fragenden Blick ging sie wieder.
Ortiz schwieg weiterhin. Das gab mir die Gelegenheit zu fragen: "Warum erzählen sie mir das alles?"
Er antwortete nicht sofort: "Wie alt bist du? 40? Du verfügst über mehr Psi-Kräfte als du normalerweise haben könntest."
Ich war entsetzt: "Haben sie etwa in meinen Kopf herumgekramt?"
Er lachte auf: "Nein. Das mache ich nur im Notfall oder wenn mein Gegenüber einverstanden ist. Ich sehe oder spüre die Aura, ohne, dass ich dafür meine Kräfte einsetzen muss. Außerdem bin ich ein beschissener Telepath."
"Dann sind sie also wirklich Psioniker?", fragte ich etwas ungläubig. Ich hatte bislang noch nie mit einem Psi-Begabten zu tun gehabt.
"Wir alle sind Psioniker!", sagte er etwas forsch: "Den meisten wurde diese Gabe aus verschiedenen Gründen und mit verschiedenen Mitteln allerdings vorenthalten. Aber ja. Ich bin Adept des Vierten Grades. Ein Psi-Meister, wenn du so willst."
Uff! Das war schwer zu glauben, aber niemand würde mit sowas Scherze machen.
...
"Das Psi-Phänomen erscheint mir trotzdem unnatürlich. Es ermöglicht die Kontrolle und das Manipulieren von Menschen.", meinte ich entschlossen. Aber auch darauf hatte Ortiz eine Antwort.
"Ihr seit vor einigen Stunden von 120-930 aus mit der Sieglinde, einem kleinen Vargr-Handelsschiff hierhergekommen. Ihr transportiert eine wichtige Persönlichkeit und, wenn ich mich nicht irre, eine wertvolle Fracht."
Ich war völlig baff. Er hatte völlig recht! Bevor ich antworten konnte, fuhr er fort: "Natürlich hätte ich das alles aus deinem Schädel puhlen können ...", er deutete dabei mit seiner Zigarre auf meinen Kopf. "Das hätte aber bei dieser Detailfülle viel länger gedauert und wäre für mich auch sehr anstrengend gewesen."
Er zog seine buschigen Augenbrauen hoch: "Nein, nein. Ich habe Zugang zu vielen Datenbanken, Informationsquellen im und am Raumhafen und ...", er machte eine dramatische Pause: "... kann eins und eins zusammenzählen."
Er zog wieder an seiner halb aufgerauchten Zigarre.
"Vom moralischen Standpunkt mal abgesehen: Würdest du mich aufgrund dieser Mittel, also meiner Möglichkeiten, ins Gefängnis stecken oder Schlimmeres antun?"
Seine Logik war überzeugend. Ich zog es aber vor, dass Thema zu wechseln: "Wieso glauben sie, dass ich auch über diese Kräfte verfüge?"
"Ich sehe die Aura. Ich kann aber nicht sagen, wie stark deine Kräfte sind oder was für Talente in dir schlummern."
Ich überlegte und suchte nach den richtigen Worten: "Ich bin Pilot. Ich wurde ausgebildet, schnell richtige Entscheidungen zu treffen und kann jetzt schon seit vielen Jahren diese Fertigkeit trainieren. In aller Bescheidenheit kann ich sagen, dass ich ein sehr guter Pilot bin."
Ich dachte einen Moment über die nachfolgendem Worte nach: "Trotzdem: Es gelingen mir immer wieder quasi unmögliche Flugmanöver. Waren sie schon mal auf den Planeten 120-930?"
"Die Landeplattform auf dem Ozean? Ist schon ein Weilchen her."
"Vor zehn Tagen bin ich dort unter den schlimmsten Bedingungen gelandet. Selbst ein Spitzenpilot hätte vermutlich das Fahrwerk bei diesen Bodenbewegungen beschädigt. Oder sogar Schlimmeres. Ich konnte das Schiff, mit dem ich bislang nur ein paar Landungen durchführen konnte, punktgenau und sanft wie auf einer grünen Wiese landen."
Ortiz hob die Augenbrauen und dachte einen Moment nach: "Das könnte es sein! Es kann von verschiedenen Ebenen der Kraft kommen. Eine Form von Hellsehen, Körperbewusstsein oder vielleicht ein ganz anderes und noch selteneres Phänomen."
Wie eine Pistole richtete er wieder seine Zigarre auf mich: "Crane, du musst dich testen lassen und deine Kräfte erforschen."
"Ne, danke. Ich..."
Er unterbrach mich: "Junge! Deine Psi-Kräfte sind sporadisch und unkontrolliert. Das kann auch mal böse nach hinten losgehen. Und auch wenn du keinen Schaden anrichtest - jemand könnte dich beobachten, sich Gedanken machen, dich lynchen und auch noch eine Belohnung kassieren. Habe ich schon erlebt. Selbst wenn du alles ablehnst und du deine Kraft niemals zu nutzen gedenkst - du musst lernen, sie zu kontrollieren."
"Wieso sind sie sich da so sicher?"
"Sicher? Ich bin mir überhaupt nicht sicher! Aber es scheint mir nur wahrscheinlich."
"Und wie kann ich mir sicher sein, dass sie nicht ein Spitzel des Imperiums sind, der mich ans Messer liefert, Sir?", fragte ich spitz.
Er lächelte breit: "Wenn ich das wäre, würden draußen bereits die Marines auf uns warten. Aber gut so! Egal was du zu tun gedenkst, sei immer misstrauisch! Solange du deine Fähigkeiten nicht entwickelt hast, ist das dein einziger Schutz."
...
Plötzlich fasste sich Ortiz an den Kopf, wankte wie ein Baum im Wind und sagte: "Was? Was ist jetzt? Waaa ..." Erschrocken trat ich einen Schritt zurück.
"Da!", rief Ortiz und zeigte in eine Richtung, wobei seine Augen im andere Richtungen sahen.
"Sir, was ist los?", stammelte ich irritiert.
Ortiz sah mich mit einem Auge an und sagte: "Shhht!". Dann sah er wieder irgendwo hin.
Thora hatte gemerkt, dass mit Ortiz etwas nicht stimmte. Sie eilte heran, den Arm voller Abschirmungen und anderen Ersatzteilen: "Was ist los?"
Ich zuckte mit den Schultern: "Weiß nicht. Auf einmal drehte er durch."
Ortiz hörte auf zu schwanken und sah mich durchdringend an: "Ihr müsst weg. Weg von hier. Da kommt jemand. Er sucht euch schon seit langem. Er hat nichts Gutes im Sinn. Ich habe es gespürt."
Thora machte große Augen: "Was?"
"Hast du alles, was du brauchst? Ja? Dann müsst ihr sofort aufbrechen." Er schob sie zur Tür hinaus.
"Ortiz. Was ist denn los?", fragte sie.
Der Riese sah mich an und nickte: "Ortiz ist Psioniker. Er hat wohl eine Vision gehabt.", antwortete ich für ihn.
"Vision!", wiederholte Ortiz verächtlich: "Du benötigst wirklich eine Ausbildung! Ich habe einen starken Impuls im Astralraum gespürt. Noch weit entfernt, aber sehr intensiv und voller Bosheit."
Thora rief: "Astral... was?"
Und ich: "Aber wer und warum? Und wie weit entfernt?"
"Ich habe doch gesagt, dass ich ein mieser Telepath bin. Ich weiß es nicht. Ihr müsst sofort zurück zum Schiff und starten. Vielleicht ist es noch nicht zu spät."
Ortiz schubste uns Beide zurück zu seinem Haus und rief Thon zu sich: "Thon. Wir lassen die Viecher hier. Ich fahr' euch zum Raumhafen." Damit rannte er zu einem der Gebäude und schob einen Standardgleiter schwebend auf seinen Antigrav-Kissen heraus.
Der junge Mann wurde ganz grün im Gesicht: "Bitte nicht. Lassen sie mich hier zurück. Ich bitte sie, Sir."
"Nix da. Dein Vater braucht dich am Raumhafen. Ihr da!", rief er Thora und mir zu: "Rein mit euch. Wir haben keine Zeit zu verlieren."
Ortiz klemmte sich hinter den Steuerknüppel und Thon stieg ungemütlich ins Fahrzeug, wie in eine viel zu heiße Badewanne. Ich und Thora waren noch nicht ganz eingestiegen, da drückte Ortiz den Steuerknüppel nach vorne und beschleunigte.
An sich ist das Gleiten auf Antigrav-Polster auch in höheren Geschwindigkeiten eine ruhige Angelegenheit. Ortiz musste jedoch auf dem Weg zum Raumhafen diversen Fußgängern, Kians und Lastkarren ausweichen und hierfür auch des Öfteren stark abbremsen und wieder beschleunigen. Für Thora und mich war es lediglich etwas gewöhnungsbedürftig; für Thon hingegen eine ungewohnte Tortur.
Während der rasanten Fahrt rief er zu dem jungen Mann auf der Beifahrerseite: "Wenn wir da sind ..." Thon blickte starr auf das Geschehen vor dem Gleiter und reagierte nicht. "Hey, hör' mir zu." Er stieß den jungen Mann an der Schulter an. Er reagierte so, als ob er aus einem Alptraum aufwachen würde, blickte aber immer noch in Fahrtrichtung: "Jjja, Sir?"
"Also: Wenn wir am Raumhafen sind musst du die Jäger alarmieren. Wenn ich recht habe, ist ein großer Haufen Kianscheiße zu uns auf dem Weg."
"Ja, Sir."
"Thon! Das ist wichtig!" Der junge Mann sah nun Ortiz an und nickte geistesabwesend.
Ich brüllte nach vorne gegen den Fahrtwind an: "Er fährt wohl nicht gerne?"
"Nö.", grinste Ortiz: "Ist seine zweite oder dritte Fahrt."
Thora rief: "Ortiz, ich dachte, wir wären in Gefahr."
Ortiz drehte sich bei voller Fahrt zu den Beiden auf der Rückbank um: "Seid ihr auch. Irgendwie hängt das alles zusammen. Ich weiß nicht wie." Als er sich wieder nach vorne drehte, sagte ich etwas leiser zu Thora: "Toller Telepath! Wusstest du, dass er Psioniker ist?"
"Nein.", sagte sie: "Ich kann es mir auch jetzt noch nicht so recht vorstellen. Damals auf der Akademie gab es allerdings diesbezüglich einige Gerüchte."
Ich brüllte wieder nach vorne: "Sir, wenn sie ein schlechter Telepath sind, wie kommt es dann, dass sie diese Impulse überhaupt wahrnehmen können?"
Ortiz stöhnte: "Es gibt Adepten, die schon ihr Leben lang das Wesen des Astralraums studieren und trotzdem einen Großteil ihres Wissens auf Vermutungen stützen."
Nach einer Weile sagte er noch: "Ich kann dir die Zusammenhänge nicht während einer halbstündigen Fahrt zum Raumhafen in einem Gleiter erklären.", machte aber dann sogleich doch einen Versuch: "Der Astralraum ist wie ein Meer. Emotionen und Intensionen erzeugen Wellen, die sich aufschaukeln oder negieren können. Normalerweise setzen Telepathen ihr Kraft ein, um sozusagen einen kurzen Blick in diese Welt zu werfen. Meine Empathie ist passiver Natur, aber ich spüre nur sehr starke Dynamiken im Astralraum. Es ist wie ein Fahrzeug, dass im Dunkeln mit starken Scheinwerfern auf dich zurast."
Ortiz wurde von Thon von einer Kian-Herde aufmerksam gemacht, die die Straße kreuzte. Er fluchte, erhöhte die Grav-Leistung und 'flog' einen flotten Bogen über die Kians, die aufgeschreckt in alle Richtungen flohen. Ein Kian-Hirte drohte dem pfeilschnellen Gleiter aufgebracht mit der Faust hinterher.
Thon hatte die Augen geschlossen und Ortiz grinste breit.
Thora stieß mich an und fragte: "Was meinte er vorhin damit, du solltest dich ausbilden lassen?"
"Psi-Kräfte. Ortiz glaubt, in meiner Aura welche zu erkennen."
Unbewusst rückte Thora einige Zentimeter von mir ab: "Heiliger Zarphano! Stimmt das etwa?"
"Nein.", sagte ich bestimmt und dann wahrheitsgemäß: "Ich habe noch nie irgendwelche besonderen Kräfte an mir entdeckt." Grobe Vermutungen hatte ich vorsichtshalber weggelassen; diese wären jetzt nicht hilfreich.
Ich hatte Verständnis für Thora's Verhalten - immerhin war sie, wie ich selber, von klein auf an so erzogen worden, dass Psi etwas Unnatürliches, ja etwas Böses war. Trotzdem war ich von ihrer Reaktion etwas enttäuscht - immerhin sind wir schon seit Jahren gemeinsam durch dick und dünn gegangen und haben uns mehr als einmal blind vertraut.
Thora sagte nichts weiter. Sie musste das eine oder andere erst einmal verdauen.
...
*
Der kleine Ausflug in das Thema Psionik ist hier nun zu Ende. Die Handlung setzt sich unter anderem in der Story 'Duell im Abendrot' fort.
Geschrieben: April 2026
Autor: Matthias Stilke (c)
www.kurzgeschichten-stories.de
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