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geschrieben 2019 von Carl-Paul Hénry (Carl-Paul Hénry).
Veröffentlicht: 11.08.2019. Rubrik: Nachdenkliches


Klimawandel - sparsam mit Ressourcen umgehen.

Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört oder gelesen, oder ihn selbst als Appell an andere gerichtet. Dabei muss uns aber klar sein, oder erst einmal bewusst werden, dass dieses „sparsam mit Ressourcen umgehen“ mit einem grundsätzlich spar-samen Lebensstil beginnen muss. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren Sparsamkeit, Schonen und Bewahren nicht nur eine Notwendigkeit des relativ armen Teils der Bevölkerung, sondern sie waren ein ethischer Akt, ein Teil der Gesellschaftsmoral. Wer auch nur annähernd verschwender-isch lebte, wurde als unmoralisch angesehen. Vielmehr war es für „arm und reich“ selbstverständlich, den abgetragenen Anzug zum Schneider zu bringen, um ihn wenden zu lassen, oder die Socken und Unterwäsche zu flicken und zu stopfen.

Dann kam es durch Inflation und Krieg einerseits zu der Erkenntnis und Erfahrung, dass Erspartes entwertet werden kann und Gespartes dennoch vernichtet wird, und andererseits kam es im Rahmen des deutschen Wirtschaftswunders zunehm-end zur raschen Technesierung Technisierung in der Privat- und Arbeitswelt. Mit
Technisierung in der Privat- und Arbeitswelt. Mit dem ersten „Käfer“, der in Wolfsburg vom Band rollte war klar: Deutschland wird und bleibt ein Autoland.

Jeder – nicht nur technische – Fortschritt trifft die überlieferten und bisher feststehenden Moralgebote in Mark und Bein, stellt sie in Frage und verlangt nach neuen oder zumindest „modifizierten“ Moralgeboten, die, wie sich zeigt, auch und gerade von den ökonomischen Verhältnissen abhängig sind. Moral wird also auch von dem gesellschaftlichen und wirt-schaftlichen Kontext bestimmt.
Das Thema „Sparsamkeit“ war von da ab nur noch (notwendiger Weise ) etwas für das „Prekariat“, und/oder für die Spinner oder „Alternativen“ (als ethischer Akt).. Genau davon waren die späten 1950er und die 1960/70er Jahre mit ihrem Deutschen Wirtschaftswunder, mit dem damit einhergehenden gesicherten mittleren Einkommen und von der Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens-entwurfes geprägt (siehe auch die „technische“ Erfindung des Ovulationshemmers, der die sexuelle Moral gehörig auf den Prüfstand stellte).

Da kam die Gesellschaft mit der notwendigen Moralum-stellung nicht mit, und das einzelne Individuum war zunächst auf sich gestellt, was irgendwie auch zur Orientierungslosigkeit führt/e.
zunächst auf sich gestellt, was zu Orientierungslosigkeit führte. Das Ergebnis zeigte sich erstmals Ende der 1970er und in der 1980er Jahre mit dem sauren Regen und dem Waldsterben.
Da aber die Technisierung und (ab den 1990er Jahren) die ebenso Moral verändernde Digitalisierung, einen finalen Status Quo nie kannten und wohl auch nie kennen werden --- es sei denn, der homo sapiens zieht bald die „Reißleine“ --- sondern immer weiter voranschritten, weitere Neuerungen brachten und die Moral (erst des Einzelnen und dann die der Gesellschaft) sich veränderten (im Sinne von „lockern“), kam es, wie es heute ist: Klimaerwärmung, Egoismus, Verantwortungs-losigkeit, virtuelle Welten, Überwachungsstaat usw.

Nun ist der homo sapiens aber nicht hoffnungslos instinktgesteuert, sondern er hat einen Verstand, besitzt Vernunft, kann Entscheid-ungen treffen, auch solche gegen die „unmoralische“, verschwenderische und „immer mehr haben wollende“ Mehrheit. Muss es wirklich immer das Neueste, das weiter Entwickelte, das Schnellere, das Bequemere sein? [Auto, Smartphone, PC, 5G-Mobilfunk; Malaysia, . . . ]

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