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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2020 von Dan Prescot (Dan Prescot).
Veröffentlicht: 01.09.2020. Rubrik: Grusel und Horror


Realität - Transfer 7.1

„Ich traue Melissa nicht.“
„Wie gut kennst du sie denn? Hattet ihr vorher schon mal etwas gemeinsames unternommen?“
„Nein, meistens begegnen wir uns auf irgendwelchen Treffen oder Partys. Sie ist eine Bekannte von Sybille. Die spricht ständig von ihr.“
Die Idee mit der Hypnose hat etwas für sich. Andererseits kann das auch voll daneben gehen. Ein halbes Jahr lang haben Psychologen und Therapeuten versucht mein verkorkstes Ego wieder gesellschaftsfähig zu machen. Die Reaktion von meiner Ärztin auf diesen Vorschlag kann ich mir gut vorstellen.
„Okay, Wir wissen nicht genug über Melissa, um ihr zu vertrauen. Anderseits ist sie diejenige, die auf eine Idee kommt, die mir Gewissheit verschaffen kann. Die einzige Frage, die sich stellt, ist wie wichtig ist mir die Antwort.“
Ellen starrt mich an.
„Nicht dein Ernst! Das kannst du nicht ernsthaft in Betracht ziehen!“
Ich antworte nicht. Ich schaue sie auch nicht an.
„Laurent, sag mir das das nicht dein Ernst ist.“
„Ellen, die ganzen Visionen, die offenen Fragen, die Ungereimtheiten…Es macht mich fertig. Das einzige was mich vor dem Abgrund bewahrt, bist im Augenblick du.“
„Oh mein Gott!“
„Du machst dir kein Bild.“
Ich kann nur noch flüstern.
„Das Kreischen von berstendem Metall, der Rauch, die Hitze der Flammen, der Schmerz…“
„Laurent, ich…“
„Ellen, ich merke wie ich den Boden unter den Füssen verliere. Erneut. “
„Und wenn du dir nochmal helfen lässt? Ich meine dir ging es doch gut am Anfang, als wir uns kennenlernten, oder?“
Ich lache, bis es mir im Hals stecken bleibt.
„Nein, das wird nicht helfen. Nicht für lange. Die Zweifel lassen alles wieder aufbrechen. Die kann mir kein Arzt oder Therapeut nehmen.“
„Du hast dich längst entschieden, oder?“
Die Antwort auf ihre Frage bleibe ich ihr schuldig. Ellen kommt zu mir rüber und schließt mich in ihre Arme.
Ja, ich habe mich längst entschieden.

         *

„Wie soll das laufen? Holst du jetzt eine Taschenuhr raus?“
Melissa macht eine säuerliche Mine.
„Nein. Die Hypnose funktioniert nur wenn du dich entspannst. Wichtig ist auch das du dich sicher fühlst. Meinst du das dir das gelingt?“
Ellen sitzt mir gegenüber. Sie ist nervöser als ich. Ich kann das bei ihr erkennen, sie sorgt sich. Meine Gedanken beginnen zu wandern. Der Tag, an dem ich sie traf, bis gestern als mir klar wurde wie sehr ich auf sie angewiesen bin.
„Kriegst du das hin?“
„Ja.“
Ein letztes Mal betrachte ich Ellen.
„Gut, setze dich ganz bequem hin.“
Schaue das Schattenspiel auf ihrer makellosen, blassen Haut.
„Lasse alle Gedanken los. Erzwinge nichts.“
Zeichne ihre Gesichtszüge nach.
„Schließe deine Augen.“
Ihr leuchtendes Haupt.
„Jetzt lass los.“
Ich treibe.
„Geh zurück. Eineinhalb Jahre. Du sitzt im Zug und siehst die junge Frau Aurora Engel. Hast du es?“
Ich sehe sie und nicke.
„Wo seid ihr?“
„Wir sitzen uns im Zug gegenüber. In drei Stationen müssen wir aussteigen.“
„Beschreibe was passiert“
„Wir unterhalten uns und lachen. Wir wollen in Bad Münder aussteigen.“
„Was ist mit dem Zug?“
BÄM!

to be continued

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